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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 18. Mai 2013 

Evolutionsbiologie. Eine allgemeine Einführung.


von Ulrich Kutschera

Kategorie: Entwicklungsbiologie
ISBN: 3826333489

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Dr. U. Hoßfeld (Universität Jena) aus: History and Philosophy of the Life Sciences, 2002 Mit dem vorliegenden Buch über Evolutionsbiologie versucht der Autor.in erster Linie den Studierenden der Biologie als auch naturwissenschaftlich interessierten Nichtbiologen eine allgemeine Einführung in dieses faszinierende Teilgebiet der Biologie zu geben. Dabei versteht er es geschickt, einerseits darzustellen, wie interessant, wichtig und zum Teil dramatisch sich einzelne Momente innerhalb der Geschichte der Evolutionsbiologie präsentierten, andererseits orndet er - als Laborbiologe - aber auch fundiert, sachlich mit großer Aktualität neueste evolutive Befunde in den Themenzusammenhang ein. Mit dieser gewählten Methodologie - insbesondere durch die Einbeziehung eigener Interessen und Forschungen (Kap. 6,8) - zeigt sich, daß eine zu enge Fachspezialisierung bei weitem nicht immer den Gesichtskreis des Wissenschaftlers einengen und sich auf seine eigene wissenschaftliche Arbeit negativ auswirken muß. Nach dem Vorwort des Verfassers, schließen sich 12 Kapitel, die allesamt reich bebildert sind, an. Die in den Kapiteln behandelte Bandbreite an einzelnen Facetten der Evolutionsbiologie ist sehr umfassend; so reichen die Themen von der Geschichte der Evolutionstheorie (Kap. 2), über die Synthetische Theorie der Evolution (Kap. 3), der Paläobiologie (Kap. 4) über die chemische Evolution (Kap. 5) und der Diskussion von weltanschaulichen Problemen (Kap. 10-12). An dieser Stelle ist besonders hervorzuheben, daß Kutschera nicht scheut, sich auch mit wissenschafts-ideologisch relevanten Themen auseinander zu setzen. Sein besonderes Interesse gilt dabei vorrangig, dem Leser seine neuesten Forschungsergebnisse zur antidarwinistischen Theorie des Kreationismus aufzuzeigen. Er beweist in seiner Argumentation schlüssig, daß es sich hier nicht nur um ein angelsächsisches Problem handelt, sondern auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts sich noch zahlreiche Verfechter dieser Theorie finden, die sogar bis in die Schulbücher hinein ihre religiös motivierte Ideologie verbreiten. Es mussten im deutschen Sprachraum zudem erst über zehn Jahre vergehen (R. Jeßberger, 1990, Kreationsimus, Parey 1990), bis sich wieder ein Wissenschaftler diesem heiklen Problemfeld zugewandt hat. Ein Glossar sowie ein Sachwort- und Personenverzeichnis runden das Buch ab. Kutschera, der in der Tradition der Architekten der Synthetischen Evolutionstheorie argumentiert, hat ein lesenswertes Buch vorgelegt, das sich in seiner Darstellung von historischen, theoretischen und praktischen Wissensbefunden ausgewogen präsentiert. Auch dem Verlag sei dafür gedankt, sich dieser wissenschaftlichen Thematik wieder - nach fast einem Jahrzehnt der Pause - angenommen zu haben. Dem Buch ist eine weite Verbreitung zu wünschen. Es ist klar, daß mit einem solchen Werk bei weitem nicht alle Fragen zu diesem Thema umfassend gelöst werden konnten, sondern nach der Lektüre eher zahlreiche neue hinzugekommen sind. Dennoch weckt es vielleicht bei dem einen oder anderen Leser das Interesse, sich mit diesem faszinierenden Gebiet der Biologie (wieder) zu beschäftigen.


Siehe auch:
Entwicklungsbiologie > Evolutionsbiologie. Eine allgemeine Einführung.
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