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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 24. Oktober 2014 

So fangen die Geschichten an.


von Amos Oz

Kategorie: Israel
ISBN: 351840914X

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Neue Zürcher Zeitung
Anfangsvertrag

Eine Studie von Amos Oz

«Eine Geschichte anfangen bedeutet immer, eine vertragliche Bindung zwischen Autor und Leser anzuknüpfen»: von diesem Gedanken ausgehend, analysiert der israelische Schriftsteller Amoz Oz die Anfänge verschiedener Romane und Erzählungen der Weltliteratur und die darin versteckten Verträge. «Effi Briest» von Fontane und «Die Nase» von Gogol, «Der Landarzt» von Kafka und «Rothschilds Geige» von Tschechow, «Im Mittag ihrer Tage» von S. J. Agnon, «Auftakte» von S. Yishar und «Der gestreifte, furchteinflössende Tiger» von Jaakow Shabtai, schliesslich «La Storia» von Morante, «Niemand sagte irgendwas» von Carver und von Marquez «Der Herbst des Patriarchen» dienen Oz als Beispiele dafür, dass jeder Anfang als «Auskunftsschalter am Eingang der Geschichte» fungiert: Erzählhaltung und Stil lässt er ebenso erahnen wie die Handlung und die psychologische Beschaffenheit der Figuren. Aber im Anfang kann auch Täuschung liegen, wenn nämlich ein unzuverlässiger Erzähler weniger zu wissen vorgibt, als er wirklich weiss, oder wenn er sich objektiv gibt, während er subjektiv bleibt. Dabei versucht Oz keineswegs, eine literarische Theorie zu formulieren, sondern will die erzähltechnischen Manöver nachvollziehbar machen, mit denen Autoren ihre Leser ködern. Als aufmerksamer Leser, der sich auf den Anfangsvertrag mit dem Autor einlässt, und zugleich als textimmanenter Interpret, der der Sprache jede verborgene künstlerische Dimension entlockt, tritt Oz in diesen Essays auf, die auf seine Lehrtätigkeit an Schulen und Hochschulen in Israel nzurückgehen und nun auf deutsch erschienen sind. Als Lehrer muss Oz überzeugend gewirkt haben, weil seine Lesebegeisterung immer deutlicher bleibt als die pädagogische Absicht. In den Essays gelingt es ihm, diese Begeisterung auch seinen Lesern mitzuteilen.

Stefana Sabin

Kurzbeschreibung
"Wer hat denn noch nie so vor einem weißen Blatt gesessen, das einen mit zahnlosem Maul anbleckt: Bitte schön, laß mal sehen, ob du das Zeug hast, mich anzurühren.
Aber der Kopf birst doch angeblich schier vor Gedanken, Gefühlen, Intrigen, Ideen und Ereignissen, die darauf drängen, zu Papier gebracht zu werden! Ja, aber was hilft das? Das leere Blatt liegt öd und leer da und sagt einem nicht, womit man anfangen soll. Ein leerer Bogen ist praktisch eine...


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