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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 20. Juni 2013 

Teamkonflikte lösen . Top-Tools für Problemfälle


von Ros Jay

ISBN: 3827270693

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Fragwürdiges Führungs- und Methodenverständnis
Vorab: Das Werk ist ein amerikanisches Buch, das „eins-zu-eins" übersetzt auf den deutschen Markt gebracht wurde. Vom Sprachstil und der Wortwahl ist es deswegen schon sehr gewöhnungsbedürftig. Es enthält viele Superlative und verspricht Lösungen für wirklich jede Situation: „In 19 von 20 Fällen werden Sie mit Hilfe dieses Buches ohne Zeitverlust genau das aus den Menschen herausholen, was Sie brauchen." Die Krönung: Ein pseudo-psychologisches Kapitel mit dem Namen „Der Reigen der Schwierigen" mit „detaillierten Hinweisen zum Umgang mit den 20 häufigsten Arten schwieriger Charaktere, von der Primadonna bis zum Regelverletzer."

Doch bevor es wirklich los geht, verschwendet die Autorin insgesamt 12 von 95 Seiten damit zu betonen, dass Zeit heutzutage eher knapp bemessen ist und dass dieses Buch wirklich „rasche Lösungen" anbietet, um „auf die Schnelle mit Teamkonflikten klar[zu]kommen." Aber das Buch kann noch mehr: „Für den Fall jedoch, dass die Arbeitslast doch einmal für Augenblicke nachlässt, lege ich Ihnen diejenigen Passagen ans Herz, die sich mit der Suche nach dauerhaften Lösungen beschäftigen. Dann werden Sie in Zukunft auch weniger Bedarf an Augenblickslösungen haben."

Doch kommen wir endlich zu den „Top-Tools für Problemfälle":
- Eigene Erwartungen zurück stufen
- Akzeptanz, den Anderen nur im Verhalten und nicht in der Persönlichkeit verändern zu können
- Resolutes Auftreten
- Respekt geben aber auch dafür sorgen, dass man selbst respektvoll behandelt wird
- Ruhe bewahren
- Hören Sie demonstrativ zu
- Wettbewerb zwischen rivalisierenden Gruppen fördern
- u.v.m.

Die Top-Tools stellen sich als teils triviale, in jedem Fall aber allseits bekannte Verhaltensregeln und Klischees heraus. Viele Tipps und Anregungen sind wertlos und bei Teamkonflikten schlichtweg falsch. Sie werden in dem Buch als reine Technik vermittelt, um ein bestimmtes Ziel bei anderen Menschen zu erreichen. (Bsp.: „Versuchen Sie, Ihren Vorgesetzten hier und da zu imitieren. ... wenn er das Gefühl hat, dass Sie, was die Arbeit angeht, mit ihm auf gleicher Wellenlänge liegen, wird er Ihnen eher vertrauen.")
„Teamkonflikte lösen" lässt nicht nur eine ethische Haltung oder ein fundiertes Menschenbild vermissen, sondern ist sehr oft autoritär getönt. Konfliktlösung durch Macht(entscheid) ist aber kein „Top-Tool", sondern leider häufig genug hilflose Praxis im Umgang mit Konflikten. Dafür braucht niemand einen Ratgeber!

Fazit: Ein überflüssiges Buch, das den eigenen Anspruch nicht nur um Längen verfehlt, sondern auch ein sehr fragwürdiges Führungs- und Methodenverständnis hat!
Siehe auch:

> Teamkonflikte lösen . Top-Tools für Problemfälle
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