Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Medizinstudium mit 39 Jahren und 2 Kindern unter 10?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Medizin-Forum -> Medizinstudium mit 39 Jahren und 2 Kindern unter 10?
 
Autor Nachricht
haenie
Gast






BeitragVerfasst am: 26 Nov 2004 - 14:53:59    Titel: Medizinstudium mit 39 Jahren und 2 Kindern unter 10?

Hallo,

ich mache gerade mein Abi nach. Ich habe gute chancen, mein Abi mit einem Schnitt von 1,7 oder besser zu machen.
Danach würde ich gerne Medizin sturdieren, bin dann aber 39. Ich ahbe 2 Kinder, die dann noch unter 10 sind.

Ist das überhaupt noch realistisch oder kann es mir passieren, daß ichs chon auf Grund meines Alters nur Absagen bekomme?
Oder zählt Familienstand und Wohnortnähe bei der Vergabe der Studienplätze?

Ich bin für jede Antwort sehr dankbar!

Freundliche Grüße
haenie
Gast







BeitragVerfasst am: 26 Nov 2004 - 18:26:12    Titel:

Hallo haenie,

also, so weit ich weiss kannst Du bei der ZVS ja bestimmte "Härtefallanträge" stellen, und eine nachweisbare familiäre Bindung an einen Wohnort zählt glaube ich auch dazu, zumindest in Deinem Fall.

Der ZVS-Durchschnitt lag im letzten Semester bundesweit für Medizin zwischen 1,7 und 2,1 - damit liegst Du natürlich mit Deinem Durchschnitt sehr gut. Wartesemester hast Du keine, denn diese werden ja erst nach Bestehen des Abis gerechnet und sind altersunabhängig.

Du solltest Dir aber vor Beginn sehr wohl im Klaren über das sein, was Dich erwartet! Das Medizinstudium gehört zu den längsten, schwierigsten und zeitintensivsten deutschen Studiengängen. Kaum ein Studiengang fordert derart viel Disziplin von seinen Studenten wie Medizin. Es ist natürlich auch mit 39 jahren machbar, keine Frage, ich möchte Dir keine Illusionen zerstören oder Hoffnungen nehmen, aber es wird sehr hart sein, darauf solltest Du Dich einstellen. Mindestens 6 Jahre Verzicht auf vieles, besonders auf Freizeit! Die wenige Zeit die Dir bleibt wirst Du aufteilen müssen für deine Familie, Freunde, Nebenjob, sonst. private Verpflichtungen und natürlich auch für Dich! Die Frage die sich stellt ist nicht ob es machbar ist, sondern ob Du das wirklich möchtest. Bist Du bereit Dich derart einzuschränken und ziehen die anderen (v.a. Deine Familie) da mit?

Ich will es ganz klar sagen, das Medizinstudium ist anders strukturiert als viele Diplom-FH-Studiengänge. Es ist sehr stark verschult! Es gibt sehr starke Anwesenheitspflichten mit entsprechenden Kontrollen und unendlich viele sehr lernintensive Prüfungen - Semester für Semester. Die Semesterferien stehen leider auch nicht immer zur freien Verfügung, denn jeweils in der Ferien liegen Physikum, 1. und 2. Staatsexamen. Das 3. Examen folgt dann ganz am Ende. In der vorklinischen Zeit musst Du min. 8 Wochen Pflegepraktikum im Krankenhaus während der Ferien absolvieren, in der klinischen Zeit sind es dann die sogenannten Famulaturen, insgesamt 4 Monate. Es ist gewiss eine anstrengende Zeit für einen 20-jährigen Single, aber für jemanden in fester Bindung mit Verantwortung in Familie im leicht fortgeschrittenen Alter ist es eine grosse Herausforderung! Machbar - aber hart!!!

Es geht letztendlich nicht ums Können, sonders ums Wollen! Eiserner Wille und sehr viel Disziplin werden Dir abverlangt! Wenn Du Dir das zutraust, dann mache es. Das Fach ist wunderschön, hochinteressant und der Beruf ist toll!

Noch eines sei bemerkt: Eine Hochschulkarriere mit Professur ist in Deinem Alter unwahrscheinlich bis unmöglich, wenn man ehrlich ist. Auch wird eine Tätigkeit in freier Niederlassung in einer Praxis kaum möglich sein, denn frühestens mit 50 Jahren dürftest Du die Qualifikation dafür erworben haben, dies ist definitiv aus wirtschaftlicher Sicht zu spät, denn eine Praxis will finanziert werden.

Viele raten heutzutage davon ab Medizin zu studieren. Auch diese Argumente solltest Du hören und in Deine Überlegungen miteinbeziehen:
- ewig lange Arbeitszeiten (täglich 07:30h bis 19:30h oder länger ist auch heute noch übliche Praxis in den meisten Häusern; ohne Überstundenausgleich!)
- realtiv mageres Gehat (BAT-Gruppierung!)
- neuerdings tarifliche Verlängerung der Regel-Wochen-Arbeitszeit auf 42 Std. (ist bei den Arbeitszeiten aber eh egal, da man i.d.R. deutlich mehr als 42 Std. arbeitet)
- am totalen Wegfall des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes wird gearbeitet
- schlechte Weiterbildungsmöglichkeiten
- Pflicht zur Ableistung von Diensten, nachts, feiertags und auch am Wochenende bei extrem schlechter Bezahlung der Dienste (netto im Schnitt nicht mehr als 10Euro!!!/Std.); Dienste häufig min. 1x/Wo
.
.
.
.
.


Wenn Du also über einen gewaltigen Berg von Überzeugung und unendliche Disziplin verfügst, dann mach es und Du wirst es auch schaffen. Es soll vorher nur gut überlegt sein!

Ich selbst habe gerade mein Studium komplett abgeschlossen und wundere mich ehrlich gesagt nicht darüber dass viele meiner Kommilitonen bereits am Start (nach Studienabschluss) ihrer beruflichen Karriere nach Alternativen suchen. Einige versuchen in der Industrie unterzukommen, andere studieren jetzt noch etwas anderes, wieder andere gehen ins Ausland (womöglich für immer) .......

Dieses Studium darfst Du auf gar keinen Fall nach einer Kosten-Nutzen-Bilanzierung bewerten, denn dann steht die Entscheidung dagegen bereits jetzt fest. Ziehe Dein Gefühl bei der Entscheidungsfindung mit ein und frage Dich selbst ob Du über die nötige Leidenschaft dafür verfügst.

Wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Entscheidungsfindung Laughing

mfg
Buckeleidechs

http://www.zvs.de/
http://193.159.218.53/Service/Download/M07.pdf
haenie
Gast






BeitragVerfasst am: 27 Nov 2004 - 00:04:12    Titel:

Vielen Dank für Deine Antwort.

Sie hat mich eher bestärkt als abgeschreckt, denn eiserne Disziplin und viel Durchhaltevermögen habe ich, schon alleine daran zu ersehen, daß ich aus dem ursprünglichen netten Hauptschulabschluß nun ein sehr gutes Abi mache.Smile
Die von Dir aufgezeigten Nachteile sind wohl deutlich vorhanden, aber im Gegensatz zu den bisherigen Arbeitstellen stehen mir als Medizinerin so viel mehr und bessere Chancen offen als bisher als ungelernte Hilfskraft.

Manche entscheiden sich spät, aber dann aus vollem Herzen!

Freundliche Grüße
haenie
Buckeleidechs
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 22.11.2004
Beiträge: 7
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 27 Nov 2004 - 12:45:50    Titel:

Das klingt wundervoll - na dann mal viel Erfolg!!! Razz
_________________
Ist doch alles gar nicht so schwer!
Hallo
Gast






BeitragVerfasst am: 10 Dez 2004 - 19:58:40    Titel: Beachtlich!

Ich finde die Entscheidung mit knapp 40 Jahren noch Medizin zu studieren sehr beachtlich. Viele, die ich kenne haben das Studium abgebrochen, da sie keine Arme von Leichen oder Ähnlichem obduzieren wollten und sich nicht überwinden konnten.
Viel Glück auf dem weiteren Lebensweg, ich hoffe das es sich für sie positiv entwickeln wird.
ups
Gast






BeitragVerfasst am: 18 Feb 2005 - 23:56:26    Titel:

nun ja, ich selber habe habe mit 36 Jahren 2002 mein abi nachgeholt (leider nur mit 3,2) um medizin zu studieren (jaja trotz der TOLLEN vorhersagen über die schlechten verdienstmöglichkeiten und das es sich in der lebensbilanz nicht mehr rechnet). nach einigen halbjahren, die ich mir mitlerweile (er) warte um über wartezeit reinzukommen überlegt man schon, bleibt aber letztendlich bei seiner entscheidung. wie heisst es so schön" am grabe sollte nicht geschrieben stehen hätte ich mal!". auch wenn ich erst mit 45 in dem beruf anfange muss ich noch mindestens 20 jahre arbeiten.
Gast







BeitragVerfasst am: 18 Mai 2005 - 06:31:01    Titel:

ich denke auch das man das machen sollte wozu man lust hat...
man lebt schließlich nur einmal...! Wink

viel glück
noela
Gast







BeitragVerfasst am: 18 Mai 2005 - 16:18:26    Titel:

das obduzieren etc ist nicht das problem, warum sollte es ein problem bei älteren studenten sein ?

ich rate dir ganz dringend ab !!!

die zvs-fragen etc sind nicht das entscheidende. mit willen und kraft schafft man es immer einen platz zu kriegen, auch wenn man erst eine andere sprache lernen muss usw...

das problem ist es auch nicht dass man als älterer mensch schlechter lernen könnte. die kraft zum büffeln, kraft nach schweren durchgefallenen examina nicht zu weinen und alles hinzuschmeissen etc hast du wohl. und in kurzer zeit hast du deinen lernstil herausgefunden.
ich glaube tatsächlich dass man mit 40 etwas langsamer lernt. aber das ist unwichtig.

die probleme sehe ich (ich weiss sehr genau wovon ich rede) bei der doppelrolle student/mutter/vater.
ausserdem wirst du als älterer mensch von anderen studis ausgegrenzt, du erfährst nicht alle wichtigen tips, die zeit sparen. als medizinstudent geht es einzig und alleine darum mit möglichst wenig kraftaufwand und zeit innerhalb einer bestimmten zeit mit einer bestimmten strategie irgendwelche papiere zu bekommen. anders ist der berg wissen nicht zu bewältigen und jedes extra semester kostet immens geld. sich über zusätzliche alternativen zur etablierten medizin zu informieren ist erstmal luxus für die semesterferien.

bei mir waren es bald 40.000 dm schulden und keine arbeit.

als älterer student hast du mehr lebenserfahrung, das mögen deine prüfer nicht die oft dann viel jünger als du bist und sich nach deinen ansichten (musst du alle immer für dich behalten) sich kindlich verhalten. die merken das, du brauchst nur bei einem kindergehabe oder einer der häufigen sauereien die augenbrauen zu heben. da wird schon mal ein stapel krankenakten auf den boden geworfen und gesagt: "heben sie mal auf..." mach das mal mit 45 wenn die schwestern alle zugucken. (in meinem fall erbarmte sich die oberschwester und befahl einer schülerin die akten aufzuheben).

allerdings kann man mit den papieren in der hand auch alle möglichen jobs machen und muss nicht karriere machen wollen. heute werden die doktoren ja gesucht. aber du wirst durch die aip zeit kommen müssen. facharzt ist auch viel schwieriger, dann bist du mit über 50 also durch. hmmm.

kurz gesagt: du brauchst 2 x soviel power wie deine mitstudenten.

warum hast du hier diese frage gestellt ?

wenn du es schnell durchziehen willst darfst du nicht solche fragen stellen, sondern du musst deinem impuls folgen. geld musst du leider haben, oder einen mann/frau/verwandte die durchfüttern. konflikte sind da vorprogrammiert.
poseidon12
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 22.02.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 22 Feb 2006 - 12:09:37    Titel:

Hallo!

Also mit 39 Jahren ein Medizinstudium beginnen, ich weiss ja nicht...... ich bin 21 und überlege es mir schwer, ob ich dieses extrem lange Studium machen möchte!! Ich könnte frühstens mit 28 Jahren mein eigenes Geld verdienen (und das noch in sehr bescheidener Höhe), dass ist für mich schon ein ganz gewaltiger Nachteil!! Und wenn man bedenkt, dass du im Alter von 46 mal grade ne Unterassis. bist, mit 60-70Std. Arbeitswochen, das ist schon mutig....
Ich glaube auch, dass viele das Medizinstudium krass unterschätzen. Anderst kann ich mir die Anmeldeflut für dieses Studium nicht erklären.
markmarkmark
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 01.12.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 19 Jun 2012 - 13:51:00    Titel: wie ist es gelaufen?

Hallo,

wie ist dein Plan, das Medizinstudium mit 39 zu beginnen, gelaufen?

Gruß
Mark
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Medizin-Forum -> Medizinstudium mit 39 Jahren und 2 Kindern unter 10?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum