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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 20. Mai 2013 

Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie.


von Joseph A. Schumpeter

Kategorie: Demokratie
ISBN: 3825201724

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Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie
OT Capitalism, socialism, and democracy OA 1942 DE 1946 Form Sachbuch Bereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Das Buch von Joseph Alois Schumpeter stellt – fast 80 Jahre, nachdem Das Kapital (1867–94) von Karl R Marx erschienen war – den ersten Versuch eines modernen Nationalökonomen dar, die zukünftige Entwicklung des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu prognostizieren. Schumpeter war der Überzeugung, dass letztlich der Kapitalismus an seinem eigenen Erfolg scheitern und der Sozialismus siegen werde.
Inhalt: Im ersten Teil der Untersuchung unterzieht Schumpeter die marxsche Lehre einer dezidierten Kritik, betont aber gleichzeitig Marx’ Fähigkeit, ökonomische Prozesse im historischen und sozialen Zusammenhang zu analysieren. Im zweiten Teil versucht Schumpeter seine These zu begründen, wonach eine sozialistische Gesellschaftsform unvermeidlich aus einer ebenso unvermeidlichen Auflösung der kapitalistischen Gesellschaft entstehen wird.
Der ökonomische Fortschritt werde durch Innovationen angetrieben, durch die in einem Prozess der »schöpferischen Zerstörung« überkommene Strukturen verschwinden und neue entstehen. Schumpeter diagnostiziert mehrere Faktoren, die zu einem Ende der ökonomischen Entwicklung führen werden. So werde der Innovationsprozess durch Spezialistengruppen in Großunternehmen mehr und mehr bürokratisiert, wodurch der Unternehmer seine ursprüngliche Funktion verliere.
Im dritten Teil erläutert Schumpeter den Übergang des so bürokratisierten Kapitalismus zu einem planwirtschaftlichen Sozialismus, der sich als das ökonomisch überlegene System erweisen werde. Im vierten Teil entwickelt Schumpeter seine Vorstellungen der demokratischen Ordnung. Politischer Wettbewerb sei durchaus mit dem wirtschaftlichen Konkurrenzkampf vergleichbar, Demokratie letztlich eine reine Methode der Machtübertragung. Politiker orientierten sich nicht an normativen Werten, sondern verfolgten in erster Linie das eigene Interesse: die Stimmenmaximierung. Auf den fünften Teil, eine für das US-amerikanische Publikum verfasste historische Skizze über sozialistische Parteien, wurde in der deutschen Übersetzung weitgehend verzichtet.
Wirkung: Schumpeters Buch fand in den drei Jahrzehnten der Nachkriegszeit kaum Beachtung, denn die wirtschaftspolitische Diskussion wurde von den Theorien des englischen Nationalökonomen John Maynard Keynes (1883 bis 1946) dominiert. Schumpeters Theorie der Demokratie findet sich zwar bei den klassischen Vertretern der US-amerikanischen Politikwissenschaft wieder, doch wird seine Bedeutung hier ebenso vernachlässigt wie im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Erst ab den 1980er Jahren ist eine Renaissance der schumpeterschen Theorien festzustellen. J. R.

Kurzbeschreibung
Das Buch enthält neben einer Einführung zu Person und Werk sowie einer kommentierten Auswahlbibliographie erstmals Übersetzungen sämtlicher Vorworte Schumpeters zur englischen Ausgabe seines Buches und seinen Vortrag 'Der Marsch in den Sozialismus' (1949).


Siehe auch:
Demokratie > Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie.
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