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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 21. August 2014 

Die Bibliothek der Zukunft


von Dieter E. Zimmer

ISBN: 3548362834

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Wer es haargenau wissen will, der wird bestens bedient.
Im Zeitalter der Digitalität erlebt die Schrift einen Umbruch: Sie wechselt zunehmend vom analogen in den digitalen Zustand. Und was machen die Bibliotheken? Wie lange gibt es denn noch die Bibliothek aus Stein, Beton und Glas? Diese Frage versucht Dieter E. Zimmer - freier Journalist und Schriftsteller - in seinem Buch zu beantworten.

„Die Bibliothek der Zukunft" gliedert sich in drei Abschnitte: Den theoretischen Teil, den speziellen / praktischen Abschnitt und den Anhang - einen kommentierten Linkkatalog mit vielen interessanten und empfehlenswerten Internetadressen.

Gründe, die für die Digitalisierung einer Bibliothek sprechen, werden vom Autor genannt. Diese sind unter anderem das zunehmende Lagerproblem der Bibliotheken (Wie wenig Raum benötigen hier digitale Informationen!), wachsende Schwierigkeiten beim Auffinden einer Information, die Vielfalt an gestalterischen Möglichkeiten mit Hypertext und der Verfall alter Bücher, der einem Informationsverlust gleichkommt.

Der Autor verweist aber auch auf die Grenzen einer virtuellen Bibliothek. Denn schon aus Kostengründen bleibt diese Vorstellung eine Utopie.

Der Autor kennt sich aus, das wird dem Leser schnell klar. Aber möchte er es wirklich so genau wissen? In seinen Beschreibungen geht Zimmer bis ins Detail, deckt alle Eventualitäten ab und überfordert damit den Laien. Vor allem, wenn er versucht, dem Leser diverse computertechnische Begriffe gleichzeitig näher zu bringen. Er selber ist bestens im Thema und merkt gar nicht, wie schwierig es wird, ihm zu folgen.

In seiner Gesamtheit erweckt das Buch den Eindruck, als ob es eine bloße Aneinanderreihung von Artikeln wäre. Artikel, die der Autor als freier Schriftsteller möglicherweise für seine „Stammzeitung" „Die Zeit" verfasst hat. Oft sucht der Leser vergeblich nach einem roten Faden, der ihn durch das Buch geleitet. Zusätzlich verstärkt wird dieser Eindruck durch ständige Wiederholungen. Sollen diese das Erinnerungsvermögen steigern oder sind sie ein unerwünschter, nicht bereinigter Nebeneffekt durch das Zusammenstellen loser Schriften?

Zugute halten muss man ihm aber seine stets neutrale und nüchterne Position. Keine Euphorien - bei Zimmer hat alles eine Kehrseite. Das Verständnis fördern anschauliche Beispiele - persönliche Erfahrungen, wie es scheint. Überhaupt baut „Die Bibliothek der Zukunft" sehr stark auf die persönlichen Erfahrungen des Autors auf. Es hat auch dadurch den Anschein, als wäre dies ein Buch eines Journalisten für Seinesgleichen. Ein Erfahrungsaustausch unter Kollegen, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigen und gleiche Probleme zu bewältigen haben.

Wen es interessiert und wer es haargenau wissen will, der wird bestens bedient. Man erhält eine Darstellung der Ist-Situation und einen Ausblick in die Zukunft - alles immer in Bezug zum Aggregatzustand der Schrift.
Siehe auch:

> Die Bibliothek der Zukunft
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