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Sadomasochismus
ehrliches Interesse am "Andersartigen" Bestechend ist das ernsthafte Bemühen der Autoren, das Phänomen des Sadomasochismus vorurteilsfrei zu beschreiben. Dabei geht es nicht schlechthin um äußere Erscheinungsformen. Vielmehr wird dem Innenleben der entsprechenden Personen der Platz eingeräumt, der ihm gebührt. Das Buch entstand im Ergebnis eines Forschungsprojekts an der Uni Trier, wobei der methodische Ansatz eine erstaunliche Nähe zum Untersuchungsgegenstand ermöglichte. Es wurden zahlreiche Gespräche mit Menschen mit S/M-Neigungen geführt. Diese waren ganz offensichtlich geprägt von der Achtung des Anderen, unabhängig von dessen "Andersartigkeit". Das schafft eine Authentizität, wie sie das Thema erfordert und die alleine durch Betrachtungen von seiten Außenstehender nicht möglich ist. Es werden ferner interessante Überlegungen zum Sadomasochismus im gesellschaftlichen Rahmen angestellt. So wird z.B. auf das Problem von Sadomasochismus und Gewalt eingegangen. Dem schwulen und lesbischen Sadomasochismus wird jeweils ein eigenes Kapitel eingeräumt. Bedenken und Vorurteile unserer Gesellschaft werden sachlich diskutiert. Das Buch ist einerseits denjenigen sehr zu empfehlen, die sich selbst darin wiederfinden, andererseits aber besonders denen, die in sich selbst in keinerlei Form S/M-Neigungen spüren und Einblick in diese wichtige Seite vieler Mitmenschen suchen.
Verantwortlich angepackt und fernab jeder Yellowpress Die "Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftliche Forschung Universität Trier" interviewte 1993 die Szene - was hier so trocken klingt, ist in Wahrheit die einzige wertungsfreie, deutsche Studie über Sadomasochismus. Weiblichem und homosexuellem Masochismus wurden eigene Kapitel gewidmet. Wer Zahlen nicht scheut und echtes Interesse an den sozialen Gegebenheiten und facettenreichen Persönlichkeitsbildern "der Szene" hat, sollte zu den Lesern gehören.
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