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Es könnte auch anders sein. Systemische Variationen der Teamberatung
Es könnte auch anders sein Die Notwendigkeit eines weiteren Buches zum Thema Teamentwicklung, Teambuilding oder -beratung ist mit Recht zu hinterfragen. In den Rubriken Ratgeber als auch Management des Literaturmarkts lassen sich unzählige Werke zu diesen Themen finden und die meisten erheben den Anspruch, die neueste Methode entwickelt oder entdeckt zu haben, wie denn nun ein erfolgreiches und hoch motiviertes Team herzustellen sei.
Diese Patentrezepte greifen aber nicht, wenn es um die Beratung komplexer Sozialsysteme wie Teams in Organisationen geht. Und genau diesen Gedanken pflegen Juliane Sagebiel und Edda Vanhoefer in ihren Ausführungen zur Teamberatung als Grundhaltung durch ihr ganzes Werk. Sie verabschieden sich von den Allmachtsphantasien mancher TrainerInnen und AutorInnen, Teams könnten gezielt gesteuert und entwickelt werden. Schon im Vorwort erwähnen sie: Nach vielen Erfolgen und einigen blauen Flecken sind diese narzistischen Fantasien mittlerweile auf ein eher einfaches und realistisches Verständnis unseres Einflussgrades geschmolzen. Es ist eben nun mal für einen Berater als externer Beobachter nicht vorhersehbar, ob eine Intervention, die bei einem Team zu einer systeminternen Veränderung geführt hat, bei wiederholter Anwendung bei einem anderen Team mit derselben Reaktion zu rechnen ist.
Und gerade weil die Autorinnen bewusst die Allmachtsphantasie des Beraters zu Grabe tragen und provokant erklären, Teams seien eigentlich von außen nicht steuerbar und somit die Daseinsberechtigung eines ganzen Professionszweig (sich selbst eingeschlossen) in Frage stellen, liefern Juliane Sagebiel und Edda Vanhoefer ein in hohem Maße praxistaugliches Teamberatungsbuch. Dies gelingt vor allem durch Nennung von Handlungsempfehlungen, die als notierte Gespräche wunderbar wiedergegeben werden. Vor allem wird eine wertschätzende Haltung des Beraters gegenüber dem zu beratenden System transportiert (Unser beraterisches Handeln gründet sich auf einen radikalen Respekt vor den Menschen in den jeweiligen Systemen)
Zudem glänzt dieses Buch mit einer absoluten Trennschärfe der verwendeten Begriffe, die in einem ersten Teil unterschieden und präzise bezeichnet werden.
In einem zweiten Teil erklären die Autorinnen anhand einiger theoretischer Ausführungen, wie sie ihre praktische Beratungstätigkeit begründen. In diesem Werk wird das Adjektiv systemisch nicht nur als Schlagwort benutzt, und so kommt der Leser in den Genuss einer spannenden Einführung in system- und machttheoretische Denkmodelle.
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Im Praxistransfer gelingt den Autorinnen ein reglerechter Coup! Es erfolgt keine numerische Aufzählung von Handlungsanweisungen die ohnehin nur in Ratgeberbüchern funktionieren. Stattdessen liefern die Beraterinnen Vorschläge, gepaart mit Fragemöglichkeiten, Dialogmitschriften aus Beratungssequenzen und ausführliche Kommentare in Form von Erfahrungsberichten. Auf diesem Weg erreichen J. Sagebiel und E. Vanhoefer mehr Inspiration und Veränderung für die eigene Beratungspraxis als es jedem Ratgeberbuch gelingen könnte.
Ganz im Sinne der Autorinnen könnte es aber auch anders sein.......! Siehe auch: | |
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