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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 30. September 2014 

David Copperfield


von Charles Dickens

Kategorie: Dickens, Charles
ISBN: 3458321683

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David Copperfield
Durch John Irving bin ich erneut auf die Dickens-Bücher gestossen und ich muß sagen es ist in unserer Zeit sehr erfreulich, dass es so eine Literatur gegeben hat. Ich habe schon sehr viel gelesen, aber die Poesie, der Humor und überhaupt die gesamte Art und Weise, wie Dickens schreibt ist wunderbar. Ich habe bei vielen Stellen, besonders bei den Beschreibung der Juristerei so darüber gelacht und mich gewundert, dass Dickens das vor so lange Zeit geschrieben hat. Es passt mit einigen Abwandlungen heute noch.

Roman des Erwachsenwerdens mit autobiagraphischen Zügen
Wenn ein Autor eines seiner Bücher als "Lieblingskind" bezeichnet, will das etwas heißen. Das trifft auch auf David Copperfield von Charles Dickens zu. Das 1849/50 veröffentlichte Mammutwerk des zu jener Zeit bereits meistgelesenen englischen Autors ist zweifellos sein berühmtester und beliebtester Roman. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen, der eine harte Kindheit zu überstehen hat und sich doch zu einem respektablen Mitglied der Gesellschaft entwickelt. Nach dem Tod seines Vaters verbringt der junge David Copperfield eine furchtbare Zeit im Haus seines Stiefvaters. Den Misshandlungen in der Schule und der demütigenden Kinderarbeit entflieht David zu seiner Tante nach Dover. Hier verändert sich sein Leben: Er geht in die Schule eines gütigen Lehrers, entwickelt sich zum gefeierten Journalisten und Schriftsteller und heiratet schließlich seine Jugendfreundin. Zahlreiche Nebenhandlungen zeichnen ein detailliertes Bild der Zeit: David lernt eine Vielzahl von Menschen kennen, wie den exzentrischen James Steerforth, die freundlichen Peggottys und Micawbers, aber auch intrigante Speichellecker wie Uriah Heep. Dickens' stark autobiographisch gefärbter Roman gehört zu den großartigsten Werken des englischen Realismus.

Ein Freund fürs Leben
Ich glaube, ich war 13, als ich den "David Copperfield" zum ersten Mal las. Nun, fast 40 Jahre später, dürften gut und gern 15 (oder mehr) Lesereisen durch diesen Roman der Weltliteratur (der übrigens auch das Lieblingsbuch von Aristide Briand, Gustav Stresemann und anderen bedeutenden Persönlichekeiten des 20. Jahrhunderts war) hinzugekommen sein. Dickens' Humor, die leise Melancholie, die über der Jugend des Titelhelden liegt, die zahlreichen (bei hundert habe ich es aufgegeben, sie zu zählen) liebevoll gezeichneten Charaktere und Typen, die atmosphärische Schilderung des gar nicht so guten alten London des 19. Jahrhunderts zogen und ziehen mich immer wieder in ihren Bann, und ich bin sicher, dass mich der Zauber dieses Buches auch beim 20. Mal wieder gefangen nehmen wird.
Im Laufe der Jahre sind sie mir zu Freunden geworden: David, Agnes, Traddles, Pegotty, Emily, Tante Betsey, Mr. Micawber. Ein Charakter wie Steerforth faszinert auch noch bei der 50. Lektüre, die Abneigung, die der Erzähler gegenüber Uriah Heep empfindet, überträgt sich immer noch beim Lesen auf mich. Die Geschwister Murdstone hasse ich von Mal zu Mal mehr. Und was wäre das Buch ohne die vielen kleinen Nebenfiguren, die vielfach mehr sind als bloßes Kolorit: Mr. Mell mit seiner Flöte, der geizige Mr. Barkis, Martha, Doras Tanten, Dr. Chillips, der liebenswerte Mr. Dick, der respektable Litimer...
Der Welt eines Karl May entwächst man mit dem Älterwerden - falls man sich je in ihr heimisch gefühlt hat. Dickens' "David Copperfield" kann einen ein Leben lang begleiten, kann einem ein literarisches Zuhause sein, in das man immer wieder gern zurückkehrt, ein Freund fürs Leben.
Siehe auch:
Dickens, Charles > David Copperfield
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