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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 23. Oktober 2014 

Sterne, Äpfel und rundes Glas


von Susanne Schäfer

Kategorie: Anthroposophie
ISBN: 3772518141

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Susanne Schäfer öffnet uns die Augen für ihre Welt
Wenn Susanne Schäfer erzählt, wie Sie sich Ihre Umwelt gestaltet, um sie ertragen und erleben zu können, erkennt jeder, welch eine Kraft sie braucht und von Ihr aus geht. Durch das sehr ehrliche Buch verstehen wir, wie Autismus sein kann, "das Leben in einer anderen Welt" und doch gleich neben an. Besser als jedes theoretische Werk erlebt und durchlebt man mit der selbstironischen Autorin die Höhen und Tiefen ihrer Kindheit, Jugend und als Erwachsene.

Ein wirklich sehr gutes, empfehlungswertes Buch
Susanne Schäfer beschreibt ihr Leben mit Authismus, aber auch ihre Mutter kommt zu Wort, was ich sehr wichtig finde. Ihr Authismus wird zu Anfang gar nicht entdeckt, die Mutter macht sich Vorwürfe, der Vater versucht, durch konsequentere Erziehung zu retten, was zu retten ist. Doch trotz aller Rückschläge schafft Susanne einen guten Schulabschluß und beginnt ihren "Traumberuf", den ganzen Tag arbeitet sie nun mit schönen, runden Glaslinsen.
Das Buch ist gut geeignet für Menschen, die von Authismus noch gar nichts wissen, zeigt aber auch betroffenen Familienmitgliedern bzw. den Betroffenen selbst, das auch Menschen mit Authismus ihren Weg in der Gesellschaft machen können, wenn man sie nur läßt.

Rainwoman
Das Phänomen des Autismus ist vielen Menschen erstmals durch den Film „Rainman" mit Dustin Hoffman bekannt geworden. Der Film stellt jedoch ein typisches Beispiel für den Blick des „normalen" Mitmenschen auf den Sonderling dar. Es wird zwar eine gewisse Sympathie für den Außenseiter geweckt, doch dessen Wahrnehmung der Welt bleibt weitgehend im Dunkeln.
Als jemand, der beruflich nicht selten mit Autisten, speziell dem Asperger-Syndrom, und ihrem Handicap zu tun hat, habe ich mir oft gewünscht, einmal (natürlich nur für kurze Zeit) in die Haut eines Autisten schlüpfen zu können, um einen Eindruck von seiner besonderen Wahrnehmung seiner Umwelt zu bekommen. Um so begeisterter war ich über die Entdeckung, dass es Autisten gibt, die genau darüber geschrieben haben.
„Sterne, Äpfel und rundes Glas" ist beides, eine anrührende Autobiografie und ein Ratgeber für Betroffene und deren Angehörige. Die Autorin berichtet sehr offen über ihre Erfahrungen mit einer Welt, die sich ihr nicht so recht erschließen will und nicht kompatibel zu ihrer Innenwelt zu sein scheint. Es wird aber ebenso deutlich, dass wir es bei der Autorin mit einer jungen Frau zu tun haben, die trotz aller Hindernisse darum gekämpft hat, „ihren" Platz zu finden und dabei, so scheint es, bisweilen über sich hinausgewachsen ist. Insofern ist sie sicher keine typische Vertreterin dieses Handicaps. Dennoch macht ihre Geschichte Mut, unmöglich scheinendes möglich zu machen, Mut, den insbesondere die Angehörigen dieser Menschen benötigen.
„Sterne, Äpfel und rundes Glas" ist deshalb sowohl für Leser geeignet, die einen Blick hinter die meist undurchdringlich erscheinende Fassade eines Autisten werfen möchten, um besser zu verstehen, als auch für Betroffene, um Ermutigung zu bekommen, nicht zu schnell aufzugeben.
Siehe auch:
Anthroposophie > Sterne, Äpfel und rundes Glas
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