Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

my life... Oder doch nicht?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Psychologie-Forum -> my life... Oder doch nicht?
 
Autor Nachricht
BlackSuN85
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 13.12.2006
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 01:39:08    Titel: my life... Oder doch nicht?

Ich möchte die "Anonymität" des Internets ein weiteres Mal nutzen, um um Hilfe in Form von Rat und co zu bitten.


Mein Problem ist, dass ich ein Problem bin. Ich weiß nicht mehr, was ich von wem zu denken habe. Mein Leben verläuft echt scheiße.

Ich hoffe, hier Leute zu finden, die sich die Mühe machen, den langen Text, den ich nun hier schreiben werde, zu lesen.


Um sich in meine Lage versetzen zu können, möchte ich gerne in meine Kindheit zurück gehen:

Als ich drei Jahre alt war wurde ich durch das Jugendamt meiner Mutter, die sich zuvor von meinem Vater trennte, entzogen. Ich kam in eine Pflegefamilie, in der ich übermäßig viel geschlagen worden bin. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich nicht mehr weinen mochte, als mir der Holz-Kochlöffel auf den Arsch gehauen wurde, sodass mehr und mehr zugeschlagen wurde und der Kochlöffel schlussendlich entzweibrach. Dadurch, dass ich mit 8 Jahren dem Jugendamt einen Brief schrieb, wurde ich von der Pflegefamilie "Hoffmann" in die Pflegefamilie "Lange" "umgesiedelt" .... Dies ging auch nicht lange gut, da ich dort eine ähnliche Situation vorfand. Ich wurde mit 10 Jahren in ein Kinderheim im Norden Schleswig-Holsteins untergebracht. Anfangs verlief es dort sehr gut für mich, doch ich habe die ablehnende Haltung gegenüber allem, was mich zu beeinflussen versucht, nicht ablegen können und bin doch sehr bald mit der Leitung des Kinderheimes zusammen gekracht. Das Jugendamt bot mir die letzte Chance, in eine Wohnung, nahe des Gymnasiums, auf welches ich ging, zu beziehen. Ich nahm an und bezog mein neues Domizil. Es verlief alles wie geritzt. Ich hatte zwar kaum Freunde, aber ich kam mit meinem Leben urplötzlich klar. Zwischenzeitig ist meine Mutter, nach Mannheim verzogen, wodurch sich leider die Zuständigkeit des Jugendamtes Mannheim ergab. Als ich in die 9. Klasse des Gymnasiums ging, war mir schließlich alles egal. Ich verbrachte meine Zeit viel lieber im Internet und befasste mich nicht länger mit der Realität. Resultat meines Verhaltens war, dass ich die 9. Klasse wiederholen musste. Ich aber setzte den Schuss vor den Bug nicht um, sondern legte weiter mein Verhalten an den Tag. Die Schule verwies mich am 23.06.2003 der Schule und das Jugendamt gab mir einen Fahrschein nach Mannheim, zu meiner Mutter, die ich zuvor nicht auch nur einmal gesehen hatte.

Ich zog also mit ein paar wenigen Klamotten zu meiner Mutter, meiner Oma und meinem Halbbruder. Ich wünschte, hier wäre das Ende meiner Geschichte, doch leider ist dem nicht so.

Ich wollte Freiheit, wollte mein eigenes Leben leben (war ich dazu überhaupt in der Lage?!) und wollte unabhängig sein. Es prallten zwei Welten auf einander. Ich nahm zwar vorübergehend eine Aushilfsstelle in einer in Mannheim bekannten Möbelspedition an, doch obwohl es finanziell daraufhin einigermaßen erträglich geworden war, war das zwischenmenschliche nicht erträglich. Ende vom Lied war, dass ich aus der Wohnung meiner Mutter ausziehen wollte und meine Mutter diesen Entschluss begrüßte, da es offensichtlich nicht zu funktionieren schien.

Ich kam in eine Art "Jugendhaus". Die Kosten hierfür sollten vom Jugendamt übernommen werden.. HA HA HA ... Da war doch was apropro Jugendamt..... Die waren natürlich froh, dass sie mich los waren, als ich zu meiner Mutter zog. Nun stand ich einen Monat vor meinem 18 Geburtstag und das Jugendamt verweigerte jegliche Kostenübernahme.

Ende vom Lied waren 1,5 Jahre knallhartes Leben auf der Straße in Mannheim. Das Sozialamt wollte keinerlei Kosten übernehmen, das Jugendamt wollte keinerlei kosten übernehmen und ich stand völlig allein da. Irgendwo zu recht, irgendwo zu unrecht.

Ich lernte als Ergebnis meiner Bemühungen einen gewissen Herrn Bayer kennen. Dieser war zuständig für eine Therapieeinrichtung der Stadt Mannheim. Ich bezog dort ein spärlich eingerichtetes Zimmer und das Sozialamt übernahm die vollen Kosten. Ich wohnte in dieser Einrichtung gerade einmal 4 Monate, dann zog ich wieder aus, zog in eine eigene Wohnung in einem recht kriminellen Viertel Mannheims. Das Sozialamt übernahm die Kosten für die Wohnung und gab mir die Regelleistung zum Leben.

Anstatt ich mich jetzt endlich um meine Fortbildung kümmere, bestelle ich mir Internet und gammele die ganze Zeit im Internet herum... Die Zeit verstreicht und ich bekomme mehr und mehr das Gefühl, ich müsste weg aus Mannheim, da ich mich ständig mit einer meiner schwersten Zeit konfrontiert sah, dem Leben auf der Straße.

Folglich verzog ich in den Norden Hessens.

Meine jetzige Situation: Ich habe einen Freund, eine Freundin. Keine Beziehung, die hatte ich noch nie. Ich habe einfach kein Vertrauen, weder zu Menschen, noch zu unserem Staatssystem. Ich bewohne hier eine kleine Wohnung, wieder einmal finanziert von euch, liebe Steuerzahler.

Zur Zeit arbeite ich in einer 1-Euro-Maßnahme der ARGE, allein mit dem Hintergrund aus meinen 4 Wänden herauszukommen und neue Leute kennenzulernen. Ich kam aus meinen 4 Wänden heraus, ich lernte neue Menschen kennen. Menschen, die sich langsam zu Freunden entwickeln sollten, die sich doch im letzten Moment als habgierig, egoistisch und sowieso nicht als "wirkliche" Freunde herausstellten.

Nun sitz ich wieder in meinen 4 Wänden, habe unzählige, doch fürs "reale Leben" unzulängliche, Internetbekanntschaften, weiß nichts mit mir anzufangen, weil ich keinerlei Perspektive sehe und mir nur Steine in den Weg geworfen werden. Nur als Beispiel: Ich kriege keine 345,- von der ARGE, ich bekomme aktuell nur 221,-. Es ist schwer genug damit auszukommen, nun gut, denke ich mir, suchst du dir eine Arbeit. An meiner Intelligenz, so meine ich zu wissen, dürfte es nicht liegen ( 117 IQ beim Musterungstest ). Es dürfte vielmehr an meinem Auftreten, so alá "Mir ist alles egal" liegen. Ich finde keine Arbeit, habe und finde keine Freunde, geschweige denn eine Freundin, die sich mit mir, dem nichts dieser Gesellschaft abgeben würden. Ich habe keinen Anlass mehr, meine 4 Wände zu verlassen. Ich werde in manchen Ecken des Internets sehr geschätzt, vielleicht ja auch eines Tages hier, nur im "realen Leben" kann ich mir davon auch nichts kaufen.

Im Internet fühle ich mich verstanden, denn im "realen Leben" werde ich von allen möglichen Leuten nur mit weiteren Problemen belastet alá "meine beziehung geht zu ende"-scheiße.

Mir hört niemand auch nur einmal zu, keiner hat ein Ohr für meine Probleme und dem, wie ich mich selbst überhaupt noch aushalte. Ich mache immer einen auf lässig, einen auf "ich steh mit beiden beinen im leben"-typ, aber der bin ich nicht! Ich bin am Boden und keiner erkennt meine Notlage, es werden nur immer mehr Gewichte darauf gelegt.

Ich bin weder Gesellschaftsfähig noch Zukunftsfähig.. Ich habe keinerlei Perspektive und niemandem, der mir auch nur eine Minute zuhört. Nur einfach mal zuhört....

Die einzigen Leute, mit denen ich mich abgebe, sind die Leute vom *** (supermarktkette), die vom Dönerladen und die aus der Kneipe, in der ich mich immer öfters blicken lasse. Ich will keinen Kontakt mit dem doch seltsam anmutenden Publikum dort, ich sitz gemütlich in der Ecke und lösche Brand. Nein, ich bin (noch) kein Alki, aber auf dem besten Weg dahin. Kaffee-Junkie bin ich ja schon... Unter drei Kannen am Tag geht nichts...

Ich mag mich Menschen nicht öffnen, nicht zeigen wer ich wirklich bin. Ich bin nur der, dem man alles anvertrauen kann, der aber nie selbst Probleme hat, dabei habe ich eines der größten Probleme: MICH !


Ich finde meine Lebensgeschichte deprimierend und erwarte nicht wirklich eine Reaktion eurerseits, würde mich allerdings doch freuen, wenn sich gewisse "Hobbypsychologen" mit meinem Fall befassen mögen...


( Solltest du lieber Leser bis hierhin gelesen haben, so danke ich dir für dein offenes Ohr, vielen Dank, auch wenn du nicht antworten solltest)
TaLLaVA
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 08.06.2006
Beiträge: 109

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 03:32:33    Titel:

Also, ich bin kein Psychologe, ich sage dir nur meine Meinung:

Ich denke du solltest von Anfang an anfengen. Du hast zu viel Mitleid mit dir selbst. Ich meine die Probleme die du hast, sie sind nicht etwas übernatürliches, diese probleme würde jeder bekommen wenn er sich um nichts kümmern würde.

Ich meine, du bist ja nicht dumm, dann überlege dir mal was du willst, und dann mach auch was dafür......heutzutage, ist jeder am surfen, das ist nicht das Problem denke ich, das Problem ist dass dir alles egal ist....und das kannst nur DU selbst ändern....grad deswegen weil du ein ,,nicht'' normales Kind bist...du solltest doch allen zeigen wollen dass ud es schafst und nicht wie all die anderen, zum Dauer Sozialfall werden....Klar, es ist nicht leicht aber jeder der den Willen hat schaft es....und sei froh dass du diese Chance hast...es gibt auch andere die gar keine Chancen haben


gruss
Annette89
Inaktiver Account
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 14.12.2005
Beiträge: 2228

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 04:38:51    Titel:

hallo blacksun,

ich habe deinen text gelesen, und deine geschichte klingt wirklich krass.
bevor noch weitere Antworten wie die von tallava kommen, möchte ich auf jeden fall sagen, dass ich absolutes verständnis für deine situation habe, und es bewundernswert finde, dass du es von der straße überhaupt wieder in eine Wohnung geschafft hast.

Mit "krieg deinen Arsch hoch und mach was aus deinem Leben" und "hör auf mit dem Selbstmitleid" ist in dem Fall sicherlich nicht geholfen.

An den Selbstmitleid-Sprüchen ist natürlich was dran - aber ich denke mal, dass die in anderen Fällen angemessener sind, wenn man wirklich so viel schlimmes erlebt und keinen einzigen Verwandten oder richtige Freunde hat, ist guter Rat teuer, und positives Denken schwierig...

hast du es denn schon einmal mit einer Therapie versucht?
Ich denke, dass das in deinem Fall sehr sehr wichtig sein könnte.

Denn du bräuchtest jemanden, der dir
1. wirklich zuhören, und sich mit deinen Probleme beschäftigen will
2. Perspektiven für ein "normales" Leben zeigen könnte, dir helfen könnte, wie du auf den weg kommen könntest, einer geregelten Arbeit nachzugehen, eine Beziehung, und eine Familie haben zu können...(falls du letzteres aufgrund deiner Erfahrungen überhaupt wollen solltest...)

Gerade weil du sagst, dass dir im RL niemand wirklich zuhört wäre eine therapie bei einem therapeuten/therapeutin, der/die dir sympathisch ist sehr wichtig, dann hättest du auch im RL einen Ansprechpartner, der sich mit deinen Problemen befasst, und dir vielleicht sogar ein bisschen weiterhelfen könnte...

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Glück!

Liebe Grüße, Lucie
BlackSuN85
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 13.12.2006
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 15:52:28    Titel:

Zitat:


Ich denke du solltest von Anfang an anfengen. Du hast zu viel Mitleid mit dir selbst. Ich meine die Probleme die du hast, sie sind nicht etwas übernatürliches, diese probleme würde jeder bekommen wenn er sich um nichts kümmern würde.


Ja, dem mag vielleicht so sein, müsste ich drüber nachdenken, weil ich das aus dieser Perspektive nicht betrachtet habe.

Zitat:


Ich meine, du bist ja nicht dumm, dann überlege dir mal was du willst, und dann mach auch was dafür......heutzutage, ist jeder am surfen, das ist nicht das Problem denke ich, das Problem ist dass dir alles egal ist....und das kannst nur DU selbst ändern....


Das ist mein Problem. Ich weiß nicht, was ich möchte. Und ich sehe mich nur schwer in der Lage "meinen Arsch hochzukriegen"...

Zitat:

grad deswegen weil du ein ,,nicht'' normales Kind bist...du solltest doch allen zeigen wollen dass ud es schafst und nicht wie all die anderen, zum Dauer Sozialfall werden....Klar, es ist nicht leicht aber jeder der den Willen hat schaft es....



Bis zu einem gewissen Grad, war diese Haltung bei mir auch vorhanden. Als ich allerdings auf die Straße "gesetzt wurde", konnte ich diese innere Haltung nicht bewaren.

Zitat:


ich habe deinen text gelesen, und deine geschichte klingt wirklich krass.



es gibt bestimmt noch schlimmere. Allerdings interessieren diese mich irgendwo nicht wirklich. Hab genug zu tun, wenn ich mich tatsächlich mit mir selbst auseinander setzen muss.

Zitat:


Mit "krieg deinen Arsch hoch und mach was aus deinem Leben" und "hör auf mit dem Selbstmitleid" ist in dem Fall sicherlich nicht geholfen.



Da stimme ich dir zu. Obwohl meine Reaktion hierauf auch dahin gehend ist, dass ich mich ein wenig drücke, an mir selbst zu arbeiten.


Wie oben geschrieben, war ich schon in einer Therapieeinrichtung... Meine bisherige Erfahrung mit Psychologen ist demnach leider nicht allzu gut, obwohl ich es gerne noch einmal versuchen möchte.


Ich danke euch für eure Antworten.
LuoLuna
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 10.10.2006
Beiträge: 196
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 15 Dez 2006 - 19:59:41    Titel:

darf ich fragen wie alt du jetzt genau bist? ich schätze dich so auf 20? veielleicht könntest du die schule nachholen. du hättest dadurch ne bessere jobchance, kämst aus der bude und würdest leute kennenlernen.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Psychologie-Forum -> my life... Oder doch nicht?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum