Mein Leben am Limit
 | von Reinhold Messner
ISBN: 3890292852 | Was hat der Mann, dessen Grundsatz Ohne Gefahr kein Abenteuer lautet, nicht schon alles erlebt! Als erster Mensch ohne Sauerstoffflasche auf dem Mount Everest, alle 14 Achttausender gemeistert, dazu noch eine Reihe von Erstbesteigungen anderer Berge; dann die größten Sand- und Eiswüsten der Erde durchquert, (mehr oder weniger) die Yeti-Frage beantwortet und schließlich das EU-Parlament als Abgeordneter bereichert. Selbst mit 60 Jahren tourt der Südtiroler unermüdlich durch die Welt, veröffentlicht Bücher am laufenden Band, hält Vorträge, berät Expeditionen, führt leidenschaftliche und nicht immer harmonische Diskussionen und bereitet mit viel Engagement Museen vor. Bei einem solchen Energiebündel tauchen zwangsläufig eine ganze Reihe von Warums und Wies auf. Da will man einfach mehr wissen. Messners insgesamt mehr als 40 Bücher erlauben ja bereits interessante Einblicke in sein Innenleben. In der 280 Seiten starken Autobiographie Mein Leben am Limit sind jedoch noch einmal die bedeutendsten Stationen auf den Punkt gebracht. Viel wichtiger noch: Das kurzweilige Werk, fast durchgehend in Interviewform verfasst, konzentriert sich ganz auf seine Person. Kein einzelner Berg spielt hier die Hauptrolle, Organisationsfragen und Routenerklärungen rücken in den Hintergrund. Es gibt demzufolge auch so gut wie keine Bergfotos oder Skizzen, von Tagebucheinträgen und Randnotizen ganz zu schweigen. Was hier zählt, ist das Gesamtkunstwerk Messner, dem erfolgreichsten Gipfelstürmer aller Zeiten, sowie seine Philosophie, seine Ideen, seine private Seite -- wenngleich man einräumen muss, dass es andererseits auch nicht all zu privat wird. Wer denkt, ein Interview könne man nicht über so weite Strecken spannend gestalten, der irrt. Die kritischen und offenen Fragen des SPIEGEL-Journalisten Thomas Hüetlin, der 23 Stunden lang mit Messner sprach, lassen keine Langeweile aufkommen. Das liegt freilich auch an den ebenso kritischen und offenen Antworten von Messner , der in gewohnt pointierter und zuweilen unverblümter Weise auch hier und da Seitenhiebe verteilt. Etwa gegen seine ehemaligen Bergsteigerkameraden der Nanga Parbat-Expedition von 1970, bei der sein Bruder Günther starb und die auch in diesem Buch wieder viel Platz einnimmt. Fazit: Eine faszinierendes Lektüre über eine faszinierende Persönlichkeit -- nicht nur für Bergsteiger lesenswert, sondern für alle, die schwierige Wege gehen wollen und/oder müssen und dabei an ihre Grenzen stoßen. Reinhold Messner kann ihnen dabei als Vorbild dienen, schließlich würden seine mutigen Grenzgänge für eine ganze Hand voll Autobiographien reichen. --Christian Haas
Reinhold Messner über sein Leben und seine Ziele Dieses Buch ist ein interessanter Blick hinter die subjektive Wahrnehmung der Welt von Reinhold Messner. Hinterfragt werden die Expeditionen, die Beziehungen zu Mitstreitern, extreme Situationen, das politische Engagement, die Zukunftspläne und allgemein die Verbindung zur Umwelt. Reinhold Messner beschreibt in diesem Buch in einer sehr "intimen" offenen Weise, wie _er_ zu seiner Umwelt steht und wie _er_ sie wahrnimmt. Es ist in einem kurzweiligen auf Interviews basierenden Stil geschrieben und bietet im Anhang noch eine chronologische Aufzählung seiner Expeditionen. Alles in allem ein Buch, dass einfach zu lesen ist. Dieses Buch gibt sicherlich einen Einblick in die Welt, eines der grössten Bergsteiger und Abenteurer der Jetzt-Zeit.
Fesselnd! Selten habe ich ein Buch mit so einer Begeisterung und in so kurzer Zeit gelesen. Dieses Buch hat mich im wahrsten Sinne des Wortes gefesselt und nicht mehr losgelassen. Eine Autobiographie in Gesprächen, dies macht das Buch außergewöhnlich. Thomas Huetlin stellt Reinhold Messner, der u. a. als erster alle 14 Achttausender und den Everest ohne Sauerstoff bestieg, Fragen, die mich interessieren, Fragen, die auch ich Herrn Messner gestellt hätte. Ich lese leidenschaftlich gerne Bücher von Reinhold Messner, dieses Buch ist eines der Besten. Ich erfahre nicht nur über Reinhold Messner, der Tabus brach - Dinge tat, die keiner tun wollte oder die keiner für möglich hielt, sondern auch über den Menschen, seine Motive und ein bewundernswertes Leben, das nicht durch "das Warten auf die Rente" so gewöhnlich, sondern durch immer wieder neue Zielsetzungen und dem ständigen Drang aufzubrechen einzigartig ist.
Am Limit des Erträglichen Man darf sich schon darüber wundern, warum Messner es für notwendig hält, einmal mehr über seine sämtlichen ehemaligen Expeditionskollegen und andere "Feinde" herzuziehen. Was hier über Menschen wie z.B. Arved Fuchs oder Peter Habeler behauptet wird, ist schlichtweg unverschämt oder, wie im Fall der Mallory-Suchexpedition, sachlich falsch und mindestens drei Jahre überholt (die wirklichen und aktuellen, nicht von Messner erdichteten, Aussagen von Jochen Hemmleb finden sich in "Detectives on Everest", erschienen 2002). Aber Messner scheint ein zwanghaftes Bedürfnis zu haben, sich um jeden Preis - soll heißen, auf Kosten anderer - in ein schillerndes Licht zu setzen, um damit als der einzige, alleinige "Held" dazustehen. Traurig, wenn ein Rückblick auf ein so bemerkenswertes Leben so menschenfeindlich ausfällt. Siehe auch: |