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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 23. Mai 2013 

Der Fall Deutschland. Abstieg eines Superstars


von Stefan Aust

Kategorie: Wirtschaft
ISBN: 3492248012

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Alte MĂ€nner dĂŒrfen reden
Hier dĂŒrfen sie also nochmal reden, die alten MĂ€nner, die an allem Schuld sind: Ist das mehr als wir schon aus diversen Talkshows kennen ( hĂ€tten wir sie denn gesehen)? Dieses Buch erklĂ€rt allerhöchstens einige wenige Punkte, macht aber dem politisch, wirtschaftlich interessierten Leser gar nichts klar von dem was zum "Abstieg" Deutschlands fĂŒhrte. Es ist schon positiv, wenn jemand der Herren zugibt, er hĂ€tte das zum gegebenen Zeitpunkt nicht so sehen können. Hilft das zukĂŒnftige Fehler zu vermeiden? Und warum diese MĂ€nner? Weil es keine anderen gab, weil sie alles symbolisieren, Macht und mitunter auch den eigenen Abstieg? MĂ€nner wie Helmut Schmidt oder Richard von WeizsĂ€cker verdienen jeden Respekt, aber haben sie sich nicht woanders hinlĂ€nglich und klug geĂ€ußert? Muß man alles in BĂŒcher pressen? Und können Menschen wie einer der Banker, der beschreibt, dass damals alle Chancen da waren, weil ja die Generaion vor ihnen im Krieg geblieben sind ( und Frauen kamen ja im so bedeutsamen Aufbau der deutschen Wirtschaft nicht vor ), hĂ€tten solche MĂ€nner heute noch Chancen? Sind das die Menschen, die den Wiederaufstieg Deutschlands gestalten sollten? Oder wĂ€re es nicht interessanter gewesen, jĂŒngere zu befragen, denen es sehr wohl gelungen ist, abseits der großen Show und des politischen Rampenlichts wirtschaftlich solide erfolgreich zu sein?
Oder stehen die Herren nur Herrn Aust und Mitautoren so nahe, dass es einfach und unaufwĂ€ndig war, deren Ansichten zu Papier zu bringen? Ist es nicht Zeit, dass sich solche Menschen mal nicht mehr Ă€ußern dĂŒrfen, sondern die, die Mut haben und Ideen?
Schade um das Geld, ein Hartz IV EmpfÀnger wird sich dieses Buch nicht leisten können, das ist wahrscheinlich kalkuliert.

Nicht falsch - aber nicht gut
Ich habe mir das Buch vor einiger Zeit gekauft und gelesen, habe also die Einzelheiten nicht mehr so parat. Insgesamt war das Buch fĂŒr mich - ich bin selbst Volkswirt - enttĂ€uschend. Da ist vieles doch sehr vereinfacht. Der Autor versucht zudem teilweise volkswirtschaftliche Begriffe wie Sparen und Investieren zu vermeiden und erfindet statt dessen merkwĂŒrdige eigene Begrifflichkeiten. Es ist halt das Buch eines Spiegel-Journalisten, der flapsige SprĂŒche einer sachlichen Sprache vorzieht. Dem ernsthaft am Thema interessierten Leser empfehle ich statt dieses Werks die BĂŒcher von Hans-Werner Sinn.

Viele gute AnsÀtze, jedoch nicht konsequent genug
Gabor Steingart erfasst die ZusammenhĂ€nge unserer jĂŒngeren Geschichte (Adenauer - Heute) grĂ¶ĂŸtenteils sehr genau und formuliert den Kern der Probleme einleuchtend. Neben den interessanten Einblick in die (frĂŒhen) Fehler der BRD sind auch seine LösungsansĂ€tze Ă€ußerst sinnig. Jedoch, und das ist der Punkt der die 5 Sterne verhindert, sind seine VorschlĂ€ge fĂŒr einen Ökonom nicht weit genug gedacht. Der Vorschlag eine Aktiensteuer einzufĂŒhren, damit Investitionen in Deutschland zu vernichten ist absurd und wĂ€re kontraproduktiv. Der damit verbundene Vorschlag die Sozialkosten vom Lohn unabhĂ€ngig zu machen ist hingegen sehr gut, muss aber anders finanziert als mit einer Aktien(gewinn)steuer.

Insgesamt ist das Buch aber zu empfehlen, fĂŒr die Entwicklung einer objektiveren Meinung nĂŒtzt es allemal.
Siehe auch:

Wirtschaft > Der Fall Deutschland. Abstieg eines Superstars
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