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Neo Partei/politische Richtung und was fordern ihr?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Neo Partei/politische Richtung und was fordern ihr?
 
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Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 11:14:09    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Ich hatte gerade heute wieder eine Fortbildung in Sache Steuerrecht. DA wurde ordentlich über Schlampereien in einzelnen Paragraphen hergezogen.

Das Problem aber ist: stellt man hier eine Schraube ein, bewegt sich an ganz unvermuteter Stelle im System (des Paragraphendschungels) etwas ganz unerwünschtes. Schwupps hat man völlig falsche Anreize gesetzt, bloß weil eine Formulierung ungünstig gewählt war.


Ein klares Zeichen dafür, dass das Steuersystem eine nicht mehr beherrschbare Überkomplexität erreicht hat. Da hilft Schrauben und Nageln nicht mehr sondern nur Abriss und Neubau.
ppoldi
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Anmeldungsdatum: 06.09.2005
Beiträge: 2443

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 11:31:05    Titel:

Guido hat folgendes geschrieben:
Pauker hat folgendes geschrieben:
Ich hatte gerade heute wieder eine Fortbildung in Sache Steuerrecht. DA wurde ordentlich über Schlampereien in einzelnen Paragraphen hergezogen.

Das Problem aber ist: stellt man hier eine Schraube ein, bewegt sich an ganz unvermuteter Stelle im System (des Paragraphendschungels) etwas ganz unerwünschtes. Schwupps hat man völlig falsche Anreize gesetzt, bloß weil eine Formulierung ungünstig gewählt war.


Ein klares Zeichen dafür, dass das Steuersystem eine nicht mehr beherrschbare Überkomplexität erreicht hat. Da hilft Schrauben und Nageln nicht mehr sondern nur Abriss und Neubau.



Einer der Vorzüge einer Flattax ist, dass so etwas nicht auftritt.
Iskander
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Anmeldungsdatum: 11.05.2006
Beiträge: 401

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 13:37:57    Titel:

ppoldi hat folgendes geschrieben:
Ernsthafter Vorschlag:

Ich wünsche die Konfiszierung aller Dax-,MDax-Unternehmen und sonstiger deutscher Großkonzerne + diverser Privatvermögen etc um staatliche Ausgaben künftig komplett ohne Steuern (durch die Erträge dieses Vermögens) zu finanzieren. Die Konzerne werden weiterhin von Managern ohne Einfluß von Politikern gewinnorientiert gemanagt.
Das ist lump-sum taxation vom Feinsten, so wird man den excess burden los. Das ganze ist kein Scherz und hat auch nichts mit linken Umverteilungsphantasien zu tun. Es gaht ausschlieslich darum negative Effekte durch "verzerrende" Steuern zu vermeiden.


Staatsmonopolkapitalismus Twisted Evil
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 13:56:06    Titel:

ppoldi hat folgendes geschrieben:
erkläre mal. was an der Mehrwertsteuer so toll ist verglichen mit der aktuellen Einkommensbesteuerung.


Auch wenn ich dies nun nicht theoretisch fundieren kann:

Es käme im Grunde der Abschaffung eines gigantisch großen Teiles des Staates gleich. Im Endeffekt bezahlt sowieso irgendwie die Bevölkerung die Steuern, sei es als Endverbraucher, als Aktionär oder was auch immer. Also kann man auch aufhören an allen erdenklichen Schnittstellen die Steuern zu erheben, sondern gleich am Ende der Kette. Die Verteilungswirkung ist natürlich zu komplex, als dass man sagen kann, sie wäre irgendwie genau bestimmbar. Dies muss ich einschränkend zugeben.

Aber stelle dir mal vor, niemand müsste mehr irgendwelche Steuererklärungen machen, niemand müsste irgendwelche Steuerberater einstellen, niemand könnte mehr nach Steuervorteilen streben (sondern vielleicht nach Erträgen, die in Form produktiver Investitionen auch der Gesellschaft zugute kommen), etc. Wir könnten so gut wie Finanzämter schließen und die Arbeitgeber müssten nicht mehr vor lauter Paragraphen Angst haben etwas falsches anzugeben. Arbeit würde plötzlich sehr viel billiger und lohnender werden, wenngleich der Großteil dieser Wirkung in schärferer Konkurrenz um niedrigere Preise neutralisiert werden würde.

Aber wie gesagt: ein Gedanke ohne mir bekannte theoretische Fundierung (Fiwis gibts erst wieder im nächsten Jahr...).

Beste Grüße
coffeinjunky
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 14:17:07    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:
Dann hättest Du heute in Bochum eine Veranstaltung der GLS-Bank mit Prof Werner Götz anhören müssen. Der tritt für ein konsumsteuerfinanziertes bedingungsloses Grundeinkommen ein.


Ja, die Vorschläge von Herrn Werner kenne ich relativ gut. Ich finde sie allesamt sehr anregend, auch wenn das Kriterium der Bedingungslosigkeit eine große, wenn nicht sogar unüberwindbare Hürde bei einer möglichen Umsetzung ist. Es ist ja auch nicht unbedingt für jeden vermittelbar, warum ein Millionär von Transferleistungen profitieren sollte. Auch die Höhe ist sicher ein Streitpunkt und kann ohne Erkenntnis über die bereits angesprochene Wirkung auf die Preise nicht so einfach beantwortet werden.

Alles in allem würde dadurch aber ein sehr sehr schlanker Staat möglich werden, der dennoch die notwendige Legitimierung seiner selbst aufrecht erhält. Vor kurzem war ich auch auf einem Vortrag von Herrn Opielka zu selbigem Thema, welcher allerdings nicht so gewinnbringend war, da Herr Opielka doch sehr lange und weit an den entsprechenden Fragen vorbeigesprochen hat. Nun ja, wie auch immer...

Beste Grüße
coffeinjunky
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 14:17:23    Titel:

Das Steuersystem ist zu komplex. Dem kann ich nur zustimmen. So wie es derzeit ist, braucht mal allerdings jede Menge Juristen.

Steuergerechtigkeit heißt für mich auch eine gewisse Transparenz, so dass jeder erkennen kann, warum er wie viel zu bezahlen hat. Aber Abriss und Neubau ist vermutlich nur ein Wunschtraum.

Gruß
Pauker
W.Kaiser
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Anmeldungsdatum: 09.01.2006
Beiträge: 1623
Wohnort: BGL

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 15:23:31    Titel:

Steuererzeugende Personen erzählen unverhohlen hinter vorgehaltener Hand, einfacher im politischen Geschäft als Steuern zu erhöhen, ist nur noch Schuldenmachen.

Alle am Steuereintreibprozess Beteiligten profitieren von hohen und komplizierten Steuern.

Meine Steuerberaterin: „Es wird immer komplizierter, man braucht immer länger“ Und ich zahl immer mehr dafür.

Mein Finanzamt, denkmalgeschützt, restauriert, ein Juwel: Kennt ihr ELSTER? Ich tippe meine Daten ein, das Programm errechnet meine Nachzahlung, der Beamte prüft nur meine Belege und ob man noch höher gehen kann. Ich überweise mein Geld.

Und hier im Forum, Forderung von Randgruppen-Vertretern ab der Pubertät: Steuererhöhung und Holen beim Andern. Man muss froh sein, dass die Möglichkeit des Einsatzes von körperlichen Gewalt dazu nicht öfter erwähnt wird.

Mir ist schleierhaft warum der Professor Kirchhof im letzten Bundestagswahlkampf versucht hat sein einfacheres System zu etablieren. Das Ergebnis erleben wir. Wollte der Redlichkeit?

Gruß,
W.Kaiser
ppoldi
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Anmeldungsdatum: 06.09.2005
Beiträge: 2443

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 16:09:27    Titel:

W.Kaiser hat folgendes geschrieben:

Alle am Steuereintreibprozess Beteiligten profitieren von hohen und komplizierten Steuern.


Ein großes Hindernis für die Einführung eines einfachen Systems.
ppoldi
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Anmeldungsdatum: 06.09.2005
Beiträge: 2443

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 16:10:39    Titel:

W.Kaiser hat folgendes geschrieben:

Mir ist schleierhaft warum der Professor Kirchhof im letzten Bundestagswahlkampf versucht hat sein einfacheres System zu etablieren. Das Ergebnis erleben wir. Wollte der Redlichkeit?

Gruß,
W.Kaiser



Der Wahrheit zu Liebe:

Das war nicht Kirchhofs System. Links zu der ursprünglichen Ausarbeitung dieses Systems findest du in diesem Thread.
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 16 Dez 2006 - 11:08:08    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:
Die Wirkung auf die Preise beantwortet er ganz einfach. Da die anderen Steuern fehlen werden sich die höheren Mehrwertsteuern die Endpreise nicht erhöhen. Mit anderen Worten, wenn alle anderen Steuern abgeschafft werden und nur die Mehrwertsteuer übrigblieben werden die Preise ja nicht steigen, es ist nur eine Umschichtung der Steuern.


Nun ja, allerdings ist dies natürlich eine gewagte These. Es ist durchaus korrekt, dass ja die Produktion an sich billiger wird, allerdings ist die Steuerbelastung zur Zeit ja nicht bei allen Produkten gleich. Einige profitieren von irgendwelchen verzerrenden Subventionen oder Steuerausnahmen etc. Daher ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass sich die relativen Preisverältnisse ändern würden. Ob sie natürlich im Mittel steigen ist unklar.

Denkt man auch an die Euro-Einführung, so erinnert man sich ja leider daran, dass viele Unternehmen die Einführung genutzt haben um ihren Gewinn zu steigern. Solange wir also nicht auf allen Märkten einen nahezu vollkommenen Wettbewerbsmarkt haben (was auf Grund von Produktdifferenzierungen sehr unwahrscheinlich ist), dürfte es auch diese Mitnahmeeffekte geben.

Aber an und für sich halte ich Herrn Werners Grundidee ebenfalls für sehr interessant, wenngleich in Detailfragen Diskussionsbedarf besteht.

Beste Grüße
coffeinjunky
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