Kurzbeschreibung
Klappentext Die drei in diesem Band versammelten Texte umkreisen den "Projektionsraum Romantik" als Analogiemodell zur Gegenwart. Alle Texte sind nach der Zäsur entstanden, die die Ausbürgerung Biermanns 1976 für die kulturpolitische Entwicklung in der DDR bedeutete. Ein zunächst identifikatorischer Vorgang - das Wiedererkennen eines verwandten Lebens und Zeitgefühls im Scheitern jener romantischen "Avantgarde ohne Hinterland" - wird zum Anlaß und Ausgangspunkt der Analyse und der Suche nach Alternativen. Kein Ort. Nirgends verarbeitet historisches, biographisches und literarisches Material aus der Zeit zwischen 1800 und 1810 in einem fiktiven Kontext, der Begegnung zwischen Kleist und Günderrode im Rahmen einer literarischen Teegesellschaft in Winkel am Rhein im Juni 1804. Die Einheit dieser faszinierenden, lyrisch geprägten Komposition wird durch die Anwesenheit der Autorin im Text, das Moment der subjektiven Authentizität gewährleistet. Die Dynamik von Text und Handlung entsprechen einander: es findet eine Begegnung, eine Berührung statt. Die Überschreitung von Grenzen - zwischen Individuen, zwischen den Geschlechtern, zwischen Realität und Utopie, Vergangenheit und Jetztzeit ist die Vision von Kein Ort. Nirgends.
Über den Autor
Christa Wolf, 1929 in Landsberg an der Warthe geboren, lebt mit ihrem Mann Gerhard Wolf in Berlin. Sie zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart; ihr umfangreiches erzählerisches und essayistisches Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt und mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Heinrich Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR (1963), dem Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen (1977), dem...