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Zweites mal Straffällig
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StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2007 - 15:25:30    Titel:

Standardmäßig gibt's für solche KV-Delikte mit nicht unerheblichem Ausgang bei der mir bekannten StA eine Verwarnung. HV endete allerdings mit einem Freizeitarrest, der Täter war für seine 15 Jährchen schon recht psychopathisch veranlagt, schien sich über das Leiden seiner Opfer und die Angst, die er erregt geradewegs zu freuen. Rolling Eyes

Naja, 100 Sozialstunden finde ich hier jedenfalls nicht unrealistisch. Aber wie du schon angedeutet hast: Das können allenfalls - ohne Wissen bzgl. der Begleitumstände noch nicht mal seriöse - Prognosen sein und sollte lediglich dafür sensibilisieren, dass mit der Anbraumung einer Hauptverhandlung die Sache schon echt ernst ist. Da ist nix mehr mit 12 Sozialstündchen Regelsatz. Also Rizo: Geh die Sache mit dem nötigen Ernst an, das ist oft schon die halbe Miete. Viel Erfolg.
Rechtsreferendar
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Anmeldungsdatum: 26.01.2007
Beiträge: 391

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2007 - 15:42:10    Titel:

Meine Strafbildung bei Jugendlichen:

Eine Verwarnung bekommst du für eine einfache Tat ohne Spätfolgen für das Opfer. Das ist so eine Regel. Weil er aber dem Opfer das Nasenbein gebrochen hat und dadurch Spätfolgen für das Opfer hinterlassen hat, springt er m.E. über die Verwarung und kommt zur Auflage. Weil er das zweimal gemacht hat, kommt noch ein Sprung in der Strafebildung,
wenn er weiterhin Probleme macht, besonderes wenn er die Autörität nicht anerkennt, muss er auch mit dem Arrest rechnen. Das ist nicht verkehrt.
Rizo
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Anmeldungsdatum: 23.12.2006
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 16 Feb 2007 - 17:19:41    Titel:

Danke für ihre Hilfe. Wir werden nacher mit einer bekannten persönlich reden, die ist Rechtsanwältin. Bin total verwirrt. Jeder sagt es etwas anders.

Aus reiner Neugierde. Wieviel sozialstunden würden sie den Personen in dem Fall geben Herr Rechtsreferendar:

Es wurde folgendes zur Last gelegt:
4Jugendliche, alle 17Jahre bschädigen Nachts mit gelben Baustellenlampen mehrere parkende PKW's, indem sie damit auf die Autos einschlagen. Eine Anwohnerin ruft die Polizei, die auch in kurzer Zeit eintrifft und die jugendlichen beim wegwerfen der Baustellenlampen erwischt.
Es stellt sich raus, dass 7 Fahrzeuge Lackspuren von den Lampen in den Dellen hatten, also eindeutig von den Lampen.
Auf der Straße waren zu dem Zeitpunkt keine weiteren Passanten. Jedoch konnte man vermuten, dass in die Seitenstraßen Leute eingebogen sind, weil es Karneval war und das eigentlich eine sehr belebte Straße ist. Die beschädigten Fahrzeuge standen in Fahrtrichtung links. Zum Zeitpunkt als die Polizei eintraf waren die 4 auf der rechten Seite, etwa 200Meter hinter dem letzten beschädigten Fahrzeug. Außerdem beschrieb eine Zeugin, sie hätte sogar 5 Leute mit Lampen, zu Fuß(!) gesehen.

Da es bei solchen Dingen sehr auf die äußere Erscheinung ankommt: Alle 4 scheinen ganz normale Jungs zu sein. Mit ordentlichem Elternhaus und eine normalen Jugendleben. Vorstrafen hatte noch keiner.

Was wäre ihr Urteil? Welche Strafe würden sie fordern? Oder würden sie vllt. wegen Mangelnder Beweislage einen Freispruch wagen?
Rechtsreferendar
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 26.01.2007
Beiträge: 391

BeitragVerfasst am: 16 Feb 2007 - 18:05:50    Titel:

Ich sehe da eigentich keine Beweisprobleme. Dass die Frau behauptet, es seien 5 statt 4 Leute gewesen, hat über die Glaubhaftigkeit ihrer Aussage nichts zu sagen, sie muss aber die 4 Leute identifizieren können. Ferner haben die StA auch Spuren auf Autos hinterlassen. Die Staatsanwaltschaft kann auch mit einem Gutachten beweisen, dass die Spuren an Autos von den Lampen verursacht worden sind. Diese rein theoretsiche Möglichkeiten, wie etwas dass jemand von KArnevalleuten die Autos beschädgt hat, würde das Gericht nciht in Betracht ziehen. Aber ich gehe davon aus, dass die Lampen auch als Beweismittel angeboten wurden, so dass es eigentlich keine Probleme geben dürfte.

Als ein nicht vorbesrafter Jugendlicher, der einen erheblichen Schaden zugefügt hat, musst du mit einer Strafe von 60-80 Stunden rechnen. Normalerweis beim ersten HV bekommst du nur eine Verwarnung, aber hier musst du wegen des erheblichen Schadens mit einer Auflage rechnen. Weil hier aber offensichtlich ist, dass es sich um eine einmalige Sache gehandelt hat, die kein normaler Mensch wiederholen würde, würde ich -wie gesagt - im unteren aber spürbaren Bereich bleiben.
Rizo
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Anmeldungsdatum: 23.12.2006
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 27 Feb 2007 - 13:37:25    Titel:

Hallo,
so ich habe jetzt das Schreiben des Staatsanwalts erhalten.

Ein kurzer Auszug: [...] aufgrund ihres späten Geständnisses und der in ihrem schreiben zum ausdruck gebrachten Reue über die Straftat das Strafverfahren ohne durchführung einer Hauptverhandlung und entsprechenden Verurteilung später nach §47 Abs.1 Nr.3 JGGmit richterlicher Ermahnung einzustellen, sofern Sie freiwillig 25 gemeinnützige Arbeitsstunden umgehend ableisten[...]

Für mich steht fest auf jeden Fall nie wieder eine Straftat zu begehen, weil 25 Stunden doch recht mild sind und ich trotzdem nie wieder ohne Bezahlung etwas Arbeiten möchte.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2007 - 00:56:09    Titel:

Mit 25 Sozialstunden bewegt sich der Staatsanwalt in jedem Fall an der äußersten unteren Grenze. Damit kannst du die Sache zu einem für dich mehr als glimpflichen Abschluss bringen. Schön, dass man doch noch ohne Hauptverhandlung ausgekommen ist.

Danke für die Mitteilung! Immer schön zu erfahren, ob man mit seinen Einschätzungen halbwegs richtig lag. Wink Dokta Renz, der Jugendarrest prophezeite, lag jedenfalls - wen wundert's - weit daneben. Soviel zu Rechtsrat im Internet...
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