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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 2. Oktober 2014 

Weitere fĂŒnf Minuten Deutsch. Die vermurkste Gegenwartssprache


von Ruprecht Skasa-Weiß

Kategorie: Germanistik
ISBN: 3608945121

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Wider den Sprach-Murks
Wider den Sprach-Murks

Man kann beim öffentlichen Anprangern von Sprach-Übeln, Grammatik-VerstĂ¶ĂŸen, Moden-Blödsinn, Begriffs-Unsicher-heiten und anderer Deutsch-StĂŒmperei grundsĂ€tzlich auf zwei Arten zugange sein: Entweder man stellt den Unsinn wissenschaftlich korrekt-sachlich-lexikalisch-langweilig in den Senkel, womöglich mit oberlehrerhaft erhobenem Zeigefinger - oder wie beispielsweise Ruprecht Skasa-Weiß (Bild unten).
Der Germanist und Philosoph begann im Herbst 2003 in einer samstĂ€glichen Kolumne der Stuttgarter Zeitung mit betont unterhaltsamem, durchaus informativem, aber wirklich pointiertem «kritischem BeĂ€ugen von Schlampereien» - weil «alles knapper wird in der Welt, das Öl, der Regenwald, die Menge der fortpflanzungsfreudigen Deutschen», hingegen der «modische Murks in der Sprache der Medien» uns «tĂ€glich reicher zu Gebote» stehe. Das Verlagshaus Klett-Cotta sammelte Skasa-Weiß' jeweils unter dem Titel «FĂŒnf Minuten Deutsch» erschienenen StZ-Glossen - und gibt mittlerweile bereits seinen zweiten Band mit vergnĂŒglich-lehrreichen AufsĂ€tzchen zur «vermurksten Gegenwartssprache» heraus.
Die jĂŒngste «Sprachlehre in Plauderform» des 72-jĂ€hrigen einstigen Feuilleton-Redakteurs, Bavaria-Atelier-Dramaturgs und Korrektors beim A.-Springer-Verlag hĂ€lt dabei sĂŒffisant, oft maliziös, zuweilen sarkastisch Gericht ĂŒber eine Vielzahl modischer oder «denglischer Packpapierformulierungen», wie sie das «verholzte Deutsch unserer Nachrichtenmedien» massenhaft zumutet. Ein Blick auf ein paar Inhalte der insgesamt 88 thematisch sehr vielfĂ€ltigen, dabei den VorgĂ€nger-Band erweiternden bzw. ergĂ€nzenden «Deutsch-Minuten»:
«Macht, was Macher machen, Sinn? - Effektiv Fremdes, lapdar beurteilt - Na, heut schon was runtergebrochen? - Ist unakzeptabel inakzeptabel? Das Darstellbare, deutlich realisiert - Unsere Liebl.-Abkz. Kita und Soli - Gehen Studierende ĂŒber Studenten? - Wem oder wes gegenĂŒber? - Bringen wir's mal auf den Eckpunkt - Gammellager der Umgangssprache - Wir, die schweigende Mehrzahl - Auf Augenhöhe mit der Augenhöhe - Fahren lassen und fahren gelassen - Hautpsache, kein Nebensatz - Das Stattgefundene, hier findet's statt - Gesucht: Verfechter fĂŒr den Genitiv - Zweifel zweifelsfrei in Abrede gestellt - Erschreckte ich Sie, wĂ€r' ich erschrocken».
So manche der gerade im deutschsprachigen BlĂ€tterwald ĂŒppig sprießenden Sprach-BlĂŒten und viele der in diesem Band genĂŒsslich-informativ «vorgefĂŒhrten» Dummheiten der Massenmedien finden ihre Behandlung durchaus auch bei einem berĂŒhmten Kollegen von Skasa-Weiß, nĂ€mlich bei Bastian Sick und dessen «Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod». Aber Ruprecht Skasa-Weiß schreibt meines Erachtens - natĂŒrlich auch unter der strengen Form-Fuchtel der Zeitungskolumne - nicht so langatmig, formuliert witziger, plastischer, bringt seine Sache(n) immer sofort auf den (meist humorigen) Punkt. Der Autor ist ein scharfer, buchstĂ€blich umfassend be-lesener Sprachbeobachter, der zitiert, was das Zeug hĂ€lt - zur Untermauerung seiner Kritik, und der Leserschaft zum reinsten LektĂŒre-Spaß. Jenseits aller Duden-Hörigkeit also eine rundum vergnĂŒgliche (und sichtlich vergnĂŒgte), dabei keineswegs nur von Sprach-Laien mit Nutzen zu lesende «kleine Fibel», welche tatsĂ€chlich - der Klappentext verspricht nicht zuviel - geeignet ist, «in vielen ZweifelsfĂ€llen Orientierung zu geben». (Walter Eigenmann / www.glareanverlag.wordpress.com)
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