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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 31. August 2014 

Bücher


von Christiane Zschirnt

ISBN: 3821816791

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Unser Wissen veraltet angeblich immer schneller -- für die meisten Menschen eine beunruhigende Vorstellung. Andererseits basiert unsere westliche Kultur auf einer überschaubaren Anzahl von Büchern, die unser Denken geprägt haben. Christiane Zschirnt hat solche Werke zusammengestellt und kommentiert, in der sicheren Überzeugung: "Wer alles über Marketing, Astrophysik, Gen-Mais oder Webdesign weiß, weiß noch nichts über die Ursprünge der Demokratie und des Kapitalismus, über den Liebesbegriff oder die Erfindung der Zivilisation."

Die Autorin nimmt ihre Leser mit auf eine spannende Reise durch die Jahrhunderte -- von der Bibel bis zu Harry Potter. Liebe, Politik, Sex, Wirtschaft, Frauen, Zivilisation, Psyche, Moderne, Utopien: Die Einteilung in Themengebiete, denen jeweils ein Kapitel des Buches gewidmet wird, ist sehr sinnvoll. Zu vermissen ist wenig, zu kurz kommt zum Beispiel die Philosophie sowie die Naturwissenschaften.

Christiane Zschirnt versucht mit ihren Inhaltsangaben und Erläuterungen, den potenziellen Lesern die Angst zu nehmen vor den großen Namen, vor der Komplexität mancher Werke. Denn wenn man Grundidee und stilistische Absichten eines Autors begriffen hat, kann man sich sogar in Textlabyrinthe wie Ulysses oder Der Mann ohne Eigenschaften mit einigem Vergnügen hineinwagen.

Bücher -- Alles, was man lesen muss ist weit mehr als eine Aufforderung zum Lesen berühmter Romane und theoretischer Schriften. Es dient auch als eine Art Kompass, um auf dem weiten Wissensmeer nicht verloren zu gehen. Sehr kompetent und fern jeder akademischen Langeweile legt die Autorin die roten Fäden frei, die sich durch die europäische Ideen- und Geistesgeschichte ziehen. So werden die meisten erstaunt erfahren, warum Defoes Robinson Crusoe ein Paradebeispiel für Max Webers Thesen über die Entstehung des modernen Kapitalismus ist. --Christian Stahl

Liebevoll gearbeitet, als Kanon alber nicht zu gebrauchen ..
Es ist ganz klar, dass Frau Zschirnt die Schwanitz-Welle ausnützt. Als ich das Buch erstmals im Laden sah, dachte ich mir: „Naja, wieder mal so ein billiger Nachschlag, schlampig zusammengetippt, einfach nur zum Geld-Machen!" Beim näheren Studieren war ich angenehm überrascht: Das Buch ist wahnsinnig ordentlich, übersichtlich, einfach mit Liebe geschrieben. Man wird über die wichtigsten Bücher der abendländischen Kultur solide, aber dennoch unterhaltsam informiert. Die Autorin lockert das Ganze, ähnlich wie Meister Schwanitz, mit saloppen Kommentaren und netten Anekdoten auf. Über die Auswahl lässt sich freilich streiten. Ob man z.B. die „Gefährlichen Liebschaften" gelesen haben sollte. Auch „Harry Potter" hätte - so spaßig die Rowling-Bücher zuweilen auch sein mögen - nichts in einem ernst-gemeinten Kanon zu suchen. Aber das Ziel von Frau Zschirnt ist, so schreibt sie im Vorwort, nicht das Aufstellen eines Kanons, sondern das Geben von Tipps und Orientierung in der Info-Flut unserer Gesellschaft. Der Titel „Alles, was man lesen muss." Ist also nicht wörtlich zu verstehen! (Damit will Sie wohl schon den Buchhit von Schwanitz ausnützen!) Sehr empfehlenswertes Buch, dass einem sehr viel Freude bereiten kann.

Standardwerk
Christiane Zschirnt befindet sich in ihrem Buch „Bücher – alles was man lesen muß“ mitten im Zeitgeist.
Durch die negativen Werte im Rahmen der Pisa-Studie ausgelöst, befindet sich Deutschland derzeit auf einer wahren Bildungswelle, was diverse Veröffentlichungen wie z.B. Schwanitz „Bildung – Alles was man wissen muß“ bezeugen. (Schwanirt schreibt im übrigen auch das bemerkenswerte Vorwort für Zschirnt's Buch).

Zum Inhalt:
Die Autorin beschreibt in einer Auswahl den Inhalt und die jeweiligen Interpretationsansätze von wichtigen und wichtigsten Büchern der Literaturgeschichte.
Bei der Klassifizierung geht sie dabei einen ungewöhnlichen Weg, indem sie nicht den erwarteten Gruppierungen der Literaturwissenschaften folgt, sondern eine eigene, nachvollziehbare Einstufung wie z.B. Erzählungen, Sex und Erotik, Dramen, Kinder- und Jugendliteratur kreiert.

Die interne Auswahl ist sicherlich diskussionswürdig, allerdings ist bei jedem potentiellen Autor in einer Lexikonähnlichen Auswahl der subjektive Eindruck von Wichtigkeit nachvollziehbar.

Die Inhaltsbeschreibungen versetzen den Leser, für den ein Werk unbekannten Stoff darstellt, schnell in die Lage, über das Buch „mitzureden“. Die Interpretationsansätze runden auch durch die teilweise pointierte und mit einem Augenzwinkern dargestellte Schreibweise der Autorin den jeweiligen Teil ab.

Insgesamt ist der Autorin ein absolut lesenswertes Werk gelungen, das als Nachschlagewerk dienen soll.
Für den Leser soll es aber auch zugleich appetitanreger zur vollständigen Lektüre des literarischen Werkes sein.

Bücher über Bücher
"Bücher. Alles, was man lesen muss." - dieser Titel macht einen Bücherwurm natürlich neugierig. Die Autorin hat einige Werke zusammengestellt, welche die westliche Kultur beeinflussten. Eine solche Auswahl ist natürlich immer subjektiv und wäre bei jedem etwas anders ausgefallen.

Die Bücher sind in verschiedenen Kapiteln zusammengefasst wie zum Beispiel Liebe, Wirtschaft, Schulklassiker oder auch Trivialliteratur. Von der Bibel über Utopia bis hin zu Harry Potter sind etliche Werke aufgeführt. Viele Zusammenfassungen / Interpretationen sind sehr ausführlich und interessant geschrieben. Leider bleibt die Qualität der einzelnen „Buchbesprechungen" nicht durchgehend gut. Bei einigen Büchern oder Autoren scheint Christiane Zschirnt eher der Meinung zu sein, dass man dem besagten Werk schon zu viel Aufmerksamkeit erwiesen hat und die Lektüre kein unbedingtes "Muss" ist.

Alles in allem ein Buch, welches man zwar nicht unbedingt gelesen haben muss, aber - falls man es doch tut - eines, das viele nette Anregungen gibt und Lust aufs Lesen macht. Ich werde mir jedenfalls mal wieder ein paar Klassiker wie "Robinson Crusoe" oder auch "Nathan der Weise" aus dem Regal fischen und hemmungslos schmökern.
Siehe auch:

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