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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 22. Dezember 2014 

Wenn die Welt ein Dorf mit nur 1001 Einwohnern wäre . . .


von Donella Meadows

ISBN: 3936261024

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Beeindruckend und entlarvend...
...zugleich, finde ich das kleine Buch von Donella Meadows. Die unvorstellbaren Mengen von Milliarden und Abermilliarden werden endlich mal in verständliche und begreifbare Portionen eingeteilt. Dabei kann man dann die Weltproblematik sehr viel besser verstehen. Entlarvend: Wenn die Welt ein Dorf wäre, in dem 1001 Einwohner leben, gäbe es sieben Soldaten, fünf Ärzte, aber nur einen Lehrer.

Kleines Buch mit großer Wirkung
Wenn die Welt ein Dorf mit nur 1001 Einwohnern wäre...

Das erste, was mir beim Blättern in Donella Meadows Büchlein in den Sinn gekommen ist: Warum ist da nicht früher jemand drauf gekommen? Während die Epigonen von Vernetzung und Globalisierung die ebenso hübsche wie falsche Metapher vom "Global Village" prägten, überschlagen sich Aktivisten der Welthungerhilfe und Umweltschützer mit immer horrenderen Zahlen, um das Ausmaß von Elend und Umweltzerstörung plastisch zu machen.

...würden von 360 Kindern im Dorf 90 % jeden Tag schwer arbeiten, um das Überleben ihrer Familie zu sichern...

Dabei empfindet der Empfänger der Nachricht, dass nur ein Viertel der Weltbevölkerung, also 1,5 Mrd. Menschen, genug zu essen, ausreichend Kleidung im Schrank, ein Dach über dem Kopf und ein eigenes Bett be+itzen, bestenfalls ein leichtes Schaudern - in der Regel betrifft uns das aufgeschlagene Knie des Jüngsten oder die überfahrene Katze vor dem Haus mehr.

...würdem 200 Menschen genau 75 % des Gesamtgeldes verdienen...

Verkleinert rückt uns die Welt uns näher auf den westlichen Pelz. Der Trick der Autorin, globale Dimensionen in jedem nachvollziehbare Maßstäbe schrumpfen zu lassen, ist ebenso einfach wie bestechend. Plötzlich werden die Zahlen handhabbar und es ist ein Leichtes, das eigene Heimatdorf in die Metapher einzusetzen. Das macht die Angelegenheit ein gutes Stück verständlicher und kommunizierbarer, so sehr, dass auch Kinder kein Problem mit der Vorgehensweise haben - sofern sie das Glück haben, eine Schule besuchen zu können und nicht vorher verhungert sind.

...würden 100 zerstrittene Einwohner über ein Kernwaffenpotential verfügen, das genügen würde, das Dorf mehrfach in Schutt und Asche zu legen...

Die auf wenigen Seiten ausgebreitete Botschaft ist gerade angesichts der aktuellen Umstände beklemmend. In der Welt als Dorf ist es nämlich überhaupt nicht sinnvoll, über Zuwanderungsstop und Ausländer-Integration zu faseln, die Probleme sind nämlich immer schon vor Ort und auch nur dort zu lösen. Denn selbstverständlich ist die Herausforderung, dass von den 640 Erwachsenen im Dorf die Hälfte nicht lesen und schreiben können und nicht etwa, dass die 3 Kriegs- und Hunger-Flüchtlinge im Dorf, die bei Ihren Nachbarn untergeschlüpft sind, nicht ordentlich Bayrisch sprechen lernen.

...und außerdem: Wenn die Welt ein Dorf mit nur 1001 Einwohnern wäre, gäbe es 5 Soldaten aber nur einen Doktor.

Ein winzig kleines Buch mit einer Idee, die vielleicht sogar so etwas wie Nachdenken anstoßen könnte.
Siehe auch:

> Wenn die Welt ein Dorf mit nur 1001 Einwohnern wäre . . .
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