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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 23. Oktober 2014 

Weniger arbeiten, mehr leben


von Hajo Neu

Kategorie: Arbeitszeitmodelle
ISBN: 3593372215

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"Wege aus dem Hamsterrad" ist ein Kapitel des Buches von Hajo Neu überschrieben, ein Versprechen, das sich durchaus als Motto für den gesamten Band eignen würde. Denn dem Mitinhaber einer PR-Agentur geht es um "Strategien für konsequentes Downshifting", mithin um die Frage, wie man die rapide um sich greifende Erkenntnis in die Praxis umsetzt, dass Arbeit doch nicht das ganze Leben sein kann. Die Sehnsucht nach einer Work-Life-Balance scheint ansteckend im Zeitalter der Unternehmenspleiten und -fusionen, der immer neuen Kündigungswellen, die längst auch in die Büros der Investmentbanker und Kreativdirektoren geschwappt sind.

Die Arbeitswelt hat sich verändert: Kein Job ist mehr sicher, doch so lange man ihn hat, frisst er einen völlig auf. 35-Jährige arbeiten auf den ersten Herzinfarkt hin und träumen vom Ausstieg mit 50. Bis dahin wird die Unzufriedenheit mit Konsum betäubt: Fernreise, teures Auto, Designer-Kleidung. Man gönnt sich ja sonst nichts. Zweifel an diesem Lebensmodell bedeuten heute nicht mehr zwangsläufig den radikalen Ausstieg als Schafzüchter nach Neuseeland oder als Spät-Hippie nach Gomera.

Mit Downshifting skizziert Neu eine sanfte Alternative. Sein Rat: 1) Abstand gewinnen und sich klar werden, ob man wirklich so weitermachen will. 2) Sich von materiellem Ballast befreien: Wie viel Geld braucht man wirklich? 3) Ein neues Jobmodell entwickeln und dabei systematisch verschiedene Optionen prüfen. 4) Den entstandenen Freiraum nutzen, für mehr Vielfalt und Lebenssinn. Zur Umsetzung dieser "Meilensteine" liefert Neu kritische Zustandsbeschreibungen, Denkanstöße, Fallbeispiele und viele Fragenkataloge zur systematischen Selbstexploration. Ein nützliches Buch für alle, die eine Krise tatsächlich in eine Chance ummünzen oder schon vorher die Notbremse ziehen wollen. --Dr. Petra Begemann

Lesen - bevor es zu spät ist!
Ein sehr nachdenkliches Buch, ob der Sinn des Lebens in der Arbeit steckt, oder ob die Karriere dem Leben nur einen - gesellschaftlich akzeptieren - Scheinsinn vorgauckelt.

Ist nicht weniger Arbeit, Gehalt, Verantwortung vielleicht besser für das eigene Wohlbefinden?

Jeder der sich mal gefragt hat, ob all die materiellen Erfreulichkeiten der Arbeit (Eigenheim, Luxusauto etc.) einen tatsächlich glücklich machen, oder ob mehr Zeit für Familie und Freunde (sofern man für so etwas Trivales überhaupt Zeit hat) nicht auch ihren nicht-monetären Wert hätte, die das Leben lebenswerter machen, sollte diese Buch auf sich wirken lassen.

Viele Gedanken, die man oft flüchtig gedacht hat, sind hier präzise niedergeschrieben und weiter entwickelt worden.

In einem erfrischend jugendlichen Schreibstil hält der Autor dem Leser einen Spiegel vor und nötigt ihn sein bisheriges Arbeitsleben zu reflektieren. Er bietet aber auch zugleich alternativ gangbare Wege aus dem Dilemma zwischen gesellschaftlicher Verpflichtung und eigener Glückseligkeit an.

Ein sehr lesenswertes Buch!

Innehalten und Nachdenken
Auch in diesem Buch wird das Rad auch nicht neu erfunden, aber die verschiedenen Ansätze und Aufsätze lassen den Leser immer wieder innehalten und nachdenken. Es stehen Dinge darin, die wir eigentlich selbst wissen könnten - dennoch motiviert das Lesen ungemein, die eigene Lebens- und Arbeitssituation zu reflektieren und über Alternativen nachzudenken. Das bedeutet: statt immer noch mehr berufliche Dinge zu tun und weitere Karriereschritte zu planen, endlich einmal das Leben neben der Arbeit auf- und auszubauen - ohne deshalb gleich zum Aussteiger zu werden. Ich fand ich das Buch sehr inspirierend und vor allem praktisch geschrieben. Es zeigt alle wichtigen Themen und Schritte zu einem Leben in (besserer) Balance auf, in dem das Private vom Beruflichen nicht mehr verdrängt wird. Alles in allem hat es mir geholfen, meiner persönlichen Lebensvision ein Stück näher zu kommen.

Das Beste am Buch ist der Titel
Der Author hat es geschafft und mit diesem leichten Buch sein Downshifting finanziert.
Wenn man bereits das Buch "Simplify your life" u.a.m. gelesen hat, so scheint mir das Buch von Neu überflüssig zu sein. Auch zeigen die Literaturquellen, dass der Author überwiegend abgekupfert hat und eigentlich wenige Neues bringt. Die Zitate von erfolgreichen Downshiftern klingen für mich erfunden und unglaubwürdig.
Hilfreich und lesenwert sind die Checklisten, die einem selbstkritischen Leser kristallklar vor Augen führen, was er sich als Downshifter leisten kann und was nicht. Für Singles alles kein Problem, für die primäre Zielgruppe, der alleinverdienenden Familienväter, eine neue streßmachende Herausforderung. Macht die Familie nicht mit, bleibt die Scheidung mit allen Konsequenzen oder man rödelt weiter wie bisher, könnte man meinen.
Als Mitarbeiter von Großkonzernen oder Ideenschmieden ist es vermutlich einfacher seine Arbeitszeit zu verkürzen. In einem Kleinbetrieb steht man aber wohl eher vor der Frage, Alles oder Nichts. Downshifting ohne ausreichende finanzielle Unabhägigkeit ist in einer Leistungsgesellschaft ein schwieriges Unterfangen. Nicht jeder kann Buchauthor werden oder seinen Job von zuhause erledigen (wo man meistens noch mehr arbeitet). Diese Idee hat doch nun fast jeder, der sich nach einem unabhägigen Leben sehnt.
Für mich kam leider kaum etwas verwertbares aus dem Buch heraus.
Vielleicht sollte man einfach im täglichen Prozess auch einmal wieder das Lachen lernen und die vielen Ängste vergessen. Das erleichtert es auch mit dem Druck des Tages besser umzugehen.
Siehe auch:

Arbeitszeitmodelle > Weniger arbeiten, mehr leben
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