Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 24. April 2014 

Jüdische Intellektuelle und die Philologien in Deutschland 1871 - 1933.


von Wilfried Barner

Kategorie: Weimarer Republik
ISBN: 3892444579

Kommentar abgeben

Kurzbeschreibung Die jüdischen Intellektuellen, die im Kaiserreich und in der Weimarer Republik lebten, handelten in einer bestimmten kulturellen Situation, in der jüdische Traditionen deutschen gegenüberstanden. Sie entschieden sich auf eine unterschiedliche Weisen, oft auch gegen das Jüdische. Ihre Entscheidungen sind vielfältig, so daß es sich verbietet, von einer jüdischen Identität der Gelehrten zu sprechen, doch die Schwierigkeiten, denen sie sich gegenüber sahen, hatten eine Realität - den Schwierigkeiten und den Lösungsversuchen - der 'Innenperspektive' widmete sich ein Symposion des Marbacher Arbeitskreises für Geschichte der Germanistik. Der Zugang zur Universität war den Juden erschwert, und innerhalb der Universität konnten sie nicht frei entscheiden. Man muß daher wissen, welche Alternativen innerhalb der Universität für Literatur- und Sprachwissenschaftler grundsätzlich bereit lagen und welche Akzente die jüdischen Forscher setzten. Die Akzente betrafen die Methode (positivistisch oder geistesgeschichtlich), den Kanon (es machte einen Unterschied, ob man Goethe, Frauen oder Heine zum Gegenstand nahm), den Schreibstil. Blieben die jüdischen Intellektuellen indes von der Universität überhaupt ausgeschlossen, mußten sie andere Wege zu ihren Gegenständen wählen: das Feuilleton, die Regie oder die Bibliothek. Das Buch konzentriert sich auf den Zeitraum 1871-1933, als die Juden rechtlich prinzipiell Zugang zur Universität hatten. Der disziplinäre Rahmen wurde um die Klassische Philologie, die Orientalistik und die Germanistik erweitert, um Bewegungen innerhalb der Gegenstände (Sprache, Literatur, Kultur) nachzeichnen zu können, die den Kernbereich vieler jüdischer Selbstdeutungen ausmachen. Die Beiträge gliedern sich nach fünf Rubriken: "Universität, Forschung, Jüdische Hochschule"; "Außerhalb der Universität: Literaturkritik, Theater, Verlag"; "Methoden, Schreibweisen, Konstruktionen"; "(Neue) Gegenstandsfelder"; "Diskurse über das Judentum: Fremd- und Selbstbestimmung". Das Konkrete steht im Mittelpunkt: Fallstudien ergänzen allgemeine Darstellungen, denn es gilt, die Individualität von Lebens- und Forschungsentwürfen in einem weitgehend unerschlossenen Gebiet zu wahren. Das Buch setzt die Symposienpublikationen des Marbacher Arbeitskreises für Geschichte der Germanistik fort ("Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte", "Zeitenwechsel", "Mittel- und Osteuropa", "Konkurrenten in der Fakultät um 1900").

Über den Autor Wilfried Barner, geb. 1937, Professor für Neuere deutsche Literatur.Arbeitsschwerpunkte: Literatur vom Humanismus bis zur Goethezeit, besonders Lessing; Literatur nach 1945; Literaturtheorie, Wissenschaftsgeschichte, deutsch-antike Literaturbeziehungen. Christoph König, geb. 1956, Leiter der Arbeitstelle für die Erforschung der Geschichte der Germanistik im Deutschen Literaturarchiv Marbach, Privatdozent an der Universität Stuttgart; wiederholt als Forschungsprofessor an der...


Weimarer Republik > Jüdische Intellektuelle und die Philologien in Deutschland 1871 - 1933.
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/buecher/isbn/3892444579/">Jüdische Intellektuelle und die Philologien in Deutschland 1871 - 1933. </a>