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Wir brauchen endlich eine intelligente Migrationspolitik
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Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
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BeitragVerfasst am: 12 Okt 2010 - 02:05:13    Titel:

Wenn Integration partout nicht gelingen will, so muss man sich auch trennen können

Zitat:
Trennung ist ebenso wichtig wie gute Integration

Zum gemeinsamen Weg gehört auch der Gedanke an Trennung. Keine Integration ohne Gegenleistung. In Deutschland ist das allerdings ein Tabu.

Gemeinsame Wege – in Deutschland kann man sie nur beginnen, nie beenden. Heftige Zustimmung allseits beim Anfang, beim Zusammenkommen. Wer gemeinsame Wege hingegen „zu Ende denkt“, wer trennen, ja ausschließen will, der hat sich offenbar aus der Solidargemeinschaft der Zivilisierten verabschiedet. Führung – auch eine politische Führung – muss jedoch gegen den Furor der Integration die Partituren der Trennung zur Geltung bringen.

Denn was macht eine gesunde Kooperationsbeziehung aus? Positiv gewendet: Es muss der Wunsch vorhanden sein, den Weg als „gemeinsamen“ Weg zu gehen. Wir müssen wollen, dass er dauern möge. Negativ gewendet: Es muss das Ende des gemeinsamen Weges gefürchtet werden. Nur dann wird Verantwortung übernommen. Wenn das Ende des gemeinsamen Weges nicht gefürchtet wird, ist er nichts wert. So ist das Geheimnis jeder lebendigen Ehe das Bewusstsein ihres Bedrohtseins.

Was aber, wenn der gemeinsame Weg nicht zu beenden ist?

Was aber, wenn der gemeinsame Weg nicht zu beenden ist oder nur zu einem hohen Preis? Dann gibt es kein Motiv, sich für dessen Erhalt einzusetzen. Dann beginnt mit der Umerziehung, dem Fördern und Ködern jenes Kurieren an Symptomen, das die Probleme nur vertieft, die es zu beheben vorgibt. Deshalb pervertieren alle Kooperationsverhältnisse, die nicht zu beenden sind.
Das kann man sich im öffentlichen Dienst ansehen, wo die grundsätzliche Unmöglichkeit der „Dienst“-Beendigung in weiten Teilen zu resigniertem „Ab-Leben“ führt – trotz bisweilen grotesker Formen des Leistungsanreizens. Das kann man sich beim Kündigungsschutz ansehen, der Klarheit und Konsequenz verhindert und hinter dessen immer noch hohen Wällen weniger Menschen eingestellt werden, als eigentlich möglich (und nötig!) wäre. Das kann man sich bei allen unlimitierten sozialen Unterstützungssystemen ansehen: Es ist eben nicht notwendig, sich anzustrengen, wenn man unter Ausnutzung aller Sozialsysteme plus ein wenig Schwarzarbeit ein Leben finanzieren kann, das für einen Niedrigverdiener kaum erreichbar ist.
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Von der Hysterie des Rettens

Die Folgen des Nicht-zu-Ende-gehen-Könnens: Sie sind auch an der staatlichen Verhinderung von Pleiten sichtbar. Erst wurden mittlere bis große Unternehmen wie die Maxhütte, Holzmann oder Quelle gerettet, dann angeblich systemrelevante Banken wie Hypo Real Estate sowie die Commerzbank, die mit staatlicher Unterstützung zuvor auch noch die Dresdner Bank übernehmen durfte. Durch die Gründung der Zentralbanken wurde ohnehin der Zusammenhang von Haftung und Entscheidung für den Banksektor gänzlich außer Kraft gesetzt.

Die Hysterie des Rettens: Sie lädt die Unternehmen ein, an falschen Geschäftsmodellen und schwachen Produkten festzuhalten sowie skandalöse Risiken einzugehen: Warum innovativ sein, warum mich beschränken, wenn ich im Fall des Scheiterns mit Staatshilfe rechnen kann? Deshalb gibt es von allem, was subventioniert wird, hinterher mehr: mehr Milch, mehr Kohle, mehr Armut, mehr Arbeitslosigkeit, mehr notleidende Unternehmen. Und das Publikum beginnt zu glauben, man könne ewig leben.

Beispiel EU – austreten: ja, rauswerfen: nein

Denselben Zusammenhang kann man sich in der EU anschauen. Die Euro-Länder haben die Maastricht-Kriterien aufgestellt; die sind vernünftig. Das Problem ist: Es gibt keine Sanktionen. Es tut niemandem weh, die Maastricht-Regeln zu verletzen. Aber es ist nicht ein Kriterium, eine Regel, die die Länder vernünftig handeln lässt, sondern die konsequente Strafe. Genau die fehlt auch im EU-Vertrag von Lissabon. Dort heißt es: „Jeder Mitgliedsstaat kann im Einklang mit seinen verfassungsrechtlichen Vorschriften beschließen, aus der Union auszutreten.“

Austreten darf man; Rauswerfen ist nicht erlaubt. Das ist der Ausschluss des Ausschlusses. Aber wer haftet dann für was? Wer nicht damit rechnen muss, aus der Währungsunion hinausgeworfen zu werden, lebt nach der Mentalität „beggar my neighbour“ – den Nachbarn ausplündern. Warum soll sich ein Land den Regeln der Knappheit unterwerfen, wenn auch ein Leben auf Pump möglich ist?

Muslime als Objekte fürsorglicher Belagerung


Der Mensch lebt über seine Verhältnisse, wenn er das Ende tabuisiert. Das kann man schließlich beobachten beim aktuellen Handgemenge zu Sarrazins Thesen. Sowohl im Buch (!) wie in der Diskussion erscheinen Muslime vorrangig als Objekte fürsorglicher Belagerung. Da wird integriert, gefördert und geholfen, dass sich die Sozialkassen biegen; da ruft man „Bildung!“ und „Sprache!“ – und verkennt die Verhältnisse: Warum soll ich Deutsch lernen, wenn die mich umgebende Mehrheitsgesellschaft aus Muslimen besteht, die auch kein Deutsch sprechen?

Auf einem Auge blind ist man jedoch vor allem im Grundsätzlichen: Denn zur Einschließung gehört die Ausschließung wesenhaft dazu, zum gemeinsamen Weg der getrennte. Bringt man ihn jedoch ins Spiel, befindet man sich mit dem Stigma des Rechtsradikalismus reflexhaft außerhalb der intellektuellen Sperrzone. Eine vernünftige Diskussion ist so nicht möglich. Noch nicht. Erst wenn uns schon in wenigen Jahren die Sozialsysteme um die Ohren fliegen, werden wir wie selbstverständlich die Lebenslehren der Leistung und Gegenleistung einführen, die in neosozialistischen Ländern wie Dänemark und Schweden schon heute Praxis sind.

Das Gutgemeinte ist das Gegenteil des Guten

Das also wird im Rückblick der Kalauer dieser Zeit sein, was schon Tucholsky wusste: dass das Gutgemeinte das Gegenteil des Guten ist. Denn der Islam ist eine fremde Religion, die aufgeklärtem europäischem Denken immer fremd bleiben wird. Das weiß jeder, der die integrationsfeindlichen Suren und Verse des Korans gelesen hat. Und natürlich kann jeder fremd bleiben wollen, und niemand muss Deutsch lernen, und jeder kann auch mehr nehmen als geben wollen – außerhalb der Grenzen. In Zeiten sozialer Verwerfung brauchen wir Verhaltenslehren, die Eigenes und Fremdes, innen und außen auseinanderhalten. Konzepte der Unterscheidung – und damit auch der Scheidung. Diese sind Mangelware in einem Land, wo subventioniert wird, was schon gestorben ist, wo eine falsche Humanität die Unverantwortlichkeit stützt, wo das Parasitäre auf Kosten anderer künstlich beatmet wird und Probleme gerne mit noch mehr Steuergeld zugedeckt werden. Und sie sind Mangelware in einem Land, wo Unterscheidung „Diskriminierung“ ist, der Verweis auf das ganz und gar andere „fremdenfeindlich“, wo uns Özil und Khedira zeigen, dass wir alle irgendwie gleich sind, und wo die globalisierte Indifferenz nicht anthropologisch naiv ist, sondern chic.

Wir haben die Kraft verloren, Respekt zu verlangen

Aber Identität bildet sich nicht positiv, sondern negativ – durch Ausschließung. „Nicht so wie …“ ist ihre Gestaltgeste. In Deutschland wird diese Negativität negativiert. Wir haben die Kraft verloren, Respekt vor den kulturellen Wurzeln zu verlangen, auf der Gegenleistung zu beharren, zum Nehmenwollen das Gebenwollen zu fordern. Aber ist es zu viel verlangt, den Nutzen der Einwanderer für die Gesellschaft einzuklagen und Integrationsverweigerung sowie Gewaltneigung anzuklagen? Offenbar ja, zur anfänglichen Duldung gesellt sich langsame Gewöhnung und irgendwann rationale Ignoranz. Ermattet und abdankungslüstern ergeben wir uns dem Toleranzdiktat der Konsequenzinvaliden. Aber nicht handeln heißt zustimmen. Deshalb muss eine politische Führung, die ihren Namen verdient, drohen können. Sie muss klar und frühzeitig konfrontieren, Konsequenzen aufzeigen, die rote Linie deutlich markieren, wann der gemeinsame Weg zu Ende ist.

Natürlich ist Führung auch hier wieder im Dilemma. Wenn sie droht, verhält sie sich in den Augen vieler Menschen falsch. Wenn sie nicht droht, auch. Aber es gibt einen Unterschied. Im ersten Fall scheint sie falsch, im zweiten ist sie es.

Manchmal heißt ein Problem lösen, sich vom Problem zu lösen

So erzeugt klares Denken klares Sprechen und klares Handeln: Manchmal heißt ein Problem lösen, sich vom Problem zu lösen. Wir müssen auch bereit sein, uns zu trennen. Wir müssen aussteigen können aus Projekten, die bei den Beteiligten mehr Begeisterung erzeugen, als angesichts knapper Mittel gerechtfertigt ist. Und nur wenn wir bereit sind, einen gemeinsamen Weg zu beenden, wenn Werte verletzt werden, sind uns diese Werte wichtig. Alles, was nicht auch durch eine Trennung bezeugt werden kann, ist unwichtig. Konsequente Trennungspolitik ist deshalb ebenso notwendig wie gute Integrationspolitik.

Deshalb muss Politik vorbeugend Anwesenheitsverhinderungen organisieren – und sie muss nachsorgend Schlussstriche ziehen. Weil sie weiß: Bei allem Bemühen um Langlebigkeit ist der Mensch ungeschickt im Hantieren mit der Ewigkeit. Es ist klug, sich das Ende vor Augen zu halten. Als Voraussetzung für den Anfang.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article10194923/Trennung-ist-ebenso-wichtig-wie-gute-Integration.html
Filzstift
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BeitragVerfasst am: 12 Okt 2010 - 10:07:55    Titel:

Lief eben im Radio. Ich war erstaunt.

Eine musikalische Aufarbeitung des Themas mit sehr klarer Ansage:

HipHop gegen Deutschlandhass
http://www.youtube.com/watch?v=7BbfQ4RBmH4



im Gegenzug dazu diese Momentaufnahmen vor, während und nach dem Spiel Deutschland-Türkei

http://www.spiegel.de/video/video-1088559.html
Cool

Die Aussagen der deutschsprachig gut integrierten jungen Männer waren eindeutig.
Sie möchten Türken bleiben.
Fehlt nur noch, das demnächst ein Volksgruppenschutz wie für Sorben, Dänen, Friesen gefordert wird.
Und ich weiß auch schon, wer dies befürworten und unterstützen würde.
murania
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Anmeldungsdatum: 23.10.2005
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BeitragVerfasst am: 12 Okt 2010 - 19:54:08    Titel:

Wann kamen denn die Ausländer nach Deutschland?

Zum Weltartikel:
Dann muss man Ausländer genauso abtrennen können, wie gute bezahlte Arbeit und soziale Hilfen und das einmischen des Staates?

Der Gedanke das Integration von beiden Seiten kommen muss, ist richtig, aber auch nicht neu. Wieviel Jahre wird in regelmäßigen Abständen schon über Integration diskutiert?
Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 5998
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BeitragVerfasst am: 13 Okt 2010 - 01:29:20    Titel:

murania hat folgendes geschrieben:
Wann kamen denn die Ausländer nach Deutschland?


Auch da sollte man differenzieren.
Die Ausländer gibt es nicht.
Es gilt ja mittlerweile als anerkannt, dass es bei bestimmten muslimischen Mitbürgern problematische Entwicklungen gibt, die so bei anderen Migrantengruppen nicht zu beobachten sind.

Die Zeiten, wo Gastarbeiter aus der Türkei angeworben wurden, sind Jahrzehnte her und vorbei. Von diesem Klientel gehen die wenigsten Probleme aus.
Integrationsunwillige, um die es derzeit geht, rekrutieren sich doch eher aus nachgezogenen Familienangehörigen oder hier in Parallelwelten geborenen, die in einen Klima von Nationalstolz auf die alte Heimat und wiederentdeckter oder mitgebrachter Religiösität aufwachsen.
Zum anderen besteht die Gruppe aus als Bürgerkriegsflüchtling Eingereisten(Araber aus dem Dunstkreis Palästinenser, Libanesen, Kurden) oder anerkannten Asylbewerbern oder auch abgelehnten mit Duldung.

Das Araber je als Gastarbeiter angeworben wurden, ist mir nicht bekannt.
murania
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Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 2602

BeitragVerfasst am: 13 Okt 2010 - 17:33:12    Titel:

Stimmt, es gibt die Ausländer nicht. Allerdings ist es fragwürdig, dass sich die "Parallelgesellschaft" erst nach dem Nachzug gebildet hat. Dass sich diese an ihren Verwandten orientiert haben, kann denen wohl kaum vorgeworfen werden. Jetzt mal wieder einseitig auf die Ausländer einkloppen bringt nur Populismus oder, wie der Weltartikel zeigt, wird versucht mit Hilfe der Ausländer andere Botschaften zu vermitteln.
RumsDiBumssss
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Anmeldungsdatum: 06.05.2010
Beiträge: 379

BeitragVerfasst am: 13 Okt 2010 - 23:26:40    Titel:

Ich sage, dass wir kein Problem mit Migranten haben, sonder ein Problem mit der bildungsfremden Unterschicht! Was machen wir jetzt ?
nAim
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 2134

BeitragVerfasst am: 14 Okt 2010 - 11:14:01    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:

Von welchem Islam sprichst du denn ? Siehste, da beginnt bereits das Problem mit " dem " Islam. Kaum einer würde sich daran stören, wäre er vergleichbar nicht penetrant wie z.B. der Buddhismus, das Juden - oder Christentum, verzichtete er auf kollektive Indoktrinationen, ein eigenes Rechtsverständnis und würde " der " Islam theologisch eine strikte Trennung weltlicher und religiöser Belange erklären. Das alles gibts aber leider nicht offiziell in " dem " Islam.



Das nennst du also nicht mit zwei verschiedenen Maßen zu messen? Trennung von Religion und Staat ist durch den Staat gegeben. Zu sagen das Christentum wäre nicht penetrant oder würde auf Indoktrinationverzichten. Bedeutet dass man die Geschichte iggnoriert zumal das Christentum immer noch großen Einfluss auf politische Stimmungen hat.

Und allein schon darüber zu diskutieren ist eigentlich überflüssig. Den Artikel 3 des Grundgesetzes garantiert die Religionsfreiheit. So wie auch die EU Menschenrechtscharta und die Internationalen Menschenrechtsabkommen.


Worübeer reden wir hier also? Wollt ihr die Menschenrechte abschaffen nur weil Sarrazin ein buch geschrieben hat und ihr die Tatsache ignoriert, das nicht diee Religion die Schuld trägt sondern fehlende Bildung?
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 14 Okt 2010 - 11:29:26    Titel:

RumsDiBumssss hat folgendes geschrieben:
Ich sage, dass wir kein Problem mit Migranten haben, sonder ein Problem mit der bildungsfremden Unterschicht! Was machen wir jetzt ?


Nicht nur die Unterschicht ist bildungsfern. Bildungsfaulheit ist auch ein Problem der Mittelschicht - zu sicher wähnt sie sich in dem Glauben, dass nach Schule und Ausbildung die tägliche BILD-Lektüre ausreicht, um allumfassend über das Tagesgeschehen informiert zu sein sowie sich dadurch in die politische Willensbildung einbringen zu können (und dürfen).
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 14 Okt 2010 - 13:57:45    Titel:

nAim schrieb :
Zitat:
Das nennst du also nicht mit zwei verschiedenen Maßen zu messen? Trennung von Religion und Staat ist durch den Staat gegeben.

Der Staat gibt nix. Der Staat sind wir. Und wir sind in unserem Verhältnis Religion - Individuum letztlich historisches Ergebnis einer Entwicklung. Das du sie ignorierst ändert nichts an der Tatsache. Auch nicht an der Möglichkeit, solchen Status umzukehren, wäre eine relevante Zahl von dazu entschlossenen Gläubigen nur groß genug.
Zitat:
Zu sagen das Christentum wäre nicht penetrant oder würde auf Indoktrination verzichten. Bedeutet dass man die Geschichte ignoriert zumal das Christentum immer noch großen Einfluss auf politische Stimmungen hat.

Also ich ignoriere die Geschichte nicht - verspüre aber wenig Lust, dir bekannte Allgemeinplätze des diesbezüglich unterschiedlichen Entwicklungsstandes zwischen Christentum und Islam nahezubringen.
Zitat:
Und allein schon darüber zu diskutieren ist eigentlich überflüssig. Den Artikel 3 des Grundgesetzes garantiert die Religionsfreiheit. So wie auch die EU Menschenrechtscharta und die Internationalen Menschenrechtsabkommen.

Deshalb ist ein Diskurs über " den " Islam eigentlich überflüssig. Man kann ihn inhaltlich schlicht ignorieren. Man muß auch nicht darüber diskutieren, wie im Islam unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit das GG mißbraucht wird, um Religionsfreiheit dem Sinne nach zu konterkarieren. Man müßte lediglich - wie auch immer pragmatisch - das GG seinem Sinne nach bezüglich der Religionsfreiheit in Einklang mit der Gewährung der individuellen Rechte endlich durchsetzen.
Das GG gewährleistet seinem Anspruch nach die Religionsfreiheit, wozu auch die Freiheit von Religion gehört ( ... ) - jenes GG stellt die individuelle Freiheit der Entscheidung für oder gegen Religion, über die kollektive Indoktrination des Individums, die insbesondere im Islam eher Alltag als Ausnahme ist.

Eine dem Credo des GG nach umgesetzte Religionsfreiheit würde die muslimische Art der familienbezogenen Weitergabe und Prägung der Kinder auf Religion überhaupt nicht ermöglichen, da eine derartige Indoktrination der freien Entfaltung der Persönlichkeit, der Möglichkeit eigenständiger Glaubensentscheidungen zutiefst widerspricht.

Religionsfreiheit bedeutet dem Sinne nach eine Religion freiwillig persönlich auszuüben, deren Annahme auf einer persönlichen Glaubensentscheidung beruht. Eine solche eigenverantwortliche Glaubensentscheidung ist mitnichten durch eine fließbandmäßige Etikettierung des eigenen Nachwuchses als Religionszugehörig gegeben, eine Glaubensentscheidung ist im Normalfall ein langwieriger innerer Prozess, der aus der eigenständigen Beschäftigung mit der individuellen Suche nach einer Antwort auf die Fragestellungen : Woher, Wohin, Warum resultiert - und einer kritischen Auseinandersetzung mit den damit bereits angebotenen Antworten, die durch verschiedene Religionen gegeben wurden.

Ein solcher Prozess mündet dann irgendwann in eine individuelle Entscheidung, die ebenso ein von den Antworten der Religionen unabhängige Sichtweise ausdrücken, in Atheismus oder Agnostizismus münden kann - bzw. sich eben eine der vorhandenen religiösen Sichtweisen anschließt, oder dabei selbst innerhalb des jeweiligen Mainstreams abweichende Positionen im Detail sich bilden.

Siehste - das ist Religionsfreiheit, nicht der worthülsenhafte Bezug von Muslimen, die " Religionsfreiheit " nicht müde werdend einfordern, nicht aber um eben benannte tatsächliche Religionsfreiheit endlich umzusetzen, sondern um sie zu benutzen, ihr System der kollektiven familiären Weitergabe und damit zahlenmäßig stetigen Vergrößerung der Umma aufrecht zu erhalten- global betrachtet.

Fang am besten gar nicht damit an, solche Defizite auf die Weitergabe des Christentums zu adaptieren. Das verschwurbelt nur ein tatsächliches Problem mit einem im wesentlichen auch ehemals vorhandenen - aber bereits gelösten. Zumindest insofern, als dass die Entscheidung für das Christsein nie eine nachhaltige als Erwachsener bleibt, korreliert sie nur mit familiärer Prägung als Kind - und nicht mit der eigenen Überzeugung als Erwachsener. Außerdem existiert heute kein vergleichbarer Druck der jeweiligen Gemeinschaft mehr, die einen gefahrlosen Ausstieg hoch problematisch erscheinen läßt. ( Apostasie im Islam )
Zitat:
Worübeer reden wir hier also? Wollt ihr die Menschenrechte abschaffen nur weil Sarrazin ein buch geschrieben hat und ihr die Tatsache ignoriert, das nicht diee Religion die Schuld trägt sondern fehlende Bildung?

Würde Religionsfreiheit innerhalb der muslimischen Community so wie eben beschrieben umgesetzt, so würde sich das Problem von selbst auswachsen - denn dann würden die Menschenrechte innerhalb des Islams endlich respektiert, statt sie durch das Festhalten an der religiösen Kollektivdoktrin und der Kairorer Erklärung der Menschenrechte beständig zu relativieren.

Man könnte jetzt sagen - so tat ich das früher immer - der Islam würde im Alltagsleben und in seinem gesellschaftlichen Einfluss dann früher oder später den gleichen Stand wie das Christentum einehmen. Mittlerweile hab ich meine Auffassung dazu jedoch revidiert :

Der Islam würde - bei gegenwärtigen, unreformierten Inhalten und trotz einer individuell weitestgehenden sanktionsfreien Entscheidung dafür oder dagegen, deutlich in der langfristigen Verbreitung weit hinter das Christentum zurückfallen - denn er wäre einfach nicht mehr konkurrenzfähig.

Kurz gesagt : Religionsfreiheit innerhalb des Islams wäre das Ende des Islams in seiner jetzigen Form und Inhalt.

Lasst uns endlich Religionsfreiheit umsetzen !

Freundliche Grüße, schelm


Zuletzt bearbeitet von schelm am 14 Okt 2010 - 14:09:06, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 14 Okt 2010 - 14:02:27    Titel:

Drei Dinge über den Islam

http://www.youtube.com/watch?v=hTheVwj64k8

Wer möchte das dort beschriebene widerlegen? Confused


OT:
HipHop gegen Deutschlandhass - "Sarrazin" in Jugendsprache übersetzt
http://www.youtube.com/watch?v=7BbfQ4RBmH4

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