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Prüfungsprotokoll | 05.06.2012 |
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Prüfungsablauf
Tipps
Wenn man möchte, kann man (was Herr Bongard auch empfiehlt) mit einem selbstgewählten Thema, das in den Bereich der psychologischen Diagnostik (und Intervention) einzuordnen ist, beginnen. Dafür hat man ca. 5 Minuten Zeit.Danach wird ausgehend von dem Thema weitergefragt.
Die Prüfungsatmosphäre ist sehr angenehm. Herr Bongard ist ein sehr netter Prüfer, der es einem auch nicht übel nimmt, wenn man mal einen kurzen "Hänger" hat oder kurz nachdenken muss.
Generell prüft er auf Verständnis und stellt viele Transferfragen. Sich die Prüfungsprotokolle vorher anzuschauen hilft enorm, um besser einschätzen zu können, was da auf einen zukommt und in welche Richtung die Fragen abzielen.
Hab mich vorwiegend mit dem Amelang & Schmidt-Atzert und dem Buch von Testtheorie und Testkonstruktion (Moosbrugger & Kelava) vorbereitet (daraus eben die "relevanten" Kaptiel - ist sehr gut für KTT, IRT und Gütekriterien, Itemanalyse) und dann ein, zwei Kapitel aus den anderen beiden Büchern (Westhoff & Fisseni) ergänzend durchgeschaut.
Prüfungsfragen:
Einführungsthema: IRT (dazu erzählt: was ist eine Testtheorie, Annahme latenter Variablen, Unterschied Latent Class und Latent Trait-Modelle, lokale stochastische Unabhängigkeit, keine direkte Operationalisierung, sondern mathematische Gleichung zur Beschreibung des Zusammenhangs zwischen Wahrscheinlichkeit des Antwortverhaltens und der Merkmalsausprägung/ Personenfähigkeit, anhand von Zeichnung erklärt deterministische und probabilistische IC-Funktion, dichotomes Raschmodell, Besonderheiten des Raschmodells (Stichprobenunabhängigkeit), Parameterschätzung mit CML, Möglichkeiten zur Prüfung der Modellkonformität, wenn Modellkonformität gegeben: spezifische Objektitvität der Vergleiche).
Danach: Können Sie (in probab. Modell) eine zweites schwereres Item einzeichnen und erklären? Woran erkennt man, dass es schwerer ist (wollte, dass ich die zweite Dimension - also die Wahrscheinlichkeit miteinbeziehe - die Wahrscheinlichkeit für leichteres Item ist "schneller" bei 1...). Wie genau könnte ein Item für das determin. Modell aussehen? (Wollte, dass ich ein konkretes Beispiel nenne - habs erst nicht ganz verstanden, was er erwartet - habe dann aber nach kleiner Hilfe - ein Itembeispiel gegeben: z.B. im Rechentest eine Rechenaufgabe 1 + 3 = ?, wer das lösen kann, kann dann auch 1 + 1 lösen)
Dann KTT: Axiome genannt, Kritikpunkte der KTT, was macht IRT besser? (Stichprobenabhängigkeit der Parameter, Axiome nicht empirisch überprüfbar, Annahme Intervallskalenniveau nicht prüfbar, Eindimensionalität nicht prüfbar... - ABER: KTT hat sich bewährt, die meisten Tests sind danach konstruiert, erfüllen ihren Zweck).
Kennen Sie äquivalente Tests, die einmal nach IRT und einmal nach KTT konstruiert sind? (d2 und FAKT erklärt, was genau die sind) Dann: Vergleich der Gütekriterien der beiden Tests (Fairness, Ökonomie, Reliabilität, Validität, Normierung: d2 auch für Ältere möglich, aber leichter (schnellere Reaktionszeiten) für die, die das lateinische Alphabet kennen - nicht so kulturfair wie FAKT, dafür keine PC-Kenntnisse notwendig, d2 ökonomischer (schneller durchführbar, kein PC-Equipement...), d2 wurde 2010 neu normiert - FAKT ist sehr miserabel normiert (nur studentische, kleine Stichprobe), Rel. und Val. kaum Unterschiede). Habe noch das Problem der Motivation angesprochen - das IRT eigentlich motivierender sein sollen und ökonomischer - aber sehr aufwendig in der Konstruktion und immer nur 50-50-Chance richtig zu lösen ist v.a. bei langen Tests demotivierend... Dann die Frage: Wofür braucht man denn dann überhaupt IRT-Tests, wenn doch eigentlich schlechter abschneiden? Die Frage hat mich erst ein wenig verwirrt, hab dann nochmal darauf hingewiesen, dass man ja die Parameter getrennt berechnen kann und auch individuelle Messgenauigkeit bestimmt werden kann (1/ Wurzel aus Testinformationsfunktion) - dann aber nochmal die Frage, was mir das für die Praxis bringt. War letztendlich mehr ein "lautes Nachdenken" seinerseits.
Zum Schluss noch: Was sind objektive Tests und sind die gut oder schlecht? (keine Augenscheinvalidität, kommt drauf an, bei Beurteilung von Straftätern schlecht, da leichter verfälschbar, im klinischen Bereich positiv, da Patienten i.d.R. selbst daran interessiert sind, zu wissen, was sie haben und so leichter mitarbeiten können/ "bessere" Infos liefern können)
So - das wars dann aber auch. :-)
Kann aber gut sein, dass ich noch was vergessen habe...
Viel Erfolg!:-)