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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 25. Mai 2013 

Der europäische Bildungskanon


von Manfred Fuhrmann

Kategorie: Europa: Unis & Bildung
ISBN: 3458172041

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Interessante Einblicke, aber nicht ganz, was ich erwartete
Ich habe das Buch von Fuhrmann gelesen, nachdem ich mich durch "Bildung" von Schwanitz gekämpft hatte - darum muß diese Rezension in diesem Licht gesehen werden. Beide Bücher nähern sich dem Begriff des Bildungskanons, also eines Grundbestandes an Wissen, über den man verfügen sollte, soweit man sich als im klassischen Sinne "gebildet" bezeichnen will. Allerdings unterscheiden sich beide Werke im Ansatz erheblich: Schwanitz liefert im Schweinsgalopp direkt eine Reihe Inhalte mit (insbesondere bei der Geschichte des Abendlandes) und setzt sich in unterhaltsamer Weise mit sozialen Phänomenen auseinander, die sich um Bildung und den Umgang mit ihr ranken. Dabei setzt er sich der Unterhaltung willen ein ums andere mal der Kritik der Oberflächlichkeit und Plakativität aus. Fuhrmanns Buch ist dagegen das wissenschaftlichere: Er fragt nach der Geschichte, die zur Herausbildung dieses akzeptierten Wissensstammes geführt hat und setzt sich intensiv mit der zugehörigen Begrifflichkeit auseinander. Auch die einzelnen Apekte des Bildungskanons wie Literatur, Musik und Kunst werden eher aus der Geschichte heraus erklärt, als daß ein Versuch gemacht würde, tatsächlich zu definieren was denn nun "dazugehört" und was nicht. Mich fesselten insbesondere zwei Aspekte des Buches, die ich vorher nicht in diesem Licht gesehen hatte. Das war zum einen die Herausarbeitung des Gymnasiums in seiner geschichtlichen Dimension als Hüter und Vermittler des Bildungsstammes und zum anderen die mir bislang unbekannte Auseinandersetzung zwischen der klassisch geprägten Bildung und den aufkommenden Naturwissenschaften im letzten Jahrhundert. Jetzt weiß ich endlich, wo die "Realschule" herkommt. Auch der Blick auf die Wurzeln und den ursprünglichen pädagogischen Ansatz der Universitäten ist interessant. Das Buch eignet sich vorrangig für einen Leser, der den Umgang mit wissenschaftlicher Lektüre gewohnt ist, auch wenn es in diesem Bereich eher zur "leichten Muse" zählen mag. Schwanitz ist unterhaltsamer, aber zur seriösen Vertiefung des Kanon-Gedankens ist das Werk von Fuhrmann uneingeschränkt zu empfehlen. (Dies ist eine "Amazon.de Campus"-Studentenrezension.)
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