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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 19. Oktober 2017 

Target


von Marcus Hammerschmitt

ISBN: 3518393472

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im Wald stehen gelassen
Eine Gruppe Forscher bricht auf, um den merkwürdigen Wald auf dem Planeten Target zu erkunden. Die Expedition steht unter militärischer Kontrolle, da der Planet im Allgemeinen als Truppenübungsplatz benutzt wird. Und auch die Militärs wollen wissen, was es mit diesem Wald auf sich hat. Denn allen ist klar, daß es dort nicht mit rechten Dingen zugeht, aber niemand weiß etwas genaues. Doch auf das, worauf die Forschergruppe schließlich stößt, ist wohl niemand wirklich vorbereitet.
Der Autor erzählt aus der Sicht eines Androiden, der an dieser Expedition teilnimmt. Dieser Android leidet ganz offensichtlich unter der Diskreminierung der anderen Gruppenmitglieder, was der Geschichte einen etwas melancholischen Ausdruck gibt. Der Spannungsaufbau, die Personen und die Schreibweise sind nicht schlecht, aber noch nicht ganz ausgereift. Die Ideen dagegen sind richtig gut.

Wozu der Vergleich mit Lem?
"Target" von Marcus Hammerschmitt ist ein sehr kurzweiliger Science-Fiction-Roman, der in einer (für das Genre) recht niveauvollen und doch schlichten Sprache geschrieben ist. Vergleiche mit Stanislaw Lem sind dabei aber unfair, da dieser nun mal in einer anderen Liga spielt als seine SF-Kollegen. Die Geschichte um die Expedition zum Planeten Target ist vielleicht nicht besonders originell, wirkt aber plausibel und kann mit vielen interessanten Details aufwarten. Auch ist der Blickwinkel ungewöhnlich: Ich-Erzähler ist die VED, eine Art Allzweck-Roboter mit menschlichem Persönlichkeitsprofil und viel Sinn für Humor. FAZIT: Es gibt wahrscheinlich kaum bessere Science Fiction aus Deutschland. Unbedingt lesenswert!

Target
Nun ja, Lem, ist schon besser oder besser: anders. Hammerschmitt macht Spaß, hat eine angenehme Sprache, und versteht es, spannende SF zu schreiben. Die Szenarien sind etwas dreckig und kaputt. Die Idee, einen Roman aus der Sicht eines leicht zur Romantik neigenden Computers zu schreiben, ist reizvoll und nicht ohne Witz umgesetzt. Target bleibt bis zum Ende aufregend, kein vordergründig erhobener Zeigefinger (sehr angenehm), schöne Verschwörungstheorie im Hintergrund und eindrückliches Sterben aller beteiligten Humanoiden. Ich war überrascht, soetwas von einem Deutschen zu lesen.
Siehe auch:
> Target
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