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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 25. Mai 2013 

'Jüdische Mischlinge'


von Beate Meyer

ISBN: 3933374227

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Das Standardwerk.
Es ist eine besondere Tragik der deutschen Geschichte, daß 1933 die Integration der Juden zu einem Zeitpunkt beendet worden ist (siehe zu den „Nürnberger Gesetzen" die Monographie von Cornelia Essner), zu dem bereits 36% aller jüdischen Männer (in Hamburg sogar 58%) und 19% der jüdischen Frauen eine Mischehe mit Deutschen eingingen. Mit von Jahr zur Jahr steigender Tendenz: 1901 waren es 8% der Männer gewesen, 1920 15%. Die reichsweite Zahl der Mischehen am Vorabend der nationalsozialistischen Machtübernahme wird auf 35.000 geschätzt. Nach diesen Statistiken handelt die Verfasserin die Mischehenfrage aus der Sicht des Judentums ab, in dem orthodoxe Strömungen sich gegen die Mischehe wandten. - Schwerpunkt des Buches ist jedoch die Verfolgung der Mischlinge in der Zeit von 1933 bis 1945. Jede Gefährdung und Bedrohung ihres Lebens wird mit konkreten und detaillierten Einzelfällen belegt. Das betrifft sowohl die anthropologischen Abstammungsgutachten wie die Zerstörung der Privatsphäre. Sehr viele Deutsche, die in Mischehe lebten, ließen sich von ihrem jüdischen Partner scheiden. Aber neben diesen Regelfällen gab es erstaunliche Ausnahmen: So blieb der umtriebige Hamburger Geschäftsmann Rudolf Petersen als „Halbarier" bis Kriegsende unbehelligt, zahlreiche Mischlinge waren in der Wehrmacht oder Mitglieder der NSDAP und ihrer Unterorganisationen. Denn es war möglich, einen Antrag an Adolf Hitler persönlich zu stellen, um von den üblichen Schikanen ausgenommen zu werden und fortan als „Ehrenarier" zu gelten. Für die meisten Mischlinge verschärfte sich aber der Verfolgungsdruck ab 1942, und sie wurden zur Zwangsarbeit herangezogen, blieben aber bis Kriegsende zumeist am Leben. - Das Buch von Beate Meyer ist zweifellos das definitive Standardwerk für diese Thematik.
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