Geheimakte Archäologie
Dieses Buch ist ein unterhaltsames, weil inkompetentes Buch. Es jongliert mit voreiligen Schlüssen und wittert in jedem, vom Autor nicht durchschauten wissenschaftlichen Zusammenhang Betrug und Intrige. Dabei fordert Luc Bürgin von der Wissenschaft, was er selbst nicht halten kann: die Auseinandersetzung mit präzisen Fakten. So wird im Kapitel "'Azzo': der letzte Neandertaler?" auf gerade einmal zwei Seiten ein aberwitziger Bezug hergestellt zwischen einem 1931 in Marokko fotografierten "wilden Idioten, der in einer Höhle lebte und sich ausschließlich von rohem Fleisch ernährte" und den vor rund 40.000 Jahren ausgestorbenen Neandertalern. Daß sich auf der Basis der beiden Fotografien -- mit gegebener medizinischer Vorsicht -- ein akromegalisches Krankheitsbild, also eine hormonal bedingte Form des Riesenwuchses, diagnostizieren ließe, bleibt Bürgin verborgen. Ein Basler Paläontologe, der bei der Datierung eines von ihm gefundenen Urmenschen das Ziel um viele Millionen Jahre verfehlte und somit von den Kollegen nur Ablehnung erfuhr, wurde schließlich "rehabilitiert", denn letztendlich dürfte der Forscher sich "lediglich bei der Datierung [...] verschätzt haben". Diese Reihe ließe sich beliebig fortführen, es kommt sogar noch besser, seien es Dinosaurier-Motive auf einer zweitausend Jahre alten peruanischen Vase oder Darstellungen antiker Glühbirnen aus dem vorchristlichen Dendera (Oberägypten). Wenn Bürgin in dem Zusammenhang klagt, daß es vielen Wissenschaftlern an Offenheit und Phantasie fehle, reichen diese Alternativen allerdings nicht aus. Dieses Buch hat mit Wissenschaft wenig, wenn nicht gar nichts zu tun. Das alltägliche Geschäft der Archäologen besteht, wie das der meisten Wissenschaftler, aus wenig spektakulärer Routinearbeit. Und gerade dadurch haben ihre Ergebnisse zu unglaublichen Fortschritten geführt -- und mindestens genauso viele neue Fragen aufgeworfen. Der Lesegenuß und die Kurzweil liegen hier also in der respektablen Phantasie, mit der Bürgin diese Fragen zu beantworten versucht und Geschichten von 500.000 Jahre alten Zündkerzen und präkolumbianischen Dampfmaschinen erzählt. --J. Schüring
Ein Buch das man lesen sollte! Wenige Autoren können mit Vorschußlorbeeren heutzutage rechnen, Luc Bürgin zählt zu ihnen, dies hat er sich über Jahre seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch verdientermaßen aufgebaut. Das vorliegende Werk behandelt archäologische Rätsel und Funde, welche heutzutage immer noch gerne unter den berühmten Teppich gekehrt werden bzw. deren Publikation man gerne verhindern würde. Ich habe an einem warmen Augusttag das Buch in einem Stück durchgelesen, verloren war diese Zeit bestimmt nicht! Vieles war mir zwar durch meine eigene Arbeit bekannt, doch hat in einigen interessanten Fällen Luc Bürgin Informationen ans Tageslicht gebracht, die selbst ich nicht kannte. Kurz und knapp, doch nicht ohne die genügende Übersicht vermittelt Luc Bürgin in vielen Kurzartikeln ein gutes Bild der „Verbotenen Archäologie". Von Burrows Cave mit interessanten Detailkenntnissen (auch der persönlichen Ebenen) über Ecuador und deren dortige geheime Metallbibliotheken, denen Erich von Däniken einiges Kopfzerbrechen damals bereitet hatten. Luc weist nach, Erich war tatsächlich in den geheimen Metallbibliotheken und unterirdischen Cavernen. Wahrscheinlich hatte Erich von Däniken nur zu Schutz seiner und der anderer Personen nachträglich behauptet, es sei alles Schwindel... Die Michigan Tafeln stellen in Verbindung mit den Mormonen ein weiteres Rätsel dar, welches Luc Bürgin gut und ausführlich beleuchtet. Entdeckungen, geheimnisvolle Kreaturen, mysteriöse Stätten und bizarre Funde machen dieses Buch zu einem gefragten Exemplar, für denjenigen der sich schon immer für die „Verbotene Archäologie" interessiert hat. Einen Kauf des Werkes kann ich nur befürworten, da selten der Kaufpreis so gut angelegt war.
Frisch und frech! Nach Bürgins neustem Buch ("Das Wunder Mirin Dajo"), habe ich mich sogleich auf seine beiden Archäologie-Bücher gestürzt. "Geheimakte" (mittlerweile in der 10. Auflage!) ist zwar schon sechs Jahre alt, aber immer noch sehr spannend. Der Autor ist Journalist, dass ist in jeder Zeile gut zu erkennen und tut dem Werk gut. Spannend getextet und mit einer gehörigen Portion Frechheit, präsentiert er, was gestandene Archäologen natürlich alles andere als freut: Die schwarzen Flecke ihrer Zunft. Das Buch provoziert, dennoch stellt es nicht den Anspruch die Wahrheit zu verkünden. Im Gegensatz - leider - zu vielen selbstverliebten Wissenschaftlern. Ich habe es genossen!
Tolles Buch... ... jedenfalls für alle, die schon immer wußten, daß in dieser Welt irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht, aber zu faul sind sind, sich mühsam mit tatsächlicher Wissenschaft auseinanderzusetzen. Die Phantasie des Autors wird jedenfalls von keinerlei nennenswerter Sachkenntnis getrübt und so kann man immerhin einen vergnüglichen Abend mit diesem Buch verbringen, wenn alles andere zu anstrengend ist. Fazit: Wenn Sie sonst nichts zu tun haben, Ihnen das Geld nicht zu schade ist und Ihnen gerade die Akte-X Videos ausgegangen sind, gönnen Sie sich doch einfach mal einen Ausflug in die wunderbare Welt des Schwachsinns. Siehe auch: |