Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 25. Oktober 2014 

Die Dämonen ruhen nicht


von Patricia D. Cornwell

ISBN: 3455010210

Kommentar abgeben
Eigentlich hat die ehemalige Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta aus Virginia ja wirklich schon genug durchgemacht in ihrem Leben. Ihren Beruf hat sie verloren, ebenso wie ihren Geliebten Benton Wesley. Und der dämonische Mörder Jean-Baptiste Chandonne trachtete ihr auch schon nach dem Leben. Durch nervenaufreibende Romane wie Blinder Passagier (2001) oder Das letzte Revier (2002) hat die US-amerikanische Erfolgsautorin Patricia Cornwell sie schon gejagt. Da hätte man ihr von objektiver Warte aus etwas Ruhe und Erholung als private Beraterin in Florida mehr als gewünscht.

Natürlich (und zum Glück) sind Krimifans nicht objektiv. Und deshalb wird es sie freuen, dass das Böse Scarpetta auch in ihrem neuen Fall nicht in Ruhe lässt. Und das im doppelten Sinn: Denn die zehn Frauen, die ein offensichtlich wahnsinniger Mörder in den letzten Monaten in Baton Rouge zu Tode gequält hat, sehen ihr verblüffend ähnlich. Schließlich meldet sich auch noch Jean-Baptiste Chandonne zu Wort: Aus dem Todestrakt des Gefängnisses im texanischen Polunsky will er Scarpetta bei der Lösung ihres Falles helfen -- aber nur, wenn seine Erzfeindin ihn persönlich zu Tode spritzt.

Die Dämonen ruhen nicht hat der Verlag der deutschen Übersetzung Cornwells Thriller-Meisterwerk betitelt, und man kann nur sagen: Gott sei Dank! Denn Scarpettas neues Abenteuer kommt wieder einmal derart spannend und atemberaubend daher, dass man der forensischen Heldin auch weiterhin möglichst wenig Ruhe und Erholung wünschen will. --Stefan Kellerer

Für Kay Scarpetta-Unkundige nicht geeignet
So schlecht wie viele Stammleser das Buch machen, finde ich persönlich es nicht. Es stimmt, dass die übliche Erzählweise hier geändert ist und dass man sich doch über einige Dinge sehr wundert (z.b. Warum regt sich kaum einer über die vielen Morde auf und vor allem über den Mord an Rocco? Das wird so abgehandelt als ob Lucy mal eben im Kaufhaus beim Klauen erwischt wurde), aber ich finde trotzdem, dass es gerade für Stammleser interessant ist, wenn der Focus auf den bisherigen Hauptprotagonisten liegt, auch wenn vieles seltsam ist. Marino kommt dieses Mal noch schlechter weg als sonst, Benton, der Auferstandene, scheint völlig psychotisch geworden zu sein und Kay selbst ist mal ausnahmsweise nicht die super-perfekte und fehlerlose. Dennoch - das Buch muss man nicht unbedingt haben, und für Nicht-Kay-Scarpetta-Kenner ist es daher absolut nicht empfehlenswert, weil Neuleser mit den vielen Figuren sicherlich überfordert sind und es langweilig finden.
Ich habe das Buch dennoch sehr spannend gefunden und auch ziemlich schnell durchgelesen. Nur 3 Sterne, weil ich finde, dass gerade das Morden hier viel zu leger abgehandelt wird, was ich eigentlich von P. Cornwell nicht erwartet hätte.
Das Ende ist etwas abrupt und lässt viele Fragen offen, die vermutlich im nächsten Roman geklärt werden. Sowas nennt man beim Film wohl Cliffhanger... als Appetizer für die nächste Saison...

doch gar nicht so übel
Nach langem Warten habe ich mich auf die "neue Scarpetta" gestürzt und, okay, es ist keine "echte" Scarpetta. Kay Scarpetta ist in dem Buch eher passiv denn aktiv tätig. Aber, was umso wichtiger ist, endlich schließen sich einige Kreise und auch - oder gar trotzdem - wenn die Gerichtsmedizinerin weniger Detektivarbeit leistet, so ist das Buch dennoch spannend. Keine Hochspannung, okay. Aber der beständig aufgebaute Spannungsbogen führt erst kurz vor
Schluß, wie gewohnt, zum Ende.

Schön war das Wiedersehen mit einem Marino, wie wir ihn kennen, einer Lucy, wie wir sie nicht kennen und über ihre Kaltblütigkeit erstaunt sind, und einem .... , von dem wir ja bereits geahnt haben, daß es ihn noch gibt.
Mir fehlen ein paar mehr Erklärungen für ein paar Warums und Wiesos, und das gesamte Buch ist halt nicht "hochspannend". Daher nur vier Sterne.
Daß Kay nicht so aktiv ist, stört mich persönlich nicht so sehr. Lassen wir uns vom nächsten Buch überraschen, was die Autorin dann wieder ausheckt!

Ganz anders ...
als in ihren bisherigen Kay Scarpetta Werken ist hier schon mal der Schreibstil. Wenn ich mich nicht irre, wird hier erstmalig nicht die Ich-Form angewendet, was allerdings sinnvoll erscheint, da Kay Scarpetta auch nicht mehr die Hauptfigur spielt. Vielmehr wird ständig zwischen den einzelnen Charaktären hin- und her gesprungen, wobei Scarpetta sogar eher als Nebendarstellerin abschneidet. Das plötzliche Wiederauftauchen ihres angeblich ermordeten Geliebten war meines Erachtens nicht ganz so überraschend, ich hatte bereits bei "Das letzte Revier" den Verdacht.
Eigentlich gefällt es mir aber dennoch sehr gut, da man in diesem Buch viel mehr über die jeweiligen Dauer-Gäste wie der Nicht Lucy, Benton und Marino erfährt ... eben nicht bloß aus der subjektiven Perspektive von Kay Scarpetta.
Ein bißchen albern, aber deswegen nicht unspannend, wirkt Lucys Verwandlung zu einem weiblichen James Bond. Im Großen und Ganzen gewinnt man den Eindruck, dass die Autorin keine Lust mehr hatte, sich auf ihren bisherigen Stil festzulegen und bricht mit diesem Buch einfach aus dem "alten Trott" aus.
Das einzige was mich wirklich störte war, dass sich die ganzen Verbrechen, die Kay Scarpetta in den letzten 10 (?) Büchern bearbeite, auf einen großen Über-Verbrecher-Clan addieren. Warum?

Doch alles in allem fand ich das Buch spannend und ich werde das Nächste auf jeden Fall auch wieder lesen.
Siehe auch:

> Die Dämonen ruhen nicht
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/buecher/isbn/3455010210/">Die Dämonen ruhen nicht </a>