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Ausbildungsvertrag kündigen
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Schludrigkeit
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 1052

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2006 - 19:05:54    Titel: Ausbildungsvertrag kündigen

Hallo Leute!

Während der Probezeit können Azubi und Arbeitgeber ja gemäß BBiG aufgrund eines wichtigen Grundes fristlos kündigen.

Aber wie sieht es im folgenden Fall aus?

"Bewerber B bewirbt sich nach seinem erfolgreich abgeschlossenem Abitur bei 4 verschiedenen Firmen F um einen Ausbildungsplatz. Bei F1, F2 und F4 erhält er eine Zusage, bei F3 eine Absage.
Weil er sich zur Zeit noch unsicher ist, nachher aber nicht mit leeren Händen dastehen möchte, unterschreibt er bei F1 und F2 und F4 jeweils einen Ausbildungsvertrag. B denkt sich, dass wenn er die Entscheidung getroffen hat, den übrigen beiden Firmen F einfach kündigen kann. Wie beurteilen Sie diese Situation?"

Neben der Tatsache, dass dieses Verhalten asozial und unfair ist, würde mich der rechtliche Aspekt interessieren.

Ich hätte jetzt gedacht, dass man die Ausbildung erstmal beginnen müsste, um überhaupt aus wichtigem Grund kündigen zu können. Stimmt das?

Ich meine, sonst könnte der Bewerber B ja auch einfach die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn verstreichen lassen und dann halt zwangsläufig bei zwei der drei Firmen (von denen er eine Zusage erhalten hat) einfach nicht auftauchen, so dass die Firmen IHM fristlos kündigen. Oder haben die noch mehr rechtliche Ansprüche, die sie geltend machen können?

Danke im Voraus!

Schludrigkeit
AmtsträgerBasti
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Anmeldungsdatum: 15.10.2006
Beiträge: 243

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2006 - 19:45:28    Titel:

Der Auszubildende bzw. bei noch nicht begonnener Ausbildung der Bewerber, kann jederzeit und ohne Einhalten einer Kündigungsfrist den Ausbildungsvertrag stornieren, wenn er sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will. Dies gilt auch wenn gemäß § 10 Abs. 2 BBiG das Berufsausbildungsverhältnis rechtskräftig entstanden ist.

Und nur mal so am Rande...Der Ausbildungsvertrag greift ja erst bei Antritt der Ausbildung. Erst zu diesem Zeitpunkt, sind evtl. Kündigungsfristen die im Ausbildungsvertrag aufgeführt sind rechtlich relevant.
Schludrigkeit
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 1052

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2006 - 21:46:38    Titel:

Danke für die Antwort!

Das heißt also, dass der Bewerber B ohne rechtliche Schwierigkeiten vor Ausbildungsbeginn so viele Ausbildungsverträge unterschreiben kann wie er will und auch einfach (vor Beginn der Ausbildung) wieder kündigen kann, ja?

Finde ich trotzdem komisch. Ich meine, der Arbeitgeber hat das Recht doch auch nicht, oder? Der AG kann doch auch nicht einfach sagen (vor Ausbildungsbeginn), dass er den Bewerber trotz schon unterschriebenem Vertrag nicht mehr beschäftigen möchte, oder kann er das doch? Das wäre ja eine totale Ungleichbehandlung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber (OK, die gibt es in Deutschland sehr häufig, aber wundern tut´s mich trotzdem!).
AmtsträgerBasti
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Anmeldungsdatum: 15.10.2006
Beiträge: 243

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2006 - 22:44:14    Titel:

Bei einer Berufsausbildung gibt es keinen Arbeitgeber! Das BBiG redet lediglich vom "Ausbildenden" und "Auszubildenden".
Des Weitern steht dem Ausbildenden nicht das Recht zu, den Berufsausbildungsvertrag nach Unterzeichnung zu stornieren, es sei denn, dass der Betrieb Insolvenz anmeldet.

Im übrigen darfst du ein Berufsausbildungsverhältnis nicht mit einem Arbeitsverhältnis gleichsetzen!
Schludrigkeit
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 1052

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2006 - 17:17:36    Titel:

Ja gut, dann ersetze "Arbeitgeber" durch "Ausbildenden" und "Arbeitnehmer" durch "Auszubildenden".

Wenn der Auszubildende vor Antritt der Ausbildung problemlos vom Ausbildungsvertrag zurücktreten kann und der Ausbildende aber in jedem Fall daran gebunden bleibt, dann ist das doch eine klare Benachteiligung des Ausbildenden.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2006 - 18:09:00    Titel:

Vorsicht: Erstmal einen Blick in den entsprechenden Ausbildungsvertrag werfen. Ist dort keine spezielle Regelung "Rücktritt vor Ausbildungsbeginn" enthalten, gilt das oben gesagte, ansonsten können nämlich meines Wissens auch abweichende Vereinbarungen getroffen werden. Es ist also anzuraten, die vier Verträge aufmerksam durchzulesen. Es wird ja bereits dann haarig, wenn eine Frist bestimmt ist...
Schludrigkeit
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 1052

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2006 - 20:43:17    Titel:

Ach so! Dann ist das, was Basti beschrieben hat, die gesetzliche Regelung. Vertraglich kann also individuell anderes vereinbart werden...

OK, Danke für den Hinweis!
AmtsträgerBasti
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Anmeldungsdatum: 15.10.2006
Beiträge: 243

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2006 - 20:46:33    Titel:

so ist es...allerdings habe ich persönlich noch keinen Ausbildungsvertrag zu Gesicht bekommen, in dem die Auflösungsformalitäten vor Beginn der Ausbildung aufgeführt sind...aber ich schließ mich natürlich an - IMMER LESEN, WAS MAN UNTERSCHREIBT Wink
JuliaXXX
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Anmeldungsdatum: 15.10.2005
Beiträge: 77

BeitragVerfasst am: 12 Dez 2006 - 14:36:16    Titel:

Kann der Arbeitgeber dann eigentlich einen Anspruch aus c.i.c. geltend machen?? Vielleicht wegen angefallener Inseratskosten (in der Zeitung)?
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