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Amoklauf in der Schule ?
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Foren-Übersicht -> Philosophie-Forum -> Amoklauf in der Schule ?
 
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Werner60
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Anmeldungsdatum: 07.08.2006
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2006 - 21:06:06    Titel: Amoklauf in der Schule ?

Amoklauf in der Schule ist meines Erachtens durch langfristige rechtzeitgepräventive Maßnahmen im konkreten Schüleralltag zu verhindern. Das Massaker von Erfurt mit 17 Toten hätte nicht sein müssen. Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit auf einem Gymnasium vor 30 Jahren. Wir hatten da einen auffälligen Schüler in der 11. Klasse, der plötzlich in seinen Leistungen drastisch abfiel (um drei Noten), und teilweise mindestens eine Woche unentschuldigt der Schule fern blieb. Soweit ich mich erinnern konnte, lagen auch soziale Störungen vor. Er hatte keine Freundin, keine Freunde und wohnte bei seiner Mutter in einer viel zu engen Stadtwohnung. Diese junge Mann steckte voller Aggressionen.

Im nachhinein würde ich sagen: der hätte dringend psychiatrisch behandelt werden müssen. Er war intelligent, begabt - keine Frage. Ich kannte ihn noch aus der Mittelstufe, ein guter Gymnasiast. Aber mir fält jetzt 30 Jahre später auf wie sehr das Lehrerkollegium auf diesem Gymnasium versagte:

ich kam beispielsweise mit, daß offenbar Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen stark in Mitleidenschaft gezogen waren bei diesem jungen Mann von gerade mal 17 oder 18 Jahren. Tja und wie gingen die Lehrer vor ? Der Mathematiklehrer machte diese Schüler vor der ganzen Klasse mehrfach lächerlich, verhöhnte und verspottete ihn woe er nur konnte. Also das hatte mit Pädaogik nichts mehr zu tun. Dieser Lehrer hätte lieber als Mathenmatiker in der freien Wirtschaft arbeiten sollen aber doch nicht als Pädagoge auf einem Gymnasium ! Denn hier hatte dieser völlig versagt. Des weiteren gab es keinen schulpsychologischen oder sozialen Dienst. Der Schüler wurde nicht zuhause besucht, so daß man seine spezifische psychosoziale Situation hätte sondieren können. Nichts geschah, gar nichts.
In solch einer Atmosphäre kann eine gefährlich Zeitbombe heranreifen, die Menschn das Leben koste kann und Schuld ist nicht nur der Schüler, sondern das gesamte System einschließlich der pädagogisch, sozial und psychologisch unzureichend, mangelhaft qualifizierten Lehrerschaft. Und offenbar haben alle Schüler, die diesen Schüler als Außenseiter kannten, dabei mitgemacht, ständig auf ihm herumzuhacken und ihn lächerlich zu machen und zu verhöhnen und zu verspotten. Ich machte da nicht mit, soviel Anstand und Verantwortung gegeüber der Gesellschaft, soviel Zivilcourage hatte ich mir bewahrt.
Bei diesem Schüler kam es nicht zur Katastrophe. Dieser Schüler machte im selben Jahr Abitur wie ich und unterzog sich aus seinem Leidensdruck heraus selbst einer psychotherapeutischen, psychiatrischen Behandlung/Therapie. Das ging nochmal gut. Gerade nochmal so Kurve gekriegt.

Dennoch kann es auch in Zukunft in Deutschland wieder zu einer Amoklauf-Katastrophe in einer Schule kommen, die meines Erachtens durch rechtzeitige Maßnahmen verhindert werden könnten. Sicher ist das eben auch eine finanzielle, personelle Frage. Aber ist es nicht auch wichtig, zusätzlich zum reinen Vermitteln von Lernstoff nach einem Lehrplan darauf zu achten, daß Schüler einander verantwortlich untereinander helfen und unterstützen, lernen, eben nicht auf Schächere herumzuhacken, sondern diese unterstützend und liebevoll zu begleiten, Sozialverhalten, Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung miteinander und füreinander zu entwickeln ? Ich finde eben dieses genauso wichtig wie die reine Vermittlung von Lernstoff.

Ich muß ohnehin sagen, daß vieles von dem, was ich damals auf dem Gymnasium lernte und paukte später im Leben nie brauchte und heute lerne ich autodidaktisch alles was ich will und möchte. Ich kann mich selständig in ein beliebiges Fachgebiet einarbeiten und zum Experten werden, eine Fremdsprache lernen und vieles mehr lernen und studieren wie ich es selbst möchte. Das finde ich wunderbar. Ich bedaure heute nur, daß ich nicht lange genug lebe, um so vieles Interesantes zu lernen und zu wissen ud zu erforschen, denn bevor ich recht weiß, was los ist, bin ich ja schon wieder gestorben.

Werner Hoffmann
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2006 - 22:47:29    Titel:

Aus dem Politik- ins Psychologieforum
dean moriarty
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Anmeldungsdatum: 19.09.2006
Beiträge: 230

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2006 - 00:05:05    Titel:

läuft schon alles richtig.
das primärziel der schule ist eben, auch wenn sie etwas anderes erzählen, die aussonderung der dummen und sozialuntauglichen menschen, und nicht vermitteln des lehrstoffs. du kannst in 4 jahren jeden beruf der welt erlernen, ohne je auf die schule gegangen zu sein, flexibilität wird sowieso vernachlässigt ... es gehört zu den aufgaben der schule, die schwachen in kein manager-team oder sonst etwas wichtiges zu lassen, weil sie dort die arbeitsatmosphäre zerstören; drum müssen sie an ihren problemen leiden, die sich dann in ihren noten wiederspiegeln. leider gibt es ab der oberstufe ja keine direkte bewertung des sozialverhaltens mehr...

und jemand, der einem einredet, es sei alles ok, wo es doch eben nicht ist, kann doch für die betroffene person nicht das richtige sein, oder?
warum, seine persönlichkeit, seinen umgang mit der vergangenheit, sein ich ändern, nur um eben doch ein gesellschaftliches nichts zu sein?
nein, die veränderung muss aus sich selbst kommen und nicht aus einem lebenserhaltungstrieb.
Exelmes
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 772

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2006 - 03:45:09    Titel:

Ein sehr interessanter Thread.

dean moriarty, du stellst eine gewagte These auf. Hast du irgendwelche Belege für deine Behauptungen?

Was wäre die Konsequenz für deine Theorie? Dass die Aufgabe der Schule darin besteht, die Schwachen noch weiter zu unterdrücken? Was wäre der nächste Schritt? Selbstmord oder ein Amoklauf? Denn durch unterdrückte Gefühle entwickeln sich solche Tragödien. Der Schwache wird immer weiter schwächer gemacht bis er krank wird und aus einer Notreaktion um sich herballert.

Subjektiv emfpundenes Mobbing ist eine Krankheitserscheinung, durch die Fehltage zustande kommen (wahrscheinlich um der Situation am Arbeitsplatz zu entfliehen) die unsere Gesellschaft bis zu 500€ täglich kosten, und das nur bei einer Person. Anstatt dem Schwachen aufzuhelfen und dafür zu sorgen, dass er wieder gesund wird, unterdrücken wir es noch weiter, indem einige Geschäftsführer z.B. Mitarbeiter anheuern eine Mobbingkultur am Arbeitsplatz zu entwicklne, um herauszufinden wer der Stärkste ist. So ein Schwachsinn. Alles nach dem Motto: Fressen oder gefressen werden.

Ich finde ein solches Verhalten oder Denken sehr menschenverachtet. Man sollte dann wenigstens genug Herz zeigen und den Zugang zu Schusswaffen erlauben, damit Menschen aus ihren Leidenssituationen durch einen Schuss in den Kopf entfliehen kann als weiter zu leiden.
KevinNatalie
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 02.11.2006
Beiträge: 273
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2006 - 11:06:26    Titel:

Computerspiele,wo es darum geht,Punkte zu bekommen,beim töten.Das alles ist Schuld an solche massager,aber auch die Politik.
Armutskinder,die ja in Deutschland immer mehr zunehmen,haben kein Lobby mehr.Discotheken,wo sie nicht rein kommen,weil ihnen das geld dazu fehlt für Eintritt und Getränke.Ohne Moos nichts loos.
Und vor Langeweile und Frust,entstehen dann solche Massagers.
Unsere Politiker dürfen nicht unseren Sozialstaat kaputt machen,was ja zu zeit,jede Partei versucht,die Wählbar angepriesen werden.
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1728
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2006 - 11:24:29    Titel: DEr Wagner von BILD schrieb an Sebastians Eltern

Post nach Emsdetten...:


Der BILD-WAGNER schreibt an die Eltern des Sebastian:

Liebe Eltern des Amokläufers,

wann brach Ihre Verbindung zu Ihrem Sohn Bastian ab, wann wurde er die Person, die nur noch aussah wie Ihr Bastian?
Eltern bemerken Veränderungen ihrer Kinder als Letzte – weil sie es nicht wollen.
Und weil sie hoffen, dass alles eine Phase sei, eine aufsässige Phase, aus der Basti bald herauswachsen würde.
Ich bin mir sicher, dass Sie mit Bastian gesprochen haben, als sei er noch Ihr Kind und Sie noch sein Vater und seine Mutter.
Wo gibt es Eltern, die zur Polizei rennen und sagen: „Unser Sohn ist verrückt, sperrt ihn ein, er ist ein Teufel.“
Solche Eltern gibt es nicht. Eltern haben eine liebevolle Toleranz. Eltern sind jeglicher Vernunft beraubt, weil sie ihre Kinder lieben.
Bastian hat Schrecken und ein Blutbad in seiner Schule angerichtet. Seine Eltern liegen mit Schock im Krankenhaus. Sie können nicht verkraften, dass das böse Kind ihr Kind ist.
Ihr Kind, das ein Baby war, ein Hosenscheißer, ein Kind, das flennte, ihr liebes Kind. Meine Frage ist: Wann verlieren wir unsere Kinder? Oder passen wir nicht mehr richtig auf sie auf?

Herzlichst
Ihr F. J. Wagner

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/standards/post-von-wagner/2006/11/21/wagner.html

*

Wer würde diesen Brief unterschreiben?

Wer würde anders schreiben?

Wer würde ihn hier berichtigen?
dean moriarty
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Anmeldungsdatum: 19.09.2006
Beiträge: 230

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2006 - 13:50:49    Titel:

Berichtigen: "böse" in "anders" umändern
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Anmeldungsdatum: 25.08.2006
Beiträge: 211

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2006 - 16:08:34    Titel:

Ich finde es ist viel zu leicht gesagt: die Gesellschaft, das Computerspiel oder der kaputte Sozialstaat. sind Schuld.

Wer ist die Gesellschaft? Wer ist das Computerspiel? Wer ist der kaputte Sozialstaat?

Der junge Mann, der das tat, tat es weil er sich als Opfer sah. Die Frage ist doch nun, warum verurteilte er die Schule als solches als Täter?
Meine Behauptung ist, es ist das typische Beispiel für den Drang nach Annerkennung. Ich vermute er war "sozial"(zwischenmenschlich) ausgegrenzt. Passte z.B. in keine Clique oder in einen irgendeinen Freundekreis. Und ich weiß wie gemein Jugendliche und Kinder sein können. Fühlte er sich wohl in eine Ecke gedrängt aus dem er keine Aussicht mehr sah. Die Eltern haben in den pubertären Stadium So oder So kaum Zugang zum Kindesgeist. Was in seinem Kopf vorgeht, findet ausschließlich in seiner Welt statt.
Völlig ausgegrenzt in seiner Welt und in die Ecke gedrängt, ist der Angriff -wie bei Tieren- letzte Konsequenz.
In der bösartigen und nicht zu entschuldigten Tat, liegt aus meiner Sicht heraus, nur ein Kind, dass um Hilfe schreit.

Ich weiß, ist eine gewagte These.

LG Smile
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1728
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2006 - 16:41:37    Titel:

Ziemlich vollständige und sachliche Beschreibungen der Abläufe und der Situation (der destruktiven "Motivation") des Einzelgängers finden sich hier:

http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E15A31A2712C14337AAA5FE26A294BD3C~ATpl~Ecommon~Scontent.html
rooKie2006
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Anmeldungsdatum: 25.10.2006
Beiträge: 431
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2006 - 17:23:53    Titel: Antwort

Die Schuld haben alle. Die Gesellschaft ist dafür schuld das nicht die einzelnen Menschen sehen wollen.

Die Schule hat nur bedingt schuld. Lehrer können versagen. In der Oberstufe kann es womöglich sogar drastischer sein. Die Schüler haben auch eine Teilschuld. Es kommt halt ganz darauf an, wie die Schüler mit einem Sonderfall umgehen. Leider kann auch eine nettgemeinte Geste seitens der Schüler sich zu einem Desaster entwickeln, weil der Schüler, der Sonderfall eines Schülers, es falsch aufnimmt.

Leider ist es so, dass die Schule zwischen faul/träge, ehrgeizig und den Leuten unterscheiden die sich damit zufrieden geben. An sich ist meines Erachtens die Schullaufbahn in Amerika nicht mal schlecht. Eine Gesamtschule in der es viele Klassen gibt, die aber nicht alle überfüllt sind. Dort würde es zwar Cliquen geben, aber es würde nicht zwischen Hauptschul, Realschul und Abitur-Abschluss unterschieden werden. Nun ja, vielleicht sollte es "nur" noch Realschule mit A und B Kursen geben und das Gymnasium, nur was ist mit denen die nicht mal die Realschule mit den B-Kursen schaffen?

Leider sind heutzutage nicht mehr die Lehrer soooo gut, wenn es zum THema ihrer Laune steht. Aber manchmal sind die Lehrer wirklich eine völlig Katastrophe. Soziale Inkompetenz würde, glaube ich, gut passen.

Aber wenn ein Schüler nicht hinterher kommt kann es auch die "Schuld" anderer äußerer Faktoren sein. Unkonzentration, oder der Umgang der Eltern mit ihrem Kind, oder die Hobbys, die es hat.
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