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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 20. Juni 2013 

Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, (Ln) 40 Bde., Bd.15/1-2, Italienische Reise, 2 Tle.: Bd. 15/1 u. 15/2 (Bibliothek Deutscher Klassiker)


von Johann W. von Goethe

Kategorie: Belletristik
ISBN: 3618603509

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Goethes genialisches Exil
Goethes Italienische Reise ist der Klassiker unter - wenn man so will - der Reiseliteratur. Goethe floh aus Karlsbad vor den ständischen Begrenztheiten und Misshelligheiten des Weimarer Hofes und insbesondere seiner Gönnerin, Schöngeistin und Muse Charlotte von Stein. Goethe suchte sein ,Auch ich in Arkadien!', eine offene, mittelmeerische und von Zwängen frei aufatmende Welt, wie sie ihm Tischbein und Winckelmann, die vom arkadischen Griechenland künstlerisch träumten, vorschwärmten. Goethes Flucht über die Alpen, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion lässt ihn zur klassischen Form zurückkehren, zum Humanismus einer Iphigenie auf Tauris und in ein befreites Künstlertum. Dieses Buch ist, was es eigentlich immer schon war, erhellend und schön. Es atmet, ganz Goethe, italienischen Geist, der im kühlen Mitteleuropa nördlich der Alpen schon immer eine eigene Faszination ausgestrahlt hat. Zudem ist diese Ausgabe wunderschön, also alles in allem zu empfehlen - weil es insbesondere durch schöne Bilder und Abbildungen glänzt.

Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend; 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.

Italien, ach Italien
Im Nachwort meiner Ausgabe der "Italienischen Reise" wird gesagt, daß man sich das Werk nicht unbedingt antun müsse, daß es den Leser, der mit anderen Erwartungen an die Lektüre ginge, enttäuscht werden würde.
Ich habe Goethes Reiseerinnerungen nicht Seite für Seite gelesen, sondern immer wieder das eine oder andere übersprungen, aber immer wieder habe ich mich auch "festgelesen".
Das ist das eigentlich faszinierende Erlebnis, ich fliege über de Seiten, entdecke ein Stichwort und dann bleibt man hängen. Erfährt auf diese Weise von den Abenteuern, die einem Reisenden im 18. Jahrhundert widerfahren konnten. Man macht sich auch keine Vorstellungen davon, daß man damals Eindrücke von Reisen nur beschreiben oder aber mit dem Zeichenstift festhalten konnte, einen Fotoapparat gab es natürlich noch nicht und auch der Tourismus in unseren Sinne war noch gänzlich unbekannt. Ein Abenteuer also in jeder Hinsicht.
Schade nur, daß Goethe nichts von seinen Liebesabenteuern zum Besten gibt. Wissen wir doch, daß er hier in Italien die Liebe so eigentlich erst kennengelernt haben dürfte.
Ich möchte diese - lückenhafte - Lektüre nicht missen.


Eher langweiliges Zeitdokument
Leider ist das Buch keine Reisebeschreibung, so wie ich mir das vorgestellt hatte. Zum Teil in Tagebuchform, zum Teil mit nachtraeglich eingefuegten Briefen und Texten plätschert das Ganze recht umständlich und langwierig dahin. Goehte beschreibt andauernd diverse Kunstwerke was nicht gerade zum Unterhaltungswert beiträgt. Außerdem waren die Beschreibungen der Weiterbildungsmaßnahmen Goethes bezüglich Malerei, usw. auch nicht gerade spannend. Interessant waren teilweise die Beschreibungen von menschlichen Begegnungen und der Örtlichkeiten.

Auch wenn das Buch ein Klassiker genannt wird, konnte ich mich damit nicht so anfreunden. Es war lesbar, einigermaßen interessant, aber sehr langweilig.

Siehe auch:
Belletristik > Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, (Ln) 40 Bde., Bd.15/1-2, Italienische Reise, 2 Tle.: Bd. 15/1 u. 15/2 (Bibliothek Deutscher Klassiker)
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