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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 24. Mai 2013 

Die Soldaten des Bösen


von Tom Segev

ISBN: 3499188260

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Geschichte der KZ-Kommandanten
Was waren das für Menschen?Was bewegte sie und was waren die Motive?Hatten sie Gefühle,oder einen Trieb zum morden?Waren es die äußeren Umstände,Erlebnisse in der Kindheit oder die Schmach des verlorenen Weltkrieges?Diesen und anderen Fragen ist der Autor nachgegangen und stellt alle KZ-Kommandanten vor.Wer sich für das Thema interessiert,sollte das Buch unbedingt lesen!

Verschenkte Möglichkeiten und bedauerliche Fehler
Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint. Leider trifft diese lapidare Aussage auch auf "Die Soldaten des Bösen zu". Warum? Der Autor hat in akribischer Recherchearbeit Informationen über KZ-Kommandanten zusammengetragen, die in ihrer Dichte erschreckend und Atem beraubend zugleich sind. Leider entstand aus diesem Material "nur" eine Aneinanderreihung von Biographien (bzw. deren Teilen). Außerdem lässt sich der Verfasser zu einigen bedauerlichen Behauptungen hinreißen, die in der gebrauchten Form unzutreffend oder schlicht falsch sind. So gilt Martin Bormann als der mächtigste Mann nach Hitler, ihn als Adjutanten zu klassifizieren, tut den tatsächlichen Adjutanten unrecht. Schlichtweg falsch ist die getroffene Einstufung des "Lebensborns" als Menschen-Zuchtanstalt. Schade, dass aus der Fülle des Materials nicht mehr gemacht wurde. Andere Autoren haben bewiesen, dass es möglich ist.

Recherchen eines Journalisten
Soweit bekannt ist, gab es zwischen 1933-1945 insgesamt 20 offizielle Konzentrationslager, von denen manche allerdings nur kurzfristig bestanden, weil sie erst in den besetzten Ländern gegründet wurden und der spätere Rückzug der Wehrmacht die Auflösung erzwang. Diese KZs unterhielten insgesamt etwa 1.000 Nebenlager, in denen es oft noch schrecklicher zuging, als in den Hauptlagern. Rund 50 Lagerkommandanten befehligten im Laufe der Jahre diese 20 KZs (es gab natürlich immer wieder Wechsel - die einen wurden versetzt bzw befördert, andere gingen freiwillig an die Front, ein oder zwei begingen sogar Selbstmord). Als der Autor 1973 mit seinen Recherchen begann, lebten von diesen ehemaligen Kommandanten noch drei. Zwei davon konnten interviewt werden, wobei das Ergebnis für sich selbst sprach: keine Einsicht, kein Schuldbewußtsein. Das Buch, das ohne Unterstützung des amerikanischen Document Centers Berlin - damals im alleinigen Besitz des fast lückenlosen SS-Archivs - gar nicht realisiert hätte werden können, beinhaltet keineswegs den Lebenslauf aller 50 Kommandanten (insoweit ist der Buchtitel irreführend), sondern nur von einigen dieser Typen. Namen des Schreckens finden sich dabei: Joseph Kramer, Franz Stangl, Max Pauly, Rudolf Höß, um nur einige zu nennen. Immerhin ist dieses Buch die einzige Arbeit, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Deshalb ist es auch so lesenswert.
Siehe auch:
> Die Soldaten des Bösen
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