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Textgebundene Erörterung - Anleitung und Beispiel
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Foren-Übersicht -> Deutsch-Forum -> Textgebundene Erörterung - Anleitung und Beispiel
 
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Svenja91
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Anmeldungsdatum: 10.12.2006
Beiträge: 112

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2006 - 16:57:59    Titel: Textgebundene Erörterung - Anleitung und Beispiel

Also, bei einer Textgebundenen Erörterung würde ich folgendermaßen vorgehen:

1. Den zu erörternden Text genau lesen.
2. Die Hauptthese herausschreiben (unbedingt in eigenen Worten!!)
2. Einen Einleitungssatz verfassen:
In dem (Zeitungsartikel) (Titel) von xy, der am x.y.xy in der xy erschienen ist, behauptet/fordert der Autor, dass (These einfügen)
3. den Hauptteil schreiben, dabei erst einmal die Argumente zusammenfassen
4. Argumentationsstruktur herausarbeiten, dabei auch beschreiben, welche Kategorien von Argumenten verwendet wurden und ob sie als pro und contra im Block oder in Form einer fortlaufenden Antithetik dargestellt wurden
5. schreiben, ob der Text deduktiv oder induktiv verfasst wurde
BEI ALL DEM DIE TEXTBELEGE NICHT VERGESSEN!!!!! da sind Deustchlehrer immer voll scharf drauf Wink
6. die sprachlichen Mittel untersuchen, also: rhetorische Fragen?, Metaphern?, Appelle, Fremdwörter, Sprachstil (viele Fremdwörter?) und die Wirkung dieser Mittel
7. damit überleiten zum Adressat, also an wen richtet sich der Text und was soll damit genau ausgedrückt werden (Intention)

Überleitung zum Schluss....
8. Text bewerten, ist es dem Autor gelungen, die Message rüberzubringen?, alles begründen, abwägen, ob die These aus der Einleutung auch herüber kam

ja das sollte erst mal reichen.

hier mal ein link zu einem Artikel:
http://www.mediasam.de/deutsch/d_schreibf/schr_schule/txteroert/txt/tero_txt_8.htm

und hier meine textgebundene Eerörterung dazu:

Textgebundene Erörterung

In dem Zeitungsartikel „Voll im Trend gegen den Baum“ von Jörg Braun, der am 15./16. Januar 1994 im Südkurier Wochenendmagazin erschienen ist, stellt der Autor die Behauptung auf, dass insbesondere junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren Verkehrsunfälle verursachen.

Jörg Braun stützt seine Behauptung anhand vieler Argumente. Er schreibt, dass überwiegend am Wochenende viele junge Menschen durch einen selbstverursachten Verkehrsunfall sterben. Dafür gibt es seiner Ansicht nach drei entscheidende Faktoren: junge Fahrer überschätzen ihre Fähigkeiten und riskieren zu viel, sie wollen sich ihren Mitfahrern gegenüber beweisen und angeben und haben außerdem noch nicht die nötige Erfahrung, wodurch sie im Notfall in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind.
Zur Risikogruppe gehören meistens junge Männer, etwa 1/3 von ihnen geht ein erhöhtes Risiko ein. Man kann sie in drei Typen unterteilen, den „Action-Typ“, der ständig in „Aktion“ ist, den „Fan-Typ“, der gerne in die Disco geht, und der „Kontra-Typ“, der alles schlecht macht und bevorzugt laute Musik hört.
Am Ende des Artikels schreibt der Autor, dass 2/3 aller betrunkenen Fahrer der Altersstufe zwischen 18 und 35 Jahren angehören.
Jörg Braun verwendet sowohl Fakten- als auch Autoritätsargumente. Seine Faktenargumente belegt er durch Statistiken, beispielsweise schreibt er, dass „im Jahr 1992 knapp 30000 alkoholisierte Unfallfahrer ermittelt wurden“, von denen „20000 unter 35 Jahren alt waren“. Darüber hinaus arbeitet er viele Beispiele in seinen Artikel mit ein. Zu Anfang des Textes beschreibt er eine „Standartsituation“, in der ein 19jähriger durch mangelnde Erfahrung und zu hohe Risikobereitschaft einen Verkehrunfall verursacht, bei dem er selbst umkommt.
Indem er Aussagen wie „Die Statistik Fachleute fanden noch mehr heraus“ in seinen Artikel einarbeitet, bezieht er sich auf Autoritäten, deren Meinungen zu einem bestimmten Thema allgemein anerkannt und damit gültig sind.
Herr Frenkels Argumentation ist einseitig, da er, um seine These zu stützen, nur Argumente für verursachte Verkehrsunfälle durch junge Fahrer anbringt.
Die Gedankenführung des Autors ist deduktiv; er verwendet zwar keine kausalen Satzverbindungen, man könnte diese jedoch nachträglich in den Artikel „einfügen“.
Durch verwendete Absätze und die vielseitigen Beispiele aus dem Alltag scheint der Artikel übersichtlich und leicht verständlich und verschiedene Satzanfänge stellen einen Zusammenhang zwischen den Argumenten her; der Artikel ist also kohärent.
Die Sprache und Ausdrucksweise des Verfassers ist sehr einfach und man findet einige Elemente der Jugendsprache vor, wie zum Beispiel „steht auf“, „was da aus den Boxen brummt“, „Teens und Twens“.
Daraus geht hervor, dass die Zielgruppe des Artikels die Jugendlichen sind, die der Autor über die Gefahren des Autofahrens durch Trunkenheit und wenig Erfahrung aufklären will. Er will mit seinem Zeitungsartikel erreichen, dass sie sich den Gefahren bewusst werden und einmal darüber nachdenken und dass es als Folge davon weniger Verkehrsunfälle verursacht durch junge Leute gibt.

Meiner Meinung nach ist es Jörg Braun gut gelungen, diese Botschaft herüberzubringen, denn sein Bezug zu seiner anfänglich aufgestellten These geht zu keinem Zeitpunkt verloren und seine verwendeteten Statistiken und Beispiele sind aus dem Alltag gegriffen und dadurch leicht verständlich. Die Zahlen „schocken“ den Leser eventuell und die Zielgruppe, also die Jugendlichen, finden eventuell in einem der drei vorgestellten „Typen“ ein kleines bisschen von sich selbst wieder.
Einen Aspekt hat Jörg Braun meiner Meinung nach jedoch nicht genug beziehungsweise gar nicht genannt: die Folgen alkoholisierter, risikobereiter Fahrer für die anderen Verkehrsteilnehmer. Dieses Argument ist ebenfalls sehr wichtig, gerade weil es den jungen Fahrern klar macht, dass sie im Straßenverkehr nicht nur für sich selbst, sondern auch für die anderen Verkehrsteilnehmer verantwortlich sind.
Trotz dieser Tatsache hat mich der Artikel sowohl stilistisch, als auch inhaltlich, überzeugt.


ich hoffe, ich konnte dir helfen Smile
AgentD
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Anmeldungsdatum: 28.09.2007
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 15 Mai 2008 - 23:05:12    Titel:

Hi ich schreibe nächste Woche eine Prüfung über die Erörterung, diese aber unterscheidet sich von der textgebunden und einfachen Erörterung. Wir sollen durch einen Artikel pro und kontra Argumente, Belege und Beispiele raussuchen und noch selber welche finden. Ist diese Erörterung dem Aufbau der einfachen Erörterung oder eher die textgebundene Erörterung.

Unsere Lehrerin meinte im letzten Moment was davon das wir auch Argumente etc. aus einem Artikel rausschreiben sollen aber die Fragen wollte sie nicht beantworten.

Vielen Dank
Vesar
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Anmeldungsdatum: 24.04.2008
Beiträge: 1360
Wohnort: Toulouse/Frankreich

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2008 - 01:33:58    Titel:

Wenn du einen Artikel als Ausgangspunkt hast, also einen Text, wird es sich wohl um eine textgebundene Erörterung handeln.
Frenzi
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Anmeldungsdatum: 28.05.2008
Beiträge: 32
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 28 Mai 2008 - 22:06:50    Titel:

hi svenja;)

aber nicht die eigenen argumente vergessen, ne;)
Vesar
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Anmeldungsdatum: 24.04.2008
Beiträge: 1360
Wohnort: Toulouse/Frankreich

BeitragVerfasst am: 28 Mai 2008 - 22:08:33    Titel:

Dieser zwar richtige Tipp kommt vielleicht ein wenig spät. ich glaube, er hat die Arbeit bereits geschrieben. Wink
Frenzi
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Anmeldungsdatum: 28.05.2008
Beiträge: 32
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 29 Mai 2008 - 21:40:12    Titel:

aso, naja, wird ja nich die letzte sein;)
Jas_90
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Anmeldungsdatum: 12.04.2010
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 13 Apr 2010 - 18:40:58    Titel: Abi am donnerstag

Hi Frage: wenn ein Text in Deutsch drankommt mit Hauptaugenmerk auf Erörterung, muss ich dann auch was zu den stylistischen Mitteln un zum Aufbau des Textes sagen, oder nur Hauptargumente rausschreiben und stellung nehmen bzw erörtern?
Sydoni
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Anmeldungsdatum: 22.01.2009
Beiträge: 322
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 13 Apr 2010 - 19:08:52    Titel: Re: Abi am donnerstag

Jas_90 hat folgendes geschrieben:
Hi Frage: wenn ein Text in Deutsch drankommt mit Hauptaugenmerk auf Erörterung, muss ich dann auch was zu den stylistischen Mitteln un zum Aufbau des Textes sagen, oder nur Hauptargumente rausschreiben und stellung nehmen bzw erörtern?


In der Regel wird auch dann in der Aufgabenstellung nach einer Analyse der Struktur und der sprachlichen Gestaltung gefragt, die dann jedoch nicht gar so ausführlich sein muss.

LG
Sydoni
Jas_90
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Anmeldungsdatum: 12.04.2010
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 13 Apr 2010 - 19:21:32    Titel:

Ok danke! Wie könnte dann eine Aufgabenstellung mit Gewichtung auf Erörterung lauten?
hexenwald
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Anmeldungsdatum: 14.04.2010
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2010 - 16:21:44    Titel:

Schwerpunkt Erörterung

z.B.

- Fassen Sie die Aussagen des Textes zusammen.
- Setzen Sie sich kritisch mit den Argumenten der Autorin auseinander und erläutern Sie dabei, wie diese durch die sprachliche Gestaltung gestützt werden.
- Erörtern Sie – über den Text hinausgehend – Konsequenzen, die sich aus der Flexibilisierung der Gesellschaft für die Kommunikation und den Umgang mit Traditionen ergeben.

oder

- Fassen Sie die Aussagen des Textes zusammen.
- Setzen Sie sich kritisch mit den Argumenten der Autorin auseinander und erläutern Sie dabei, wie diese durch die sprachliche Gestaltung gestützt werden.
- Erörtern Sie – über den Text hinausgehend – Möglichkeiten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

oder

- Fassen Sie die Aussagen des Textes zusammen.
- Setzen Sie sich kritisch mit den Argumenten der Autorin auseinander und erläutern Sie dabei, wie diese durch die sprachliche Gestaltung gestützt werden.
- Erörtern Sie – über den Text hinausgehend – Auswirkungen eines veränderten Konsumverhaltens.

Schwerpunkt Textanalyse hingegen würde in etwa so aussehn:

- Fassen Sie die Aussagen des Textes zusammen.
- Erläutern Sie die Argumentationsstrategie der Autorin und untersuchen Sie in diesem Zusammenhang den Einsatz sprachlicher Mittel.
- Nehmen Sie Stellung zu der Meinung der Autorin.

oder

- Fassen Sie die Aussagen des Textes zusammen.
- Erläutern Sie die Argumentationsstrategie der Autorin und untersuchen Sie in diesem Zusammenhang den Einsatz sprachlicher Mittel.
- Nehmen Sie kritisch Stellung zu der im Text dargestellten Problematik.

Grüßle : )
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