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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 19. Juni 2013 

Pi, die Story


von Jean-Paul Delahaye

Kategorie: Denksport
ISBN: 3764360569

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Der berühmte Physiker Richard P. Feynman sagte einmal: "In einem Glas Wein steckt das ganze Universum". Die ganze Mathematik steckt dagegen, so könnte man nach der Lektüre von Pi, die Story von Jean-Paul Delahaye meinen, in der Zahl Pi. Tatsache: Was den Physikern ihr Doppelspaltexperiment, ist dem Mathematiker die Kreiszahl -- eigentlich sollte sie nur das Verhältnis zwischen Umfang und Durchmesser eines Kreises definieren, aber im Laufe der Jahrhunderte entpuppte sie sich als Störenfried, der Rechengelehrten das Leben gehörig zur Hölle machte.

Wie kann eine einfache Zahl Generationen von Mathematikern zur Verzweiflung treiben? Wieso verbrachten Gelehrte Jahrzehnte damit, wenige Nachkommastellen dieser Zahl auszurechnen -- wie zum Beispiel der Mathematiker Rutherford, der sich dummerweise ab der 152. Stelle verrechnete und daher genausogut fünf Jahre seines Lebens auf den Bahamas hätte Urlaub machen können? Wieso verbringen erwachsene Menschen ihre Zeit damit, in engen, mit Computern vollgestopften Zimmern zu hausen, die nicht beheizt, aber trotzdem warm sind von der Abwärme von Computerprozessoren, die auf der Suche nach Regelmäßigkeiten in der Zahl Pi sind? Genau das ist Delahayes Thema, und genau das hebt sein Werk aus der Masse vieler populärwissenschaftlicher Bücher zu ähnlichen Themen heraus: Der Autor macht nicht nur Forschung begreifbar, sondern steckt regelrecht an mit seiner Begeisterung für Pi.

Wußten Sie, daß die Zahl Pi in den bisher gefundenen Nachkommastellen dieser Zahl -- statistisch verschlüsselt -- ihrerseits verborgen ist? Daß Pi in der Bibel vorkommt (allerdings mit einem lausigen Näherungswert)? Daß es eine Formel gibt, die Nachkommastellen liefert, die bis zur 42 Milliardsten Nachkommastelle mit denen von Pi identisch sind, danach aber nicht mehr -- und niemand weiß warum? Dies und noch viel, viel mehr Staunenswertes breitet Delahaye vor seinen Lesern aus, er stellt Mathematiker vor, die sich über Pi und ähnliche Zahlenmonster den Kopf zerbrochen haben: Leibnitz, Euler, Ramanujan -- dieses früh verstorbene Genie, das "mal eben" Formeln auf Notizblätter werfen konnte, die Mathematikern bis heute die Tränen in die Augen schießen lassen. Delahaye zeigt die brillianten Ideen, mit denen er und seine Kollegen heute ihren Problemen zu Leibe rücken, erklärt elegante Beweise, durchdachte Computeralgorithmen und faszinierende Skurrilitäten, wie zum Beispiel eine Zahl, die man zwar definieren, aber niemals berechnen kann.

Wer sich auf dieses Buch einläßt, braucht als Nichtmathematiker schon etwas Mut -- denn Delahaye fordert seinen Lesern einiges ab: Unendliche Reihen, Zahlentheorie, wirklich knackige Algebra. Und manchmal geht der Computerexperte mit ihm durch -- möglich, daß nicht alle seine Kollegen alles unterschreiben würden, was er z.B. in Sachen rechnergestützte Mathematik von sich gibt. Aber viele der Schätze in diesem Buch kann man auch heben, ohne sich ein mathematisches Handbuch an die Seite legen zu müssen: Hier ist eben der gesunde Menschenverstand endlich wieder gefragt. "Pi ist ein Spielverderber", "Pi ist überall", "Pi ist eine Falle". Dieses Buch auch -- und eine Herausforderung. Gerade deshalb ist Pi, die Story mein Sachbuch des Jahres 1999. --Stefan Albus

Aufwendig gestaltet und sehr interessant
Pi (3,1415926...) ist eine faszinierende Zahl. Gibt sie doch zunaechst lediglich das Verhaeltnis des Umfanges eines Kreises zu seinem Durchmesser an, taucht sie geradezu magisch immer wieder in den verschiedensten mathematischen Zusammenhaengen auf. Man denke nur an die merkwuerdige Gleichung "e ^ 2*Pi*i = 1", welche die drei Zahlen e, Pi und i (welche vor der "Entdeckung" dieser Gleichung voellig unabhaengig voneinander verwendet wurden) auf bemerkenswerte Weise verknuepft.

Wie Jean-Paul Delahaye anhand solcher und vieler anderer Beipiele in seinem Buch zeigt, hat Pi die Menschen seit Jahrhunderten fasziniert und ist auch heute noch Gegenstand der Forschung (so enthalten die Nachkommastellen von Pi vermutlich alle denkbaren Zahlenkombinationen - auch Ihre Konto- oder Telefonnummer, ja sogar Ihren Namen und den kompletten Text des Buches von Delahaye).

Sowohl mathematisch interessierte Laien, als auch Profis der Mathematik duerften sich von diesem Buch angesprochen fuehlen: es enthaelt ueberwiegend (durchgehend sehr gut verstaendliche) Textpassagen, jedoch scheut sich der Autor auch nicht, einige kompliziert anmutende Formeln anzugeben (jedoch auch bei diesen erschliesst sich deren Faszination aus dem begleitenden Text).

Das Buch ist durchgaengig aufwendig und sinnvoll farbig gestaltet, auch in den angegebenen Formeln. Wird beispielsweise die Berechnung der Zahl Pi demonstriert; so sind stets diejenigen Ziffern rot eingefaerbt, welche vom wahren Zahlenwert der Zahl Pi abweichen.

Es macht einfach Spass, in diesem Buch zu blaettern (von daher haette dieses es durchaus verdient, als Hardcover aufgelegt zu werden).

Fazit: wer sich fuer Mathematik interessiert wird von diesem Buch so begeistert sein wie ich.

Amüsante Erzählung über pi mit hoher Mathematik verknüpft
Das Buch erfordert ein bestimmtes mathematisches Wissen, das nicht zu klein sein sollte. Es zeigt die Geschichte der Zahl pi von der Antike bis zur Berechnung einiger Miliarden Stellen in der Neuzeit. Die einzige Kritik wäre, der hohe Leseaufwand, denn die Formeln haben es teilweise wirklich in sich !!! Aber ansonsten recht gelungen.
Siehe auch:

Denksport > Pi, die Story
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