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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 23. Oktober 2017 

Was soll das alles?


von Richard P. Feynman

Kategorie: Philosophie & Wissenschaften
ISBN: 3492233163

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Gott und die Welt, Feynman und die Physik
In seinem Buch "Was soll das alles" beschäftigt sich Feynman nicht mit Gedankengängen der Physik, sondern vielmehr um den Platz der Physik im Leben. Scharfsinnige Kommentare die ebenso humorvoll und mit viel Geist angereichert sind, zeigen uns einen Physiker der sich weit über die tiefen der Physik auch mit weltlichen Dinge intellektuell beschäftigt. Existentielle Fragen bekommen eine Antwort von einer Perönlichkeit die nicht nur Geschichte geschrieben hat, sondern sie vor allem selber erlebt hat. Ein Buch das zum Mitdenken animiert.

Ein Physiker ist eben kein Philosoph
Mr. Feynman hat sich in seinen zahlreichen Büchern als hervorragender Wissenschaftler und ausgezeichneter Physiker hervorgetan. Daneben macht einen durch und durch sympathischen Eindruck, der ihn wie einen Lausbub erscheinen läßt (z. B. in "Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman").
Doch ach, gerade das wird ihm in diesem Buch zum Verhängnis, denn in der Physik, in der Wissenschaft überhaupt ist der Zweifel und das Hinterfragen eines (hochintelligenten) Kindes die Triebfeder des Forschens - in einer philosophischen Vortragsreihe kommt man so jedoch nicht weiter.
So brilliant er an anderer Stelle komplizierte Zusammenhänge darstellen kann, so enttäuschend wirkt es, wenn er rhethorische Fragen aneinanderreiht und in meiner Wahrnehmung noch nicht einmal Diskussionsgrundlagen schafft. Er drückt sich so überaus vorsichtig aus, daß eigentlich keine verwertbare Meinung mehr herauskommt.

Klasse - zum Denken anregend
Wie in seinen brillanten Vorlesungen über Physik ("The Feynman Lectures on Physics") motiviert Feynman auch in dieser Abschrift eines dreiteiligen Vortrags das eigene Nachdenken. Feynman referiert u.a. über das Verhältnis zwischen Individuum, Politik und Religion sowie die Frage, ob wir nun in einem wissenschaftlichen Zeitalter leben oder nicht. Zwar gibt er zu, dass die Wissenschaften nie so geblüht haben wie heute. Andererseits werden die Früchte der Wissenschaften nicht unbedingt so genutzt, wie es möglich wäre. Feynman bringt Beispiele aus dem Alltag:

In seiner bestechenden Direktheit stellt er fest, dass in seinem Vortragssaal zwar hinten Zuhörer stehen, aber in der ersten Reihe viele Plätze frei sind.

Er bringt das Beispiel des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA, wo zwei Bewerber ihre Lösungsmöglichkeiten des Landwirtschaftsproblems vertreten: Kandidat A behauptet, man müsse Aktionen 1, 2 und 3 unternehmen, und das Problem ist gelöst, obwohl das die fünf Präsidenten vor Kandidat A auch jeweils behauptet hatten. Kandidat B schlägt ein vernünftiges Vorgehen zur Lösung des Problems vor. Feynman konzediert, dass aller Wahrscheinlichkeit A gewählt wird.

Ausserdem wird gezeigt, wie diverser Alltags- Hokuspokus durch das Einschalten des Gehirns entlarvt werden kann.

Eine Aufwärmübung für den Einsatz des Denkapparats im Alltag und öffentlichen Leben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Siehe auch:

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