Ich schreibe täglich an mich selbst
 | von Elisabeth Mardorf
ISBN: 346634414X | Sehr anregend Ich sah das Buch bei meiner Freundin. Die hatte die Autorin letztes Jahr bei einer Lesung erlebt und hatte mir davon vorgeschwärmt. Aber sie wollte mir das Buch nicht leihen, weil sie öfter die Übungen aus dem Buch machte. So habe ich es selbst gekauft. Also, ich find's gut, auch wenn ich auf das lange einführende Kapitel hätte verzichten können. Aber der Rest ist Spitze, man möchte gleich loslegen zu schreiben. Ob es um private Fragen geht, oder darum, was man mit seinem Leben machen will: die Übungen, mit denen man das Tagebuchschreiben zu einer Art Coaching für sich selbst nutzen kann, finde ich sehr gut.
Ein flammendes Plädoyer für das Tagebuch - kaum mehr. Kann man ein Buch über das Tagebuchführen schreiben? Brauchen wir für einen solch intimen wie individuellen Vorgang tatsächlich eine Anleitung? Ich denke nein - erst recht nach dieser Lektüre. Trotz des bereits gefassten Vorsatzes künftig Tagebuch zu führen habe ich noch dieses Buch gekauft. Es vermochte mich in meinem Entschluss zwar zu bestärken und lieferte mir einige Einsichten, insgesamt aber fand ich es nur wenig bereichernd:Die Eignung des Tagebuchschreibens als Mittel der Meditation und Selbstreflexion, die Rolle des Tagebuchs als geduldiger Therapeut und verschwiegener Gesprächspartner in allen Lebenslagen, das Tagebuch als Gedächtnisstütze für die kleinsten Details der eigenen Biographie - all das sind nur allzu bekannte Gründe, die Elisabeth Mardorf nichtsdestotrotz in epischer Breite abhandelt. So hat die Autorin etwa im Vorfeld Ihrer Veröffentlichung zahlreiche Interviews mit Tagebuch-Schreibern geführt und kann daher viele "aus dem Leben gegriffene" Beispiele für diesen und jenen Aussage Ihrer Argumentation anführen. Diese Originalzitate aus fremden Tagebüchern lockern denn auch den Text auf, sie vermögen das Buch inhaltlich aber nur wenig zu bereichern. Allenfalls voyeuristische Gemüter kommen hier auf ihre Kosten. Der Text hat also einige gehörige Längen. Gleichwohl werden Sie, sofern Sie noch nie oder nur gelegentlich Tagebuch geführt haben, sicher auf den Geschmack gebracht. Die Autorin gibt Ihnen auch gleich noch Anregungen für die Praxis des Tagebuchschreibens, für das "Wie", "Wann" und "Wo", sowie einige "Übungen" um der Erkenntnis und dem Schreibfluss auf die Sprünge zu helfen. Wirklich interessant fand ich jedoch einzig das Kapitel, wo sich Mardorf den "Schattenseiten", den Gefahren des Tagebuchschreibens widmet. Diese gibt es in der Tat, wie man vielleicht überrascht erfährt, doch die Autorin nennt Strategien, ihnen zu begegnen.
Tolle Anregungen für eine Lebensbilanz Jetzt zum Jahresende habe ich das Buch wieder hervorgeholt, nachdem ich es letzes Jahr zuerst gelesen hatte. Seitdem schreibe ich Tagebuch, aber jetzt wollte ich einige von den Übungen mal ganz gezielt machen und eine Art Bilanz über mein Leben ziehen. Erst einmal habe ich mein ganzes Tagebuch von diesem Jahr gelesen und war echt überrascht. So vieles hatte ich vergessen. Und an einigen Themen beiße ich mir schon lange die Zähne aus oder komme nicht "in die Pötte". Ich habe jetzt die Übung "Zeitmaschine" gemacht, die in dem Buch vorgestellt wird und habe mir vorgenommen, das nun immer in den letzten Tagen eines Jahres zu machen. Und dann habe ich die Übung "ungeschriebener Brief" gemacht, gleich mehrmals. Das hat mir geholfen, mit zwei Menschen, die im letzten Jahr schwierig für mich waren, innerlich besser klarzukommen.Nahm mir einen Klotz von der Seele. Also, dieses Buch wird zu meinem jährlichen Silvester- Ritual werden. War mir gar nicht klar, dass es einem immer wieder Neues bringt, die meisten Bücher stelle ich nach dem Lesen ja einfach ins Regal zurück. Eine echte Wiederentdeckung. Siehe auch: | > Ich schreibe täglich an mich selbst |
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