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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 19. Mai 2013 

Unter Mördern


von Roland Garve

Kategorie: Militär, Polizei & Justiz
ISBN: 3548359817

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Ein ergreifendes Schicksal
Beim Lesen des Buches wurde mir klar, wie stark ein Mensch sein kann. Ich bewundere den Autor. Durch seine eindrucksvolle Schreibweise und exakte Schilderung des Stasi-Knastes hat er mir - ganz persönlich - einen Eindruck vermittelt können, was für eine Diktatur die DDR war und wie sie sich tatsächlich nach aussen darstellte. Ich fand das Buch nicht nur spannend - es musste einfach geschrieben werden...

Interessant, aber stilistisch schwer zu ertragen
Dieses Buch ist interessant. Garve beschreibt das Gefängnisleben in Brandenburg-Görden authentisch und penibel: sanitäre Bedingungen, Tagesablauf, Rivalitäten zwischen „Politischen" und „Mördern", Homosexualität vieler „Lebenslänglichen", Umtriebe von Stasi-Zuträgern, medizinische Versorgung der Häftlinge, Arbeitsbedingungen in den Häftlingsbetrieben ... eine Welt, die jemandem, der nie in der DDR eingesessen hat, wohl sehr fremd bleiben wird. Einige Fragen bleiben offen: Was geschah zwischen seiner Festnahme wegen „versuchter Republikflucht" und seinem Eintreffen in Brandenburg? Warum wurde er schließlich dann doch in den Westen abgeschoben? Aber das sind die Fragen eines Buchlesers, der gern etwas mehr über „seinen Helden" erfahren möchte. Auf dem Buchumschlag kommentiert der Verlag „Garves Bericht ist präzise, erschütternd - und zugleich voll von schwarzem Humor". Das Buch ist keine Tatsachenerzählung, es ist lediglich ein Bericht. Der Autor berichtet, was ihm wichtig erscheint, ausschließlich aus seiner Perspektive - und das ist eindeutig die abgehoben-unpersönliche Perspektive eines Zahnmediziners. Medizinisch kühl charakterisiert er Menschen oft ausschließlich durch Schilderung von Anamnese und Diagnose ihrer Mundhöhle. Was auf dem Umschlag als „voll schwarzem Humor" gepriesen wird, ist die oft zynisch-unterkühlte Sprechweise eines Zahnmediziners. Daher kosteten mich die Lektüre der letzten zweihundert Seiten dieses Buchs Überwindung.

Lesenswert
Der Auto schafft es, seine Geschichte so zu erzaehlen, dass man ihm zuhoeren moechte. Auch wenn man nicht in der DDR gelebt hat oder durch Verwandte die dort lebten einen gewissen "Hintergrund" fuer diese Zeit hat, kann man die Schilderungen von Garve nachvollziehen und sich in diese Welt hineindenken. Ein Punkt, den einige Buecher dieser Kategorie nicht erfuellen konnten.
Siehe auch:
Militär, Polizei & Justiz > Unter Mördern
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