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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 1. November 2014 

Die Schattenseite des Mondes


von Renate Klöppel

Kategorie: Psychose
ISBN: 3499619415

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Einblick in die Wahnwelt einer Schizophrenen
Eine Kunststudentin, verheiratet und Mutter eines kleinen Sohnes, verliebt sich hemmungslos in ihren Professor, steigt ihm in Bars und Diskotheken nach und hört auf, sich um ihre Familie zu kümmern. Das wäre vielleicht noch „normal", wäre da nicht ein „Zauber" über sie gekommen. Den haben ihre neidischen Mitstudenten über sie gebracht: schwarze, vergiftete Pfeile, die in ihrem Körper stecken und sie töten werden. Maria, wie die Hauptperson im Buch heißt, verliert sich immer mehr in einer Welt der Schrecken einerseits und der unendlichen Liebe des Professors auf der anderen Seite. Sie erkennt zwar, dass ihre Wirklichkeit nicht mehr dieselbe ist, wie die der anderen, begreift aber ebenso wenig wie die Angehörigen die Ursache der Veränderungen. Ihr Mann reicht die Scheidung ein, der Sohn kommt zur Schwiegermutter. Erst nach Monaten wird nach einer Zwangseinweisung in die Psychiatrie die Diagnose gestellt: Schizophrenie. Es folgt ein Auf und Ab mit neuen psychotischen Schüben, bis die Erkrankte endlich erkennt, dass sie selbst durch ihr Verhalten den Verlauf der Krankheit beeinflussen kann. Den Schluss des Buches fand ich beim Lesen etwas zu schön. Ein Blick auf den Lebenslauf der Hauptperson, die es ja wirklich gibt und deren Lebensdaten im Buch abgedruckt ist, bestätigte mir jedoch, dass er wohl tatsächlich der Wirklichkeit entspricht.
Zum ersten Mal habe ich bei der Lektüre dieses Buches verstanden, was in einem Menschen vorgeht, der an Schizophrenie erkrankt hat. Meine Vorstellung einer „gespaltenen Persönlichkeit" hatte praktisch nichts damit zu tun, was die Erkrankung tatsächlich ausmacht. Das Buch ist bei Rowohlt als Sachbuch erschienen, was verständlich ist, weil es eine wahre Lebensgeschichte ist. Geschrieben ist es aber wie ein ungemein fesselnder, stellenweise auch erschreckender Roman, dessen Sprache darüber hinaus sehr bildhaft und schön ist. Mein Urteil: Sehr empfehlenswert für jeden, der mehr über Schizophrenie wissen möchte.

ein mutiges Buch!
Es wird die Geschichte einer schizophrenen Erkrankung beschrieben, sehr lebensnah, sehr deutlich, gut nachvollziehbar. Als Leserin leidet man mit, weil es sehr lange dauert bis psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen wird. Da ich selber beruflich mit psychisch Kranken zu tun habe, wünsche ich mir, dass dieses Buch eine breite Leserschaft findet, vor allem in der Allgemeinbevölkerung, damit solche langen Leidensphasen, die durch Unwissenheit über die Erkrankung entstehen, verkürzt werden können. In dem Buch wird auch sehr gut dargestellt, wie die ganze Umwelt in Mit-Leidenschaft gezogen wird und wie wichtig es ist, dass die Familienmitglieder Geduld haben.
Ich fand das Buch sehr spannend, habe es an einem Tag ausgelesen und habe mich gefreut über den Mut mit der Krankheit so an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Schattenseite des Mondes
Das Buch ist aus der Sicht und dem eigenen Krankheitserleben einer an Schizophrenie erkrankten Frau geschrieben. Ihre jeweiligen Krankheitsschübe und das Absetzen der Medikamente in Zeiten, in denen es ihr gut geht, bis zur späteren Einsicht, daß es ohne Medikamente nicht gut gehen kann. Erst die regelmäßige Einnahme von Medikamenten und die regelmäßigen Kontakte zu ihrem Psychiater halfen ihr sog. Frühwarnzeichen zu erkennen und bei drohenden Krankheitsschüben rechtzeitig zu reagieren.
Durch meine Arbeit mit psychisch Kranken kann ich das Leben der Protagonistin mit der Krankheit und den krankheitsfreien Zeiten gut nachvollziehen. Es ist alles perfekt beschrieben.
Siehe auch:
Psychose > Die Schattenseite des Mondes
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