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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 26. Juli 2014 

Die Farm


von John Grisham

Kategorie: USA
ISBN: 3453864786

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Bei einem Jahreseinkommen von jenseits der 25 Millionen Dollar mutet es ein wenig merkwürdig an, wenn alle Welt davon spricht, John Grisham würde mit dem vorliegenden Roman ein Risiko eingehen. Dennoch ist es erfreulich, dass ein Autor, der sich ausschließlich auf Justizthriller eingeschossen hat, einmal andere Wege geht. Noch erfreulicher ist es, dass bei einem solchen Ausflug in fremde Gefilde ein tolles Buch herausgekommen ist.

Die Farm spielt im Jahre 1952 im nordöstlichen Arkansas und ist weit gehend aus der Sicht des siebenjährigen Luke Chandler erzählt. Luke gehört zu einer Familie hart arbeitender Baumwollfarmer, deren Welt von den Jahreszeiten, dem Wetter und den zu erwartenden Ernteerträgen bestimmt wird. Mit neugierigen Kinderaugen begutachtet er das Leben der Erwachsenen, an dem er in einem für Stadtbewohner ungewohnten Maß teil hat: Während der Haupterntezeit ackert er -- wie alle Familienmitglieder -- acht Stunden auf dem Feld. Dabei wird er auch mit den Hilfsarbeitern konfrontiert, die den Farmern zur Seite stehen und vorübergehend auf dem Hof und in der Scheune wohnen. Als er schließlich Zeuge eines Gewaltverbrechens wird, muss er eine schwierige Entscheidung treffen.

Auch wenn Die Farm mit einer spannenden, gut strukturierten Handlung aufwartet, dürften sich die meisten Grisham-Fans schon nach den ersten Seiten die Augen reiben: Nirgendwo ein Gerichtssaal oder eine Anwaltskanzlei in Sicht! Der Star-Autor hat sich seiner eigenen Jugend erinnert und einen Roman geschrieben, der zwar einige Klischees über das harte, aber glückliche Leben auf dem Lande kolportiert, dafür aber auf jegliche Übertreibungen verzichtet. Wer hätte ihm einen realistischen Entwicklungsroman zugetraut? Dass Grisham nicht auf dem Niveau eines John Steinbeck erzählt, versteht sich von selbst. Aber er hat weit mehr zu bieten als Krimidramaturgie und Großstadtgeplänkel. Wie gesagt: eine erfreuliche Überraschung. --Felix Darwin

Erzählerisches Meisterwerk
„Die Farm" ist ein typischer Grisham, aber doch völlig anders. Typisch ist der Schreibstil - man kann das Buch, wie jedes andere von Grisham auch, sehr flüssig und zügig lesen. Anders ist es, weil es diesmal kein Justizthriller ist.
Grisham verbindet Erlebnisse aus seiner eigenen Jugend und erzählt die Geschichte eines siebenjährigen Jungen, der in den fünfziger Jahren auf der Baumwoll-Farm im US-Bundesstaat Arkansas aufwächst. Seine Eltern sind sehr arm und um den ganzen Baumwoll-Ertrag zu ernten, müssen die Farmer mehrer Ernte-Helfer aus den Bergen und aus Mexiko einstellen.

Der Titelheld des Romans ist der siebenjährige Luke Chandler. Er muss mit bei der Ernte der Baumwolle helfen, erlebt alle Höhen und Tiefen des Farmerlebens mit, verliebt sich, streicht das Haus an und wird Zeuge eines Mordes.
Die Lage auf der Farm spitzt sich zu, als es unaufhörlich zu regnen beginnt und das Hochwasser die restliche Ernte bedroht.

Grisham ist mit „Die Farm" ein erzählerisches Meisterwerk gelungen. Obwohl die Gedanken und die Sätze von Luke Chandler nicht ganz zu einem siebenjährigen Jungen passen und die Übersetzung kleine Fehler aufweist („einen Coca Cola"), ist dieser Roman doch ungeheuer spannend und sehr unterhaltsam.

Eine wunderschöne einfühlsame Geschichte
Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt, zumal ich ansonsten kein Grisham Fan bin. Es ist die realistische Heranführung an das Farmleben in Amerika Mitte des letzten Jahrhunderts. Erzählt wird aus der Sicht des siebenjährigen Luke, der seinen letzten Sommer auf der Farm seiner Großeltern verbringt. Gespickt mit einem Mord und der Mißernte, zeigtdas Buch Widrigkeiten, denen Luke ausgesetzt wird. Als einziger Zeuge eines Mordes und Bewahrer vieler Geheimnisse, die ihm im Laufe des Sommers von den verschiedenen Protagonisten anvertraut werden, wächst er an der Aufgabe, diese zu verarbeiten und schon in jungen Jahren große Verantwortung tragen zu müssen. Das Buch beeindruckt vor allem durch seine sympathische Erzählweise, die einen förmlich mit auf die Farm nimmt. Man fühlt mit den Farmern, wenn ein Jahr voller Arbeit und Schulden durch eine anfänglich so vielversprechende Ernte mit einer Mißernte endet. Man begleitet Luke und verspürt selbst einen seltsamen Schmerz wenn seine kleinen Vergnügungen, wie das Hören von Baseball, am Ende der Saison auch ihr Ende finden. Man wird einfach im Buch gefangen gehalten. Ein wundervoller Roman !!!

Nicht gerade das Beste von Grisham!
Also ich kann John Grisham schon verstehen, dass er versucht aus dem Gerichtssaal auszubrechen, denn er möchte sich nicht immer nur des gleichen Stoffes für seine Bücher bedienen. Allerdings sollten solche Ausbrüche doch eigentlich den Zweck haben, den Lesern zu zeigen, dass man über die Fähigkeit verfügt, auch über etwas anderes zu schreiben, was hier leider meiner Meinung nach voll in die Hose ging. Die Handlung plätschert sinnlos vor sich hin. Zwischendurch passiert mal etwas, das einwenig aufregender ist als das Baumwollepflücken, doch irgendwie schafft Grisham es nicht - wenn der Hauptdarsteller wie hier kein Anwalt ist - Spannung aufzubauen.
Darüber hinaus fand ich, war es nicht sehr passend das Buch aus der Sicht eines Siebenjährigen zu schreiben, jedenfalls nicht so wie es hier passiert ist. Die Ausdrucksweise klang einfach zu erwachsen, sodass es oft befremdlich und unglaubwürdig auf mich wirkte, dass diese Geschichte von einem Kind erzählt wird.
Nur wegen der Schreibweise erhält dieses Buch seine zwei Sterne, die noch immer ist wie bei den anderen Grishams, die sich allesamt, rein sprachlich gesehen flüssig und leicht lesen.
Siehe auch:

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