Federmenschen.
 | von Andrej Jendrusch
Kategorie:
Literatur ISBN: 3803131170 |
Neue Zürcher Zeitung Jiddische Erzählungen und Gedichte tsp. «Im übertragenen Sinne ist Jiddisch die weise und bescheidene Sprache von uns allen, die Sprache der furchtsamen und hoffenden Menschheit» so hat Isaac Bashevis Singer in seiner Rede bei der Entgegennahme des Nobelpreises gesagt, mit der 1978 eine durch die Shoah weithin zerstörte, heute weithin vergessene Literatur ausgezeichnet wurde. Der Berliner Übersetzer Andrei Jendrusch hat jetzt eine Anthologie jiddischer Erzählungen und Gedichte zusammengestellt: «Federmenschen», vom jiddischen «penmentsch». Der Schwerpunkt liegt auf Werken, die nach 1950 erschienen sind und die jiddische Literatur in ihrem Formenreichtum, in der Prägnanz ihrer Sprache und ihrer Bilder, ihren unverwechselbaren Charakteren zeigen. Es sind Stimmen einer neuen Autorengeneration wie die von Genaddy Estreich oder Boris Sandler, die in den fünfziger Jahren in der ehemaligen Sowjetunion geboren wurden und heute in England und Israel ihre Werke zumeist in eigenen jiddischen Zeitschriften veröffentlichen. Sie erscheinen erstmals auf deutsch darum hätte man sich etwas ausführlichere Anmerkungen, auch im Glossar, gewünscht; und sie stehen neben Erzählungen über phantastische Feuervögel, Luftreisen und gestürzte Engel von Itzik Manger, neben Texten von Abraham Sutzkever, dem heute bedeutendsten jiddischen Dichter, und Gedichten von Rajzel Zychlinski, die 1910 im polnischen Gabin geboren wurde und heute in New York lebt. «Und Dichter sterben» heisst eines ihrer Gedichte: «Dichter sterben. / Ihr versteinertes Gesicht / versiegelt den Bergen ein hohes / Vermächtnis, / und die geschlossenen Augen / vertiefen die Täler.» Das Jiddische, so hatte Isaac Bashevis Singer gesagt, halte Schätze bereit, die der Welt noch nicht zu Augen gelangt sind. Kurzbeschreibung Diese Anthologie beweist, daß eine lebende jiddische Literatur durchaus existiert. Der Band enthält Arbeiten, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, Erzählungen ost- und mitteleuropäischer Schriftsteller sowie short stories nordamerikanischer Emigranten. Auch Lyrik ist vertreten. Klappentext Die erste Anthologie jüdischer Literatur der letzten Jahrzehnte in deutscher Übersetzung: Liebeserzählungen, politische Gedichte, Kindheitserinnerungen und Humoresken, Träume und Satiren aus Osteuropa, Amerika und Israel. Momentaufnahmen einer lebendigen, im Wortsinn grenzüberschreitenden Literatur.
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