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Kapitalismus senkt die Armut
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Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2006 - 13:02:40    Titel:

Aber was will man tun um diesen zu helfen? Mehr Geld halte ich nicht für wirklich sinnvoll zumals ja auch bezahlt werden muss.

Qualifizierung? Hängt ja nun auch von den Fähigkeiten des einzelnen ab. Nicht jeder ist in der Lage ein Studium zu absolvieren. Er wäre es vllt gewesen wenn man ihn von Anfang an gefördert hätte, aber bei vielen dürfte da ein Punkt überschritten sein.

Die wichtigste Maßnahme für die Zukunft heißt also Bildung. Aber wie den jetzigen Verlierern helfen?

Wobei ich da auch auf dem Standpunkt stehe das jeder sich da schon selber bemühen muss. Will sagen die chancen auf nen Job stehen schlecht? Gut dann ist Zeit da mich weiterzubilden, in was auch immer, muss ja nicht mal unbedingt was auf den ersten Blick sinnvolles sein.

Aber wie gesagt was tun für diejetzigen Verlierer ohne mehr Geld auszugeben?
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2006 - 16:32:24    Titel:

Nutz hat folgendes geschrieben:
Aber was will man tun um diesen zu helfen? Mehr Geld halte ich nicht für wirklich sinnvoll zumals ja auch bezahlt werden muss.

Qualifizierung? Hängt ja nun auch von den Fähigkeiten des einzelnen ab. Nicht jeder ist in der Lage ein Studium zu absolvieren. Er wäre es vllt gewesen wenn man ihn von Anfang an gefördert hätte, aber bei vielen dürfte da ein Punkt überschritten sein.

Die wichtigste Maßnahme für die Zukunft heißt also Bildung. Aber wie den jetzigen Verlierern helfen?

Wobei ich da auch auf dem Standpunkt stehe das jeder sich da schon selber bemühen muss. Will sagen die chancen auf nen Job stehen schlecht? Gut dann ist Zeit da mich weiterzubilden, in was auch immer, muss ja nicht mal unbedingt was auf den ersten Blick sinnvolles sein.

Aber wie gesagt was tun für diejetzigen Verlierer ohne mehr Geld auszugeben?


Bildung zum Nulltarif gibt es nicht. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wäre es aber preiswerter, weil die Versorgung wegfällt.
Im Übrigen unterschätzt- und überschätzt Du die Menschen. Vernünftige Bildung mit modernen Methoden mag mehr erreichen als sich heute viele vorstellen, Motivation und finanziell ausreichende Versorgung vorausgesetzt. Motivation entsteht aber durch Sicherheit, niemand bildet sich auf eigene Kosten weiter, der gerade genug Geld hat um die notdürftigsten Dinge zu beschaffen und schon damit eher vegetiert denn existiert, bezogen auf den Standard bei uns. Finanzielle Sicherheit schafft aber erst einmal Luft, Ruhe und Stabilität die für erfolgreiche Bildung wichtig sind. Angst ist ein schlechter Faktor, er lähmt und aktiviert nicht, das weiß die pädagogische und psychologische Wissenschaft. Schläge in den Nacken, auch im übertragenden Sinne erhöhen eben eher nicht das Denkvermögen, Spaß und Freude am Lernen und die berechtigte Hoffnung das Erlernte anzuwenden sind dagegen positive Faktoren. Wir sind in diesen vernachlässigten Wissenschaft im Vergleich zu unseren technischen Errungenschaften im Grunde noch in der Steinzeit, weil sich mit Schule und der Art zu Lernen immer noch sehr viel tradierter Ballast mitgeschleppt wird, wie Zensuren, zu enge und zu vollgestopfte Lehrpläne und auch nicht die geeigneten Methoden. Hier können wir noch sehr viel mehr erreichen und noch viele Menschen weiterbilden, wenn das politisch durchgesetzt wird. Wie gesagt zum Nulltarif gibt es das nicht, weil auch Lehrer weitergebildet und alte Zöpfe in der Bildung abgeschnitten werden müssen an denen noch viele kleben.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
Heison
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Anmeldungsdatum: 05.12.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2006 - 16:46:27    Titel:

Grundsätzlich stimme ich zu. Ich möchte aber anmerken, dass der Begriff "Kapitalismus" selbst etwas problematisch ist. Das ist nämlich im Gegensatz zum Wort "Kapital" eine Erfindung kommunistischer Kreise, die dem "Kommunismus" (eine Ideologie) damals eine vermeintlich andere entgegensetzen wollten, um einen ideologischen Wettstreit zu suggerieren. Der Kapitalismus hat aber kein gleichnamiges Manifest, keine Partei, keine Diktaturen hervorgebracht.

Besser finde ich den Begriff "Markt" oder "Marktwirtschaft". Das ist das natürliche und uralte Prinzip des Tauschen und Handelns durch Menschen.

Australien hatte eine solche Wirtschaftsform, als vor ca. 10 Jahren eine Hungersnot 90% der Ernte vernichtete. Hungerstote gab es nicht. In Äthiopien litt vor ca. 20 Jahren unter einer ähnlichen Dürre. Dort machte sich aber eine dramatische Hungersnot breit, viele Menschen starben, besonders Kinder. In Äthiopien herrschten zu dieser Zeit kommunistische Wirtschaftsstrukturen und ein undemokratisches Regime.

Das beste Rezept gegen Hunger und Entwicklungsprobleme sind also Marktwirtschaft und Demokratie. Demokratie ist wichtig, um die Bevölkerung an den Fortschritten so weit wie möglich zu beteiligen und die Gefahren von übermäßiger Korruption und Krieg zu vermeiden. (Für den Schritt in den echten Wohlstand kommt dann noch eine möglichst hohe Bildung hinzu.)

Das führt zu der entscheidenden Frage: Wie setzt man Marktwirtschaft und Demokratie in Ländern durch, die daran Mangel zeigen?
Jockelx
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Anmeldungsdatum: 24.06.2005
Beiträge: 3596

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2006 - 17:03:17    Titel:

Heison hat folgendes geschrieben:

Australien hatte eine solche Wirtschaftsform, als vor ca. 10 Jahren eine Hungersnot 90% der Ernte vernichtete. Hungerstote gab es nicht. In Äthiopien litt vor ca. 20 Jahren unter einer ähnlichen Dürre. Dort machte sich aber eine dramatische Hungersnot breit, viele Menschen starben, besonders Kinder. In Äthiopien herrschten zu dieser Zeit kommunistische Wirtschaftsstrukturen und ein undemokratisches Regime.

Das beste Rezept gegen Hunger und Entwicklungsprobleme sind also Marktwirtschaft und Demokratie.


Es mag sein, dass Marktwirtschaft gegen Hungersnöte hilft, aber die
'Beweisführungen' in diesem Forum sind stets extrem albern. Rolling Eyes

2 Beispiele. qed
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2006 - 17:11:13    Titel:

Wenn man das "also" im letzten Satz weggelassen hätte, dann wäre der Satz absolut richtig.

EDIT: Was Hungersnöte betrifft, so kann in Ausnahmefällen eine kurzfristige staatliche Zuteilung effizienter sein, als ein Verteilung über den Markt.


Zuletzt bearbeitet von masterofdisaster am 22 Dez 2006 - 17:24:41, insgesamt einmal bearbeitet
Jockelx
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Anmeldungsdatum: 24.06.2005
Beiträge: 3596

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2006 - 17:22:45    Titel:

Dann ist es auch nicht mehr als eine These, die allerdings mit vielen
Beispielen gestützt werden kann. Böswillig könnte ich die Weltwirtschaftskrise
anführen und sagen, dass im Gegensatz zur Demokratie einzig der
Nationalsozialismus Hungersnöte verhindern kann. Es gibt dafür nur ein
Beispiel und da kam es trotz schwierigster Verhältnisse zu keiner
Hungernot.

Also, Nationalsozialismus ist ist einzige Staatsform, die vor Hungersnöten schützt. qed.

Jockel
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2006 - 17:26:35    Titel:

Wo gab es denn in der Demokratie Hungersnöte während der Weltwirtschaftskrise? Und was hat das dann speziell mit der Staatsform zu tun?
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2006 - 17:29:25    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:
Bildung zum Nulltarif gibt es nicht. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wäre es aber preiswerter, weil die Versorgung wegfällt.
Im Übrigen unterschätzt- und überschätzt Du die Menschen. Vernünftige Bildung mit modernen Methoden mag mehr erreichen als sich heute viele vorstellen, Motivation und finanziell ausreichende Versorgung vorausgesetzt.


Das kann ich so nicht stehen lassen. Es gibt durchaus kostelose Bildungsangebote. Ich selber habe so eins genutzt um mein Fachabi nachzuholen.
Was ich dabei bemerkte ist schon das fehlende Grundlagen dabei ein Problem sein können.
Aber grade jüngere Arbeitslose ohne Perspektive müssten sich doch der eigenen Chancenlosigkeit bewußt sein und aktiv nach Lösungsmöglichkeiten suchen.
Das man mit mehr Geld mehr erreichen kann ist sicherlich richtig, aber da wir in Sachen Verschuldung noch immer nicht die Maastrichtkriterien erfüllen, und selbst die nicht das Optimum sind ist erstmal nicht mehr Geld vorhanden, eher im Gegenteil wir müssten dringend Schulden abbauen und nicht nur die Neuverschuldung senken.

Also muss erstmal jeder mit dem klarkommen was angeboten wird. Ich kann halt nicht verstehen wenn immer nur nach dem Staat gerufen wird, oder auf die böse globalisierung gezeigt wird, statt selber aktiv zu werden.

Wie bereits erwähnt, auch wenn ich mich nur bilde um meinen Kindern später bessere Chancen zu gewähren.
Jockelx
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Anmeldungsdatum: 24.06.2005
Beiträge: 3596

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2006 - 17:38:49    Titel:

Wir reden aneinander vorbei.
Das hat nichts mit der Staatsform zu tun, genauso wenig wie man im Fall
von Australien und Äthiopien zwingend die Staatsform verantwortlich machen
kann.

Hier werden einfach stumpf irgendwelche Aussagen gemacht und mit ein
paar netten Beispielen unterlegt und soll dann als Beweis herhalten.
So einfach ist das aber nicht. Auf Kuba wurde der Lebensstandart auch
erhöht nach der Revolution. Soll man jetzt allen Menschen, die unter einer
Diktatur leiden erzählen, dass sie sich einem kommunistisch angehauchten
Regime unterwerfen sollen? Oder dem Nationalsozialismus, der ebenfalls
den Lebensstandart erhöhte (zwar als Folge der Erhohlung der Weltwirtschaft,
aber egal, unserem Beweisschema nach passt das schon).

Jockel

Ergänzung:
Demokratien benötigen ausserdem eine gute wirtschafliche Situation.
Ist diese nicht mehr gegeben, dann ist auch häufig ganz schnell
Schluss mit Demokratie! Von daher ist das eh sinnlos, ein System, welches
nur in guten Situationen überleben kann, mit anderen Systemen 1:1
zu vergleichen.
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 23 Dez 2006 - 11:19:18    Titel:

Zitat:
Du redest die ganze Zeit von Angeboten die nicht angenommen werden, ohne diese zu spezifizieren, damit kann man nicht viel anfangen. Ich habe keine Ahnung welche Angebote Du konkret meinst, aber wie gesagt, entweder sind diese Angebote nicht bekannt, zu wenig ansprechend oder am Bedarf vorbei, oder es existieren vielleicht noch andere Probleme.


Der grösste Kuchen davon sind die öffentlichen Schulen, vom Kindergarten bis zur Universität, wo viele SchülerInnen leider nicht viel mehr machen, als ihre Zeit abzusitzen.

Die Probleme sind auch bekannt: zu grosse Klassen, zu kleine Klassenzimmer, und (mehr oder weniger gezwungenermassen) Unterrichtsformen, die nur für einen kleinen Teil der SchülerInnen geeignet sind. Zu viel Theorie, zu wenig Praxis. Zu viel Wissen büffeln, zu wenig Werkzeuge erarbeiten, wie man selbstständig Wissen erarbeiten und Informationen suchen kann. Zu viel intellektuelle Bildung, zu wenig emotionale Bildung, Konfliktlösungsstrategien, soziale Kompetenz, Kunst, körperliche Bildung.

Die naheliegende erste Massnahme wäre, die Klassen zu verkleinern, maximal 10-12 SchülerInnen pro Klasse (wie es in der privaten Erwachsenenbildung längst üblich ist) - allerdings kostet das tatsächlich viel Geld, mit all den neuen LehrerInnen und den neuen Klassenzimmern, die benötigt würden. Es ist aber eine Investition, die sich lohnen würde.
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