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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 22. Mai 2013 

Hilfe und Selbsthilfe nach einem Trauma


von Ulrike Schäfer

Kategorie: Trauma
ISBN: 3525462506

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Alles bleibt anders


Trauma - dieses Wort aus dem Griechischen für Verletzung" oder Wunde" hat in den letzten Jahren eine wahre Inflation erlebt.
Von der negativen Seite her wird Trauma nur all zu oft für alle möglichen Ereignisse und Umstände verwendet, die im Grunde genommen als ganz natürlich und menschlich verkraftbar anzusehen sind. Aus einer vermeintlichen Belanglosigkeit wird eine Tragödie - und somit wird der Begriff selbst mehr und mehr aufgeweicht.
Dagegen bewirkt die Verwendung des Begriffs Trauma" im positiven Sinne, dass man auch in der Allgemeinbevölkerung verstärkt auf die Auswirkungen für die Menschen achtet.
So ist ein Trauma zu verstehen als ein Ereignis, bei dem ein Mensch konfrontiert (wird) mit der Möglichkeit des eigenen Todes oder mit der Möglichkeit oder auch dem tatsächlichen Eintreten des Todes anderer, mit einer schweren Verletzung der eigenen Person oder Verletzungen anderer, mit einer Bedrohung der körperlichen und/oder seelischen Integrität, der eigenen oder der anderer" (S.11). Solche traumatisierenden Ereignisse können sich beispielsweise in Form von Verkehrsunfällen, Naturkatastrophen oder auch Gewalt, Terror oder Kriminalität äußern.
Das vorliegende Buch sortiert und ordnet die wesentlichen Punkte rund um die Thematik Trauma. Wer ist betroffen? Welche Reaktionsweisen liegen im Bereich des Üblichen? Wie wirken sich Trauma auf das nähere und weitere Umfeld aus? Wie können sich Traumata auf partnerschaftliche Beziehungen auswirken? Welche körperlichen und seelischen Folgen können in der posttraumatischen Zeit auftreten? Wie gehe ich mit Flashbacks, Ängsten, Schuldgefühlen oder Konzentrationsstörungen um? Welche Medikamente sind ratsam?
Dies sind nur einige Fragen, welche in dem Buch sehr sorgfältig besprochen werden. Daneben gibt das Autorentrio auch Hinweise zum Umgang mit Kindern. Wie kann ihnen nach einem Trauma überhaupt und wie bei sexuellem Missbrauch im besonderen geholfen werden?
Die Erläuterungen zu Therapieformen und -inhalten ergänzen die vorrangegangen Schilderungen und runden diesen Ratgeber für seelisch schwer belastete Menschen und ihre Angehörige" ab. Hierbei sind insbesondere die vorgestellten Imaginationsübungen von großer Bedeutung.
Abschließend erfolgen noch Hinweise zu Selbsthilfegruppen, Literaturhinweise und Internetseiten.
Die eingefügten Fotographien und Kurzzusammenfassungen der Kapitel lockern den gut strukturierten Text gut auf und ermöglichen ein wohl dosiertes Lesen des Buches mit entsprechenden Ankerpunkten.
Im Vorwort zeigt sich meines Erachtens im besonderen die Sorgfalt der ausgewiesenen Fachleute. Sie geben hier keinen Ratgeber heraus, der eine Therapie ersetzen soll. Vielmehr geht es ihnen um Aufklärung, Ermutigung und eine verständliche Schilderung der wichtigsten Punkte, um ein Trauma angemessen zu bewältigen. Ulrike Schäfer, Eckart Rüther und Ulrich Sachsse appellieren an die Leserinnen und Leser, mit sich selbst behutsam umzugehen, sich Zeit zu lassen und ruhig auch Kapitel, die momentan nicht hilfreich erscheinen oder zu belastend wirken, zu überspringen.
Im Gesamten ein sehr hilfreicher Ratgeber, der nicht zu oberflächlich ist, sondern in dichter Form weiterhilft. Nach einem Trauma bleibt alles anders und es bedarf Kraft, Begleitung und Ermutigung, ein Trauma zu überwinden. Dieses Buch ist ein hilfreicher Beitrag auf dem Weg zur Bewältigung bzw. Überwindung von Traumata und kann Betroffenen, Angehörigen, aber auch pädagogischen und therapeutischen Fachkräften hilfreiche Impulse schenken.

Siehe auch:
Trauma > Hilfe und Selbsthilfe nach einem Trauma
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