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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 1. Oktober 2014 

Clever traden mit System. Erfolgreich an der Börse mit Money Management und Risikokontrolle.


von Van K. Tharp

Kategorie: Überblick
ISBN: 3932114434

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Hin und her -- macht die Taschen leer. Diese und andere alte Börsenweisheiten sind zu Zeiten der Hausse bei vielen in Vergessenheit geraten. Der bekannte Trading Berater Van Tharp hat sich in seinem nun auch auf Deutsch erschienenen Buch Clever traden mit System nicht nur diesem Thema, nämlich den Transaktionskosten, angenommen, sondern hat vielmehr Konzepte entwickelt, mit denen jeder Anleger sein ganz persönliches Trading-System optimieren kann.

Der erste Schritt ist dabei laut Tharp bzw. nach den ihn kapitelweise unterstützenden Co-Autoren die Selbsterkenntnis. Nur wer die eigenen Tendenzen zu Fehleinschätzungen erkennt, kann langfristig Profite erzielen und so die selbst -- realistisch -- gesteckten Ziele schließlich erreichen. Der zweite Teil des Buches ist der Zusammenstellung des jeweiligen Trading-Konzeptes gewidmet. Nach den Schritten zur Entwicklung eines Systemes analysiert der Autor Konzepte, wie Fundamentalanalyse, saisonale Schwankungen, Spreads oder Arbitrage. Anschließend fasst Tharp die relevanten Faktoren zusammen, um dem Anleger eine realistische Einschätzung der Gewinnerwartung seiner Strategie zu erleichtern. Damit leitet er direkt zum dritten Teil, dem Verständnis des entwickelten Trading-Systems über. Nach der gründlichen Untersuchung verschiedener Set-up Konzeptionen relativiert der Autor die Bedeutung der Set-ups etwas. Ebenso für überbewertet hält Tharp die Rolle des richtigen Markteinstiegs. Im Anschluss werden detailliert Stopp- und Exit-Strategien besprochen. Dem Leser wird so die größere Bedeutung dieser Techniken verdeutlicht und er kann diese ganz gezielt in sein Tradingkonzept integrieren.

Tharp erinnert die Anleger auch daran, die Opportunitätskosten seiner Handelstrategie zu berücksichtigen, eben um die leeren Taschen zu vermeiden. Noch vor der übersichtlichen Checkliste in Frageform zum Schluss des Buches ist ein Kapitel dem Money-Management reserviert, hier Positionsgrößenbestimmung genannt. Dort werden vier Modelle vorgestellt und miteinander verglichen. Mithilfe von Beispielen werden dabei äußerst prägnant die wichtigsten Vor- und Nachteile herausgearbeitet. Fazit: Mit diesem Buch erhält der erfahrene Anleger wichtige Ansatzpunkte und Konzepte, um seine Anlagestrategie zu überdenken und neu zu entwickeln. --Oliver Satzger

Halb voll - halb leer?
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Nur clever allein genügt nicht könnte man dem Autor antworten. Sicher ist "Clever traden mit System" auf dem deutschen Markt ein wichtiges Buch über das, was Trading erfolgreich macht. Doch eben nur halb voll, was heißen soll, dass Tharp zwar andeutet, was in Anlehnung an die Spieltheorie und Wahrscheinlichkeitsrechung beim Traden berücksichtigt werden muss. Eine vollständige Erklärung seiner Methode behält er sich jedoch für seine Seminare vor. Das ist der Haken an diesem Buch. Es läßt den Leser eben doch mit einigen Fragen alleine.

Voller wichtiger Anregungen ist das Buch im Kapitel: "Die Gewinnerwartung und andere entscheidende Faktoren für den Tradingerfolg". Hier entfaltet Tharp sehr anschaulich in dem Bild einer Schneeballschlacht, wie das zur Verfügung stehende Kapital, die Trefferquote, der relative Gewinn und weitere Faktoren einer Tradingstrategie in Zusammenhang stehen und welchen Einfluß sie auf díe Performance haben. Dieses Kapitel macht das Buch dann doch wirklich wertvoll.

Clever traden mit System. Erfolgreich an der Börse mit Money
Der heilige Kral, das Mysterium des Geldverdienens an der Börse liegt nicht in komplizierten Analyse- und Prognosetechniken sondern in unserem innersten selbst.

So die These des Autors. Sind wir mit uns im Reinen, verdienen wir in Verbindung mit einem ordentlichen System zur Kapital- und Risikokontrolle an der Börse immer Geld, wie durch ein Beispiel belegt wird.

Nur maximal 10 Prozent des Tradingsystems kommt nach Tharp dem richtigen Einstiegszeitpunkt zu, da dieser ja sowieso trotz aller vorhandenen Versuche von Prognosetechniken nicht vorhersehbar sei.

Die Tatsache, dass man wirklich nur dann an der Börse Geld verdient, wenn man zum richtigen Zeitpunkt auf den richtigen Trend setzt, geht in Tharps vorgeblich so bodenständiger Systementwicklung unter. Und diesen Zeitpunkt möglichst nah zu bestimmen, erscheint, wie auch Tharp zugibt, nicht möglich.

So bleibt der Handel an der Börse auch mit Tharps verlockend klingenden Thesen unverändert ein Glücksspiel mit kleinen Unterschieden:

Befolgt man die Ratschläge Tharps, kann es geschehen, dass man Aktien zwar während eines guten Trends besitzt, jedoch diese durch eine kurzfristig entgegengesetzte Kursbewegung wegen der eingegebenen Stoporder verliert,
durch das Money-Manegment wird man sein Geld etwas langsamer verlieren wenn auf den falschen Trend gewettet wurde und schließlich bleibt man vielleicht trotzdem ein glücklicher Mensch, wenn alles Geld verloren ist, da ja das innere selbst mit sich im Reinen ist.

Clever traden mit System. Erfolgreich an der Börse mit Money
Sehr schön plausibel und logisch nachvollziehbar geschrieben. Der Autor scheint mit beiden Füßen auf dem Boden zu stehen und vermittelt den Eindruck, daß man mit seinem System der Geld- und Risikosteuerung und einer gesunden psychischen Einstellung zu allen Zeiten an der Börse Geld verdienen kann, wenn man sich mit Renditen von "nur" 20% bis 40% zufrieden gibt.

Berücksichtigt man diese Grundsätze, sei es relativ egal, zu welchem Zeitpunkt man in welchen Markt einsteigt. Ein Beispiel belegt, daß man auch bei willkürlichen Käufen Geld verdient.

Hat man in den letzten Monaten hiernach gehandelt, so war dies ein sehr teures Vergnügen. Man kann Tharps Stopempfehlungen mit 1-3 fachen Volatilitätsdurchschnitt testen wie man will: Ist der Stop zu eng, wird man dauernd ausgestoppt, ist er zu weit, ist die Gewinnerwartung zu gering um die zwangsläufig entstehenden Verluste auszugelichen.

Ist die Börse nicht vielleicht doch so etwas wie ein Spielcasino ? Steigen die Kurse gewinnt man, fallen sie, verliert man. Und wie Tharp richtig feststellt, ist eine Prognose dieser Entwicklungen nicht möglich, was ja auch die Ergebnisse der allermeisten hochspezialisierten Fondmanager in den letzten Jahren belegt.

So kommt mir dieses Buch wie ein Wolf im Schafspelz vor. Es vermittelt den Eindruck, daß hier mit gründlicher Systementwicklung, die auf den verschiedensten Säulen beruht und moderater Gewinnerwartung "wirklich richtiges Geld an der Börse verdient werden kann".

Nach meinem mathematischen Verständnis muß ich das bezweifeln und all jene (wenigen), denen das Geld verdienen gelungen ist, in die Kategorie Glückspilze einordnen, wie auch die Lottogewinner, die es ja auch fast jede Woche gibt.
Siehe auch:

Überblick > Clever traden mit System. Erfolgreich an der Börse mit Money Management und Risikokontrolle.
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