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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 23. Dezember 2014 

Wir lassen uns nicht kaufen. Keine Kapitulation vor der Macht der Wirtschaft.


von Noreena Hertz

Kategorie: Konzern
ISBN: 3548363903

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Aus der Amazon.de-Redaktion
Wir leben in einer Welt der "schleichenden Übernahme". Die Politik ist auf dem Rückzug, statt gewählter Regierungen bestimmen globale Konzerne das Geschehen. "Die Wirtschaft ist am Ruder", schreibt Bestsellerautorin Noreena Hertz, "Unternehmen sind zu Monstren geworden, globale Giganten, die enorme politische Macht besitzen" und "mit ihrer imperialen Herrschaft Staaten knebeln". Der ungebremste globale Kapitalismus führe zum Tod der Demokratie.

Das klingt nach strammem Antikapitalismus, nach Globalisierungskritik der gewohnten Dampfhammermethode. Das klingt so, ist es aber nicht. Die Autorin hält den Kapitalismus "eindeutig für das beste System für die Schaffung von Wohlstand". Dennoch könnte ihre Kritik kaum schärfer sein: Ganz entgegen den Verheißungen neoliberaler Heilsprediger öffne sich die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr. Und es gerate aus dem Blick, dass Wirtschaftswachstum ursprünglich einem höheren Zweck diente: Wohlstand für alle. Es sei an der Zeit, das kapitalistische Pendel, das unter neoliberaler Ägide zu sehr in einer Richtung ausgeschlagen sei, wieder in die andere Richtung zu lenken und soziale Gerechtigkeit wieder auf die politische Tagesordnung zu setzen.

Das Buch belässt es indes nicht bei Bestandsaufnahme und Kritik. Es attackiert nicht nur und zeigt Ungerechtigkeiten und Ungleichgewichte auf, sondern entwirft das Modell einer Gesellschaft, die jener schleichenden Aushöhlung des Handlungsspielraumes von Staat und Politik Einhalt gebieten könnte -- seine Konturen sind zwar noch schwach, aber erkennbar. Es ist die Vision einer starken Zivilgesellschaft, die als Korrektiv sowohl gegenüber der Wirtschaft als auch gegenüber der Politik wirkt: "Da weder die Wirtschaft noch die Politik ohne die Unterstützung der Bevölkerung überleben kann, sind wir in einer starken Position, wenn wir uns zusammentun und gemeinsam auf Veränderungen drängen. Als Verbraucher müssen wir wachsam sein; als Protestierende müssen wir unsere Politiker dazu zwingen, die Gefahren der Untätigkeit zu erkennen und angemessen zu reagieren." Und da ist die 34-jährige Autorin aktiv mit dabei, etwa bei den Protesten in Genua -- gewappnet mit Halstuch, Zitrone und Essig. Gegen das Tränengas. --Winfried Kretschmer

Kurzbeschreibung
Noreena Hertz, 35-jährige Cambridge-Dozentin, zeigt in einer engagierten, provokativen Bestandsaufnahme, wie Konzerne Regierungen manipulieren und dass mittlerweile Boykotte der Verbraucher und ihre täglichen Kaufentscheidungen mehr Wirkung haben als der Gang zur Wahlurne.

Ihr Buch ist nicht antikapitalistisch. Doch es erhebt Zweifel an einem System, in dem wenige gewinnen und viele verlieren.


Siehe auch:
Konzern > Wir lassen uns nicht kaufen. Keine Kapitulation vor der Macht der Wirtschaft.
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