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Mittäterschaft bei der Pfandkehr § 289 StGB
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Anmeldungsdatum: 29.11.2006
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 07 Dez 2006 - 19:17:15    Titel: Mittäterschaft bei der Pfandkehr § 289 StGB

Hallo liebe Leute!

Ich brauche eure Hilfe bei folgendem Problem:

Stellt euch vor, A ist unmittelbar handelnder Täter bei der Pfandkehr einer eigenen (Alleineigentum!) beweglichen Sache nach § 289 I 1.Alt StGB (er nimmt was mit).
Sein Freund B, der ihn dazu bestimmt hat, mit ihm den Plan entworfen hat und nun Schmiere Steht, ist jedoch nicht Eigentümer dieser Sache.


Wie steht es nun mit der Strafbarkeit des Freundes B???

-> Mittäterschaft an der Pfandkehr iSd § 289 I 1.Alt durch das Schmiere stehen?
Dürfte wohl klar ausscheiden, da es für ihn eine fremde Sache ist, oder? Aber dann gibt es ja noch die 2.Alt, kann/darf/muß ich die bei B prüfen? Er selbst verwirklicht die Wegnahme nicht, sondern steht nur Schmiere. Irgendwie bin ich grad vollständig durcheinander.

Wenn er nicht Mittäter ist, ist er Gehilfe und Anstifter ist er sowieso (wobei die Anstifzung iRd Konkurrenz zurücktritt).

Vielleicht fällt euch dazu was ein!

LG 3???

PS.: Ist die Eigentümereigenschaft bei der ersten Variante eigentlich ein besonderes persönliches Merkmal iSd § 28??? Im Tröndle steht nichts drin, und auch diverse Lehrbücher scheinen sich nicht für die Pfandkehr so richtig zu interessieren. Sad
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 07 Dez 2006 - 19:39:44    Titel:

Ich hatte mit der Pfandkehr noch nichts zu tun, aber mal folgende Idee:

Du musst um zu einer Strafbarkeit des Freundes B aus §§ 289 I, 25 II StGB zu kommen, dem B die Handlung des A zurechnen können. Tathandlung ist bei § 289 I StGB die Wegnahme. Da bestehen ja keinerlei Probleme. Dass das Tatobjekt für A nicht fremd und für B fremd ist, spielt ja für eine Zurechnung über § 25 II StGB in meinen Augen keine Rolle.

B: §§ 289 I, 25 II StGB
I. obj. Tb
1. Tatobjekt: fremde bewegliche Sache, uprobl. (+) (Sie ist für B ja fremd.)
2. Tathandlung:
a) B nahm die Sache nicht selber weg, vielmehr tat dies A.
b) In Betracht kommt aber, dass sich B die Wegnahme des A über § 25 II StGB zurechnen lassen muss. Er müsste dafür Mittäter sein. Mittäter ist, wer ... Mithin ist B Mittäter; die Wegnahme des A muss er sich daher zurechnen lassen.
3. Zugunsten des Eigentümers, uprobl. (+)
II. subj. Tb
III. Rw, Schuld
IV. Strafantrag
3???
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Anmeldungsdatum: 29.11.2006
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 07 Dez 2006 - 20:02:03    Titel:

Hallo Tobi!

Neee, so nicht! Wink

Ich habe ja erst die Pfandkehr (1.Variante) durch A geprüft und bejaht:
I. Tatbestand
1. bewegliche Sache
2. im Eigentum des Täters stehend = Täter ist A, dem gehört die Sache auch, also (+)
3. Belastung mit fremdem Recht (+) da Pfandrecht besteht
4. Wegnahme (+)
5. Vorsatz & rechtswidrige Absicht (+)

Und nun will ich die Mittäterschaft des B an dem Delikt da oben prüfen. Da kann ich nicht einfach auf die 2te Variante (Nichteigentümer handelt für Eigentümer) springen, oder? .Confused Sondern muß bei der Mittäterschaft zur 1. Variante bleiben:

-> §§ 289 I 1.Alt, 25 II
I. Tatbestand
1. bewegliche Sache -> ganz klar (+)
2. im Eigentum des Täters stehend -> eben nicht!!! B ist nicht Eigentümer!!!
... erst dann käme ich in der tathandlung zur Zurechnung über § 25 II, dahin komme ich aber gar nicht.

Ich hoffe jetzt wird mein Problem etwas klarer. Und nun?

LG....
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 07 Dez 2006 - 20:05:29    Titel:

Würdest du eine Teilnehmerschaft prüfen, ja. Da brauchst du eine rechtswidrige Haupttat, kannst also in den Tatbestandsalternativen wohl nicht so einfach springen. Hier prüfst du aber eine Täterschaft.
3???
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Anmeldungsdatum: 29.11.2006
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 07 Dez 2006 - 20:30:26    Titel:

Hi Tobi!

Aber ich kann doch nicht einfach die Mittäterschaft zu einem Delikt prüfen (hier dann Variante 2), zu dem ich keinen handelnden Täter habe (denn der hat ja Variante 1 verwirklicht), oder?

Hmmm..... du meinst also, ich könnte bei B die 2.Variante prüfen und dort nur die Tathandlung = Wegnahme durch A zurechnen? So ein komisches Problem ist mir während des gesamten Studiums noch nicht begegnet. Shocked
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 07 Dez 2006 - 21:06:52    Titel:

Also mir fällt kein Grund dafür ein, warum man das nicht machen können sollte. Nicht umsonst wird zwischen Tatobjekt und Tathandlung in der Fallprüfung ja getrennt. Und ein eigenhändiges Delikt haben wir hier auch nicht. Aber vielleicht kommt noch jemand, der es besser weiß.
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Anmeldungsdatum: 29.11.2006
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 08 Dez 2006 - 12:04:28    Titel:

Hallo Tobi!

Lieben Dank nochmal für deine Hilfe.

Ich habe jetzt alles durchwühlt, was ich finden konnte: Tröndle, Lehrbücher, Alpmann Skripte, Alpmann Fälle und meine JI Repunterlagen. Nirgendwo kommt es auch nur einmal vor, dass ich beim Mittäter eine andere Deliktsvariante prüfe als beim unmittelbar handelnden Täter.

Es läuft immer so:
- Delikt xy bei A
- Delikt xy, 25 II bei B

Und im Alpmann Skript Strafrecht AT2 steht:
Auch bei Allgemeindelikten, die durch irgendein subjektsbezogenes Merkmal bestimmte Personen aus dem Täterkreis ausklammern, scheidet jede Form der Täterschaft aus, wenn die fragliche Person nicht die geforderte Subjektsqualität mitbringt.

Vielleicht fällt euch ja doch noch was dazu ein. Bin drauf und dran, bei B die Mittäterschaft abzulehnen und Beihilfe zu prüfen.

LG.... 3???
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