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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 25. Oktober 2014 

Möwengelächter


von Kristin M. Baldursdottir

ISBN: 3810502510

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Keine dramatische Action oder fesselnde Spannung, dafür aber viel Gefühl und noch mehr Stimmung und Atmosphäre auf 350 Seiten -- das macht den Roman auf charmante Art äußerst lesens- und liebenswert.

Es ist ein kleines isländisches Fischerdörfchen, wo Agga, zwölf Jahre alt, bei ihren Großeltern lebt, in einem Haus, "wo es höchstens Krach gibt, wenn die Sozialdemokraten die Wahlen" verlieren. Eines Tages kommt Tante Freya aus "Ämärrika" und die dörfliche Idylle hat schlagartig ein Ende. Die Frau mit den "eisblauen Augen" und der "Figur wie eine Coca-Cola-Flasche", die kein Fleisch isst und "kälter als eine Leiche" scheint, wirbelt den Ort komplett durcheinander -- besonders die männlichen Einwohner. Seltsame Dinge geschehen, mancher bezahlt mit dem Leben.

In Island ist Kristin Marja Baldursdottir eine bekannte Journalistin, mit Möwengelächter erzielte sie einen Riesenerfolg; die Filmrechte sind bereits verkauft. Auch beim Lesen entstehen lebendige Eindrücke: Ärmlich ist das Leben in dem abgelegenen Dorf, wo Agga erwachsen wird und aus ihrer Sicht die Verführungen und Verwirrungen der lebenserfahrenen und sehr lebenslustigen Tante Freya miterlebt. Psychologisch feinfühlig, menschliche Schwächen im Kern treffend, schält die Autorin gesellschaftliche und familiäre Strukturen heraus, die angenehm kurzweilig sind. Das "hämische Gelächter der Möwen" ist da unausweichlich. --Barbara Wegmann

Schmöker im Stilmix
"Möwengelächter" ist für mich ein absoluter Stilmixroman: Frauenroman, Krimi und Heimatchronik zugleich; mit einer gehörigen Portion Humor gepfeffert! Die Autorin versteht es, den Leser richtig mitzunehmen in das Haus von Aggas Familie. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, ich sei tatsächliche Zeugin des Treppensturzes ins Wohnzimmer oder der Freßorgien im Keller.
"Möwengelächter" ist ein Schmöker im besten Sinne.

Isländische Frauengeschichten
"Mövengelächter" ist eine Geschichte, die verschiedene Frauen auf vielfältge Weise miteinander in Verbindung bringt. Dabei ausschlaggebend ist die Sicht des jungen Mädchens Agga, die in der Zeit zwischen Kindsein und Erwachsenwerden ihre Welt aus eigenwilliger Perspektive betrachtet und bewertet. Kristin Baldursdottir nimmt ihre Leserinnen und Leser mit in das isländische Familien-, Gemeinschafts- und Dorfleben ihres Romans und läßt sie Teil haben an den teils spannenden Ereignissen, die sich aus der Rückkehr der schönen Tante ergeben. Nach Eingewöhnung an Sprache, Zeit und Thema ein interessantes Buch, das nachwirkt .

Das pure Lesevergnügen
Nach langem Suchen habe ich hiermit endlich mal wieder einen Roman gefunden, der einfach nur schön ist, ohne Kitsch, ohne Blut (na ja, fast), ohne Depressionen. Einfach ein schöner Familienroman im abweisenden Island darüber, wie ein junges Mädchen erwachsen wird. Absolut empfehlenswert!
Siehe auch:

> Möwengelächter
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