Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 19. Juni 2013 

Antonias Wille


von Petra Durst-Benning

Kategorie: Durst-Benning, Petra
ISBN: 3550084218

Kommentar abgeben
Spannend
Ich habe Antonias Wille kaum mehr aus der Hand legen mögen. Petra Durst-Benning hat einmal mehr einen Roman voller historischer Fakten in eine Sprache verpackt, die sich mit Leichtigkeit liest. Die Geschichte von Rosanna, die trotz der Schicksalschläge etwas aus ihrem Leben macht, ist nicht nur ausgesprochen spannend sondern auch sehr bewegend. Die Köhler-Tochter Rosanna, die zunächst als Magd missbraucht und vom Sohn der Familie verführt wird, schafft es trotz unehelichem Kind, ihren Status in der Gesellschaft zu erobern. Sie heiratet einen alten Sonderling, der allerdings viel zu bald stirbt. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr, welch unglückselige Rolle Simone, Schwester des Kindsvaters und glühende Verehrerin von Rosanna in deren Leben spielt. Simone ist es schliesslich auch, die dafür verantwortlich ist, dass das Leben von Rosanna ein tragisches Ende findet.

Ich hoffe, Petra Durst-Benning schreibt noch viele weitere Bücher im Stile von Antonias Wille.

Was für ein Hochgenuss!!!
Habe die Tage gezählt, bis der neue Durst-Benning endlich zu kaufen war. Und nach drei Tagen ist er schon wieder ausgelesen!!! "Antonias Wille" ist mit Abstand das beste Buch der Autorin - noch viel besser als die Glasbläserin - ich hätte nicht gedacht, dass dies möglich ist.
Um was geht es: Julie, die zusammen mit ihrer Freundin Theo in Freiburg eine Kunstschule führt, bekommt eines Tages Besuch von einem Privatdetektiv. Dieser erzählt ihr von einer Großtante, die viele Jahre in Japan lebte und nun im Alter nach Deutschland zurück gekehrt ist. Diese Großtante - Antonia Fahrner - will Julie kennenlernen, und noch mehr: Sie will ihr einen fantastischen Berghof im südlichen Schwarzwald überschreiben. In diesem Berghof wurde um 1900 herum das erste Hotel weit und breit eröffnet. Die alte Frau und Julie besuchen gemeinsam das verwaiste Gebäude und Julie ist hingerissen von der Ausstrahlung der alten Gemäuer, von der Aussicht, die man von diesem Bergplateau hat, von den Möglichkeiten, die sich hier oben bieten. Im Geist sieht sie sich schon ihre neue Kunstschule in der traumhaften Naturkulisse einrichten. Doch Antonia knüpft an ihr Geschenk eine Bedingung ...
Nach dieser zeitgenössischen Rahmenhandlung - ein Novum für die Autorin - taucht der Leser zusammen mit Julie ein in die Historie. Das Lesen alter Tagebücher, das Durchblättern alter Fotoalben, Eintauchen in vergangene Welten, Abtauchen in menschliche Abgründe ... Dazu die Farben des Schwarzwaldes, Sitten und Bräuche, der Duft der Tannennadeln - alles ist so sinnlich geschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst dabei zu sein! Glücksgefühle, die einen auf Schwingen emportragen, dann wieder abgrundtiefe Trauer, die einen verzweifeln lässt - dieser Roman lässt sich nicht einfach so herunterlesen, er will mit jeder Faser erlebt, gefühlt und erspürt werden. Was für ein Hochgenuss! Am Ende verabschiedet man sich unter Schmerzen von den Hauptfiguren, es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Petra Durst-Benning stillt - und weckt im selben Atemzug - eine Sehnsucht in uns, von der viele gar nicht mehr wissen, dass sie sie besitzen.

Immer wieder nett zu lesen...
Das war nun schon mein drittes Buch von Petra Durst-Benning, eine solche Autoren-Treue hatte bis jetzt bei mir nur Gabaldon zu verbuchen und wie bei einigen anderen begann auch meine Leidenschaft für historische Romane mit Gabaldon und kam über Durst-Benning und Rebecca Gablé zu den deutschsprachigen Autoren.
Das Buch beinhaltet einen "Stilbruch", denn zum ersten Mal findet ein Teil der Handlung in der Gegenwart statt und auch die Erzählform hat sich gewandelt. Eine junge Frau rekonstruiert aufgrund von Briefen und Tagebucheinträgen einige Jahre um 1900 und wird wie auch der Leser in den Bann der Geschichte und des Hauptcharakters gezogen. Hinter der eigentlichen Geschichte verblasst der Plot dieses Benning-Novums ein wenig und doch ist es ganz geschickt realisiert, den Leser wie bei einem richtigen Kriminalroman an den Spekulationen und den nur schrittweise voranschreitenden Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Sowohl der Tagebuch-artige Charakter des Buches als auch der so mittelbar erscheinende Zeitsprung aufgrund ersterem haben mich zu Beginn verunsichert und machen doch nach dem Einlesen einen Großteil des Charmes dieses Buches aus. Von dem Inhalt will ich nicht allzuviel sagen, da manchmal schon die Kladdentexte so schrecklich viel von der Handlung vorwegnehmen.
Alles in allem sehr schön und flüssig zu lesen, wenn ich auch zugeben muss, dass ich die Gegenwarts-Teile an manchen Stellen vor lauter Ungeduld, wie es mit Rosanna, der Hauptperson, weitergehen mag, nur überflogen habe.
Siehe auch:

Durst-Benning, Petra > Antonias Wille
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/buecher/isbn/3550084218/">Antonias Wille </a>