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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 17. Oktober 2017 

Der Zensor


von Marcus Hammerschmitt

ISBN: 3886199703

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Angenommen, die Nachfahren der Maya wären irgendwann weltweiter Technologieführer im Bereich der Nanotechnologie und würden mithilfe dieser Technik das untergegangene Maya-Reich in alter Tradition wieder auferstehen lassen. Gut möglich, dass diese High-Tech-Maya-Nachfahren eine noch offene Rechnung mit ihren ehemaligen spanischen Eroberern zu begleichen hätten und nun im Gegenzug Spanien erobern würden. Angenommen, das wäre alles schon passiert und auf den Ruinen von St. Diago de Compostella würden bereits Mayatempel stehen -- wäre das nicht eine interessante Ausgangslage für ein Buch?

Marcus Hammerschmitt hat sich mit Der Zensor ein ordentliches Stück aus der SF-Ideen-Torte auf seinen Teller geholt und präsentiert dem Leser einen Roman, das vor ungezügelter Energie, spannender Handlung und ziemlich abgefahrener Technik nur so vibriert. Dank ihrer Nano-Technik sind die Neo-Maya die uneingeschränkten Herrscher in Spanien -- die oppositionelle Untergrundbewegung ist nicht mehr als ein unangenehmer Störfaktor und die katholische Kirche ist zwar ein ernst zu nehmender Gegner, aber nicht wirklich an einem Krieg interessiert. Zumindest bisher.

Hammerschmitt schildert das Leben des spanischen Widerstandskämpfers Enrique paralell zu dem des Maya-Zensors Yaqui -- zwei Männer an unterschiedlichen Enden des Kräftegleichgewichts, mit grundsätzlich verschiedenen Zielen. Zumindest bis ihnen ein beinah identisches Schicksal widerfährt, in dessen Ereignisstrudel sie in eine Zukunft geworfen werden, die durchaus Überraschungen zu bieten hat.

Der Zensor sprüht Funken, fesselt und fasziniert. Mit Hammerschmitts Zukunftsaussicht kann sich die deutsche Sciene Fiction aus ihrem internationalen Versteck herauswagen und dicke Mäntel verteilen -- die Konkurrenz sollte sich nämlich warm anziehen. --Wolfgang Treß

Gelungenes Szenario - schwächelnder Stil
Was wäre, wenn die Mayas fortgedauert hätten? Der Zensor hat etwas von einem Parallelweltroman. Da das Buch echte Science-fiction ist, muss auch erklärt werden, wieso im Roman die Mayas nicht nur existieren, sondern sogar Spanien erobert haben. Daher das Thema Nano-Technik, die ihnen zum Wiederaufstieg verholfen hat. Ansonsten hätte man auf die Hammerschmittsche Version der Nano-Technik vielleicht auch verzichten können. Auch wenn der Aufstieg der Nano-Maya im Buch nur etwas skizzenhaft dargestellt wird, entsteht ein außerordentlich spannendes Szenario. Alleine deswegen ist das Buch schon lesenswert und verdient es, in der Reihe "SF Social Fantasies" zu erscheinen.

Noch besser hätte das Buch allerdings werden können, wenn Hammerschmitt nicht einer Versuchung erlegen wäre: Einige Passagen wirken, als träumte der Autor heimlich davon, ein Drehbuch für einen Action-Film zu verfassen. Verfolgungsszenen, Gemetzel und dergleichen passen IMHO nicht so recht in die Romanform. Leider verliert das Buch stilistisch dadurch und kann so nicht sein volles Potenzial entwickeln. Ich fände es interessant, wenn der Autor weitere Bücher in dieser "Welt" folgen ließe.

Re-Conquerer
Die alte Indianerkultur der Mayas ist nicht nur wiederbelebt worden, sie ist auch ein ernsthafter Machtfaktor geworden. Beide amerikanischen Kontinente und halb Europa stehen in einer nicht allzufernen Zukunft unter der Kontrolle der Mayakönige. Gleich danach kommt der »Zensor« in der Hierarchie. Zumindest glaubt das Ahau Yaqui, der diesen Posten inne hat. Doch nach und nach kommt er einer gemeinen Intrige auf die Spur, deren Ziel es ist, ihn zu beseitigen.
Am Anfang hat man als Leser einige Probleme, um in die Geschichte und in die Atmosphäre hineinzukommen. Das mag in erster Linie an den sehr ungewohnten Namen und Bezeichnungen sowie natürlich an der seltsamen Kulturstruktur liegen. Aber das gehört nun mal dazu. Doch schon bald geht es viel flüssiger voran, und die Geschichte entwickelt sich zu einem interessanten, packenden Abenteuer.

Spannende SF - Nano/Maya Pseudo Welt.
Ein wirklich gutes Buch, das Hammerschmitt da abgeliefert hat. Im Gegensatz zu Target, findet sich in diesem Buch eine spannende Welt. Die Handlungen sind nachvollziehbar. Die Vermischung der Nanotechnik mit der alten Maya Kultur ergibt einen unterhaltsamen mix.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. 5 Sterne!
Siehe auch:

> Der Zensor
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