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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 19. Mai 2013 

Mozarts Musiktheater als Ort der Aufklärung.


von Gerhard Splitt

Kategorie: Aufklärung
ISBN: 379309166X

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Neue Zürcher Zeitung

Mozart als Aufklärer

kma. Trotz – oder gerade angesichts – der Fülle der zumal im Umkreis des Mozart-Jahrs 1991 publizierten Mozart-Literatur verdient Gerhard Splitts Studie zu Mozarts Opernästhetik Aufmerksamkeit. Sie wendet sich gegen die gängige Einstufung, Mozarts Werke seien in einem weitestgehend «geschichtsfreien» Raum angesiedelt, gehörten daher der «absoluten» Musik an, wie sie etwa die antiaufklärerische deutsche Romantik postuliert hatte. Der Komponist wurde dabei auf die Rolle eines unpolitischen, rein unbewusst schöpfenden, genialen Mediums reduziert, seine Werke zu «idealen Exempla autonomer Musik» abgestempelt. Vielmehr – so Splitts Ergebnis – lässt sich die Opernästhetik Mozarts einem präzisen historischen Ort zuordnen, nämlich dem dezidiert aufgeklärten Musiktheater im josephinischen Wien. Dies zeigt der Autor auf anhand der opernästhetischen Maximen, nach welchen Mozart Libretti beurteilte, ablehnte, auswählte, selbst mitgestaltete. Insbesondere am Beispiel von Mozarts «radikalster» – und auch umstrittenster – Oper «Così fan tutte» wird im Detail verfolgt, wie Mozart die Spannungen zwischen literarisch- und musikalisch-dramatischen Bühnentraditionen und den von ihm beabsichtigten Innovationen ins Werk setzt, welche ideengeschichtlichen Prämissen in diese Oper einfliessen. Fazit: Eine Untersuchung, die nicht nur wegen ihrer Ergebnisse lesenswert, sondern auf Grund ihrer argumentativen Klarheit und ihrer konzisen Sprache les bar ist.

Kurzbeschreibung Eine kohärente Darstellung bzw. Rekonstruktion der Opernästhetik Mozarts war bislang - von einigen Ansätzen abgesehen - ein Desiderat innerhalb der Mozart-Forschung. Dies mag ein Grund dafür sein, daß zahlreiche fundamentale Abhängigkeiten der aufgeklärt-eklektischen Ästhetik des Komponisten von virulenten ideen-, theater-, und musikgeschichtlichen Entwicklungen des 18. Jahrhunderts unbeachtet geblieben sind. Der erste Teil der vorliegenden Studie ist...


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