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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 23. September 2014 

Das Greenspan Dossier


von Roland Leuschel und Claus Vogt

Kategorie: Überblick
ISBN: 3898790452

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"Die Stunde der Wahrheit wird kommen, unausweichlich", meinen die Autoren Roland Leuschel und Claus Vogt zum Geschehen auf den Aktienmärkten und setzen zur Untermauerung ihrer kritischen Analyse in ihrem Buch (Kapitel: "New Economy"-Märchenstunde) gleich noch nach: "Eine der größten Schwierigkeiten... ist der zunehmend laxe Umgang mit der Wahrheit. Es gibt immer weniger Statistiken und veröffentlichte Zahlen, denen man Glauben schenken kann, und selbst zahlreiche Notenbanker haben die Grenze zwischen Realität und Cheerleading längst überschritten." Und damit sind die Autoren tief im Thema und bei ihrer Frage "Was ist los auf den Märkten -- eine neue Spekulationsblase kurz vor dem Big Bang oder alles in fester Hand?"

In ihrem Werk verdeutlichen Leuschel und Vogt, dass ihrer Meinung nach die Phase der Bubbles (Spekulationsblasen) an der Börse noch nicht vorüber ist, schlimmer noch: von den Verantwortlichen und, in deren Gefolge, vielen Mitläufern bewusst negiert oder kleingeredet wird. Einen erklecklichen Anteil schieben die Finanzexperten in ihrer volkswirtschaftlich durchdachten und mit vielen Fakten und Zitaten unterlegten Analyse der Geld- und Kreditpolitik der Notenbanken zu -- allen voran der US-Notenbank mit ihrem Chef Alan Greenspan. Denn ohne eine Ausweitung der Geld- und Kreditmenge, die im Verantwortungsbereich der Notenbanken liegt, "ist eine Spekulationsblase (Anm.d.Rez: Neben anderen Faktoren, die im Buch erläutert werden) nicht möglich." Und dies betreibt Greenspan mit Freuden.

Insbesondere zwei Dinge haben es den Autoren angetan: Die Selbstgerechtigkeit der Notenbanken, die jegliche Verantwortung an Fehlentwicklungen ablehnen, und die Aussage der Währungshüter, dass Bubbles erst nach ihrem Platzen zu erkennen seien. Dies, so Leuschel und Vogt, sei zwar definitiv schwierig, aber durchaus machbar. In einer auch für Nicht-Wirtschaftsprofis gut verständlichen Sprache geht es in dem 350-Seiten-Werk darum, den Blick zu schärfen für Zusammenhänge, die im -- weltweit immer noch herrschenden -- Aktienfieber leicht untergehen. Die US-Notenbank mit ihrem Chef Alan Greenspan ist Hauptadressat der Sach-Schelte. Denn der US-Dollar genießt eine Sonderstellung als Weltreservewährung, und der Verantwortung, die daraus erwächst, werden die USA mit ihrem Notenbank-Flaggschiff immer weniger gerecht. Die Gefahr, vor der die Autoren warnen wollen: Es droht erneut die Vernichtung von Erspartem auf breitester Basis mit allen (volkswirtschaftlichen) Konsequenzen auch für Nicht-Anleger.

Kritker und Mahner haben es in einer Zeit des durchaus auch politisch bestimmten Schönredens schwer, Gehör zu finden. Deshalb ist dieses Buch ein wichtiges Werk. Nicht nur, weil es gegen Ende gangbare Sicherungsstrategien für das Ersparte offenbart, sondern weil es zum Nachdenken zwingt und längst (über-)fällige Korrekturen anmahnt. Dieses Buch dürfte so manchem Leser und Aktienbesitzer ein bis zwei schlaflose Nächte bereiten. Dennoch, oder gerade deshalb: sehr empfehlenswert. --Horst-Joachim Hoffmann

Schrott !
Ich war von diesem Buch maßlos enttäuscht. Der zu sehr einseitige Blick auf die Wirtschaft lässt nur den Schluss zu, dass die Autoren Herrn Greenspan abgrundtief hassen und damit auch noch ihr Geld verdienen wollen. Ich gebe zu Herr Greenspan steckt in einem Zielkonflikt, aber ihn als einzigen Verantwortlichen hinzustellen, ist mir zu platt!
Nicht nur das die Autoren Zahlen durcheinander bringen (Seite 183: Geldmenge M3 50 Milliarden Dollar = 5.000 Millionen Dollar) es wird auch noch behauptet, dass der Nationalsozialismus und damit der 2. Weltkrieg auf die platzende Börsenblase von 1929 zurückzuführen ist. Da ist mir das Buch vor Lachen aus der Hand gefallen!
Ich empfehle das Buch mit einer gewissen Distanz zu lesen.
Positiv fand ich die letzten Seiten des Buches. Dort wird klargestellt, dass die beiden Autoren auch nicht wissen, wie die Zukunft aussieht, Respekt vor dieser Erkenntnis. Diese Äußerungen hätte ich mir auch von diesen Analysten gewünscht, die die Börsenblase Ende der 90er Jahre geschürt haben.

Handfeste Theorie und Praxis, unterhaltsam verpackt.
Roland Leuschel und Claus Vogt legen mit ihrem Buch einen spannenden Notenbankkrimi vor, der in seiner Logik bestechend einfach und überzeugend ist. Die Autoren nehmen sich nicht nur den US-Notenbanker Alan Greenspan zur Brust, sondern rechnen generell mit einer Geldpolitik ab, die nach ihrer Einschätzung zum Scheitern verurteilt ist. Sie untermauern ihre Analyse, die sich bewusst vom Mainstream der Analysten wegbewegt, mit ökonomischen Theorien und Einblicken aus der Fachliteratur. Trotzdem ist das "Greenspan-Dossier" kein trockenes Theoriewerk, sondern eine spannende, unterhaltsame und eingängige Lektüre. Obendrauf gibt es am Ende noch eine Anleitung für den Investor, wie er sich - so er denn mag - vor dem Platzen der großen Blase schützen kann. Allen Anlegern, die den Empfehlungen der Analysten nicht mehr trauen, empfehlen wir das Buch als Denkanstoß.

Immer noch eine Spekulationsblase
Ich kann das Buch von Leuschel und Vogt nur empfehlen, es geht nicht nur auf die Geldpolitik ein, sondern auch auf Tricks der Statistik, mit denen die Amerikaner ihr Wirtschaftswachstum frisieren, Stichwort wegrechnen von Inflation ( Hedonic Pricing) und dadurch höheres reales GDP, was auch die Japaner kürzlich übernommen haben und dadurch ein Wachstum ausweisen, die Japaner sind eben auch clever. Mittlerweile hat auch das deutsche Bundesamt für Statistik angekündigt dieses Hedonic Pricing zu übernehmen, man kann nur den Kopf schütteln. Um mal ein Beispiel zu bringen wie man mit Hedonic Pricing ein tolles USA Wirtschaftswachstum vorgaukeln kann, ein Computer der 1.000 $ an der Ladenkasse gekostet hat, taucht im BIP plötzlich mit 10.000 $ auf.

Wer das Buch von Roland Leuschel schätzt wird bestimmt auch gefallen haben an den Artikeln von Kurt Richebacher. Ich glaube diese Börsensender und andere Medien sind durch ihre unkritische Berichterstattung auch mit verantwortlich für die Aktienmanie der späten Neunziger. Wer mal CNBC Europe sieht (über Astra Satellit zu empfangen) und Hugh Hendry vergleicht mit diesen beiden Kudlow und Kramer, solche Kudlow und Kramers gibts im Deutschen Fernsehen einfach nicht mehr seit Heiko Thieme nicht mehr ins Fernsehen gelassen wird. Man sollte daraus lernen sich nicht auf „Experten" aus Medien , Politik und Finanzbranche zu verlassen , selbst denken heißt die Devise, und dieses Buch hilft einem unter anderem zu verstehen, dass es nicht sinnvoll ist seine Ersparnisse in Aktien zu stecken, wenn der Aktienmarkt eine Spekulationsblase ist, was man einfach daran erkennt, dass Kursgewinnverhältnisse, und zwar der echten Gewinne, in den USA bei 30 und die Dividendenrendite um 1,5% liegen, vielmehr Daten braucht man gar nicht. Dies und die Empfehlung das Buch Irrationaler Überschwang von Robert Shiller zu lesen für diejenigen, die glauben keine Börsenstrategie in diesem Buch zu erhalten.
Siehe auch:

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